Rallye Türkei

Citroen geht clever in Führung

Foto: McKlein

Der Citroen-Pilot Sebastien Loeb fuhr zwar nur zwei Bestzeiten in den sechs Sonderprüfungen des ersten Rallye-Tages, blieb aber dennoch vom Morgen bis zu letzten Super Special an der Spitze. Sein härtester Gegner war Peugeot–Pilot Marcus Grönholm auf dem zweiten Platz. Weit abgeschlagen schon der Drittplatzierte, Petter Solberg auf Subaru.

Nach der mehr auf Show getrimmten Super Special-Prüfung in Antalya vom Donnerstag rollten am Freitagmorgen (25.6.) 59 Teams in die ersten sechs ernsthaften von insgesamt 17 Rallye-Prüfungen. Die Teams gingen in den zweitlängsten Tag: Zu absolvieren waren bei einer Gesamtstrecke von 501,08 Kilometern 149,33 Wertungsprüfungskilometer.

Es herrschten schon am Morgen 30 Grad Hitze, die Pisten unter blauem Himmel waren anfangs sehr viel schlammiger als alle Fahrer erwarteten, trockneten auch im Lauf des Tages nur sehr zögerlich ab, überall standen unerwartete Wasserlachen, die viele Opfer forderten.

Loeb diktiert den Auftakt, Ford enttäuscht

Die erste Bestzeit des Tages markierte Sebastien Loeb (Citroen) vor Marcus Grönholm (Peugeot) und Petter Solberg (Subaru). Auch bei der zweiten Zweitnahme hatte Loeb die Nase vor Solberg und Grönholm. "Es ging gut, bis auf die Aussetzer nach einer grossen Wasserpfütze,“ sagte Loeb. "Der Zustand der Strassen änderte sich dauernd – man kann das von weitem nicht erkennen. Und unsere Bremsen waren übel,“ kommentierte Solberg sein Ergebnis. Seinen etwas angeschlagenen Impreza erklärte er mit leichten Ausritten über die Ideallinie hinaus. "Mein 307 untersteuerte und übersteuerte abwechselnd stark – das kostete mich die Heckschürze,“ gab Marcus Grönholm zu Protokoll. Francois Duval und Markko Märtin von Ford klagten über eine völlig falsche Reifenwahl. "Viel zu hart, kein Grip. Ich bin seitlich einmal wüst angeschlagen,“ jammerte Duval. Jost Capito, als Teamboss, war richtig sauer: “Wir haben einen kapitalen Fehler gemacht und dabei ordentlich Zeit verloren.” Harri Rovanperä (Peugeot) hatte Probleme mit den Bremsen und mit einem überhitzten Differenzial – er jammerte: "In der Türkei habe ich immer Pech.“ Gilles Panizzi (Mitsubishi) zeigte sich trotz zu weicher Stoßdämpfer mit Auto und Reifenwahl zufrieden und hoffte auf trockenere Pisten bei den nächsten zwei Sonderprüfungen des Tages. Sein Team Kollege Gigi Galli fuhr seinen ersten Türkei-Einsatz sehr vorsichtig.

Einziger Überschlag des Morgens: Nicolas Bernardi ramponierte seinen Clio 1600 unglaublich – im Service wurde das Mobil aber dann wieder reisefertig gedengelt.

Loeb führt, Grönholm attackiert, Panizzi out

Die nächsten beiden Bestzeiten vor dem zweiten Service des Tages gingen an Harri Rovanperä und Carlos Sainz. Sebastien Loeb konnte dennoch seine Führung im Gesamtklassement vor Grönholm (Peugeot) – mit Hydraulik- Problemen - und Solberg (Subaru) behaupten: Den Norweger erwischte es nämlich bei der gleichen Wasserdurchfahrt, die am Morgen schon anderen Fahrern viele Probleme gemacht hatte. "Ich fuhr ins Wasser, die Haube kam hoch, die Frontverkleidung flog davon. Offenbar hatten Zuschauer das Wasser gestaut,“ ärgerte sich Solberg.

Solberg’s Kollege Mikko Hirvonen trieb einen kleinen Fels durch seinen Kühler – er musste gen Service humpeln. Schlimmer erging es im Wasserloch dem Esten Märtin (Ford). "Wir knallten voll in viel zu hohes Wasser, offenbar waren die Fahrspuren tiefer als am Morgen. Unsere Stoßstange wurde demoliert und der Kühler losgerissen. Wegen steigender Motortemperaturen mussten wir langsam machen.“ Verlust: Fast drei Minuten.

Böser als alle anderen kamen die Mitsubishi-Piloten weg: Bei Gigi Galli fiel der Ventilator nach der Wasserdurchfahrt aus – das Team musste basteln und fiel auf den 22. Platz in der Wertung zurück. Gilles Panizzi fiel sogar völlig aus: Das Elektrosystem in seinem Lancer brach so gründlich zusammen, dass am Ende der vierten Wertungsprüfung nur noch die Scheibenheber funktionierten. Panizzi nahm es mit Galgenhumor: "Da hier nach dem SupeRally-Modus gefahren wird, sind wir morgen wieder bei der Musik.“

Ford erneut angeschlagen, Citroen dominiert

Mit einer Bestzeit beendete Grönholm (Peugeot) die letzte Prüfung vor der abendlichen Super-Special. Hinter ihm kamen Duval (Ford) und Rovanperä (Peugeot) ein, gefolgt von den beiden Citroen-Fahrern Loeb und Sainz. Solberg (Subaru) litt an den Folgeschäden seiner vorhergehenden Wasserabenteuer und wurde nur Sechster, vor dem erstaunlich regen Galli (Mitsubsihi). Heftig erwischte es erneut den Ford-Bannerträger Markko Märtin: Mit kollabierender Elektrik pausierte er über 48 Minuten in dieser 34,24 Kilometer-Prüfung, ehe er als 43. die Zeitkontrolle passierte. Dann machte er sich auf gen Antalya, zur Super-Special, mit der Hoffnung, seinen Startplatz bei der Akdeniz- Universität rechtzeitig anfahren zu können.

Er schaffte es, allerdings mit fünf Minuten Verspätung, die ihm eine Zeitstrafe von 50 Sekunden einträgt. Aber, er blieb in der Wertung und wird damit sicher Marken-Punkte für Ford machen können, sofern er die nächsten zwei Tage überlebt. Sicher ist das aber keineswegs, denn nicht weniger als 22 Aktive mussten heute schon passen.

Bestzeit in der letzten WP des Tages fuhr Solberg (Subaru) vor Sainz und Loeb (beide Citroen), Märtin, Grönholm (Peugeot) und Duval (Ford).

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