Schweden-Rallye

Märtin schlägt alle

Foto: McKlein

Vielleicht wären Markko Märtin und sein Ford Focus an diesem ersten Rallye-Tag auzuhalten gewesen, aber die wichtigsten Gegner bremsten sich selbst.

Für den schwedischen Serien-Sieger Marcus Grönholm begann seine Lieblingsveranstaltung mit einer Bestzeit, doch es blieb das einzig positive Erlebnis des Peugeot-Mannes, der auf der dritten Prüfung 27 Kilometer ohne Servo-Lenkung auskommen musste und nach einem Drittel der Rallye als Sechster schon 58 Sekunden Rückstand auf die Spitze hat.

Weltmeister Petter Solberg verlor zwölf Sekunden durch einen Dreher auf der zweiten Prüfung. "Da war ich schon ein bisschen sauer", sprach der Norweger, fand aber dann zu guter Form und erreichte den Abschluss-Service als Dritter.

Subaru-Teamkollege Mikko Hirvonen bemerkte kurz vor der vierten Prüfung einen Plattfuß hinten links. Das Ersatzrad war allerdings für rechts hinten vorgesehen. "Das war beim Bremsen und Lenken schon ein besonderes Erlebnis", sagte Hirvonen der auf Platz sieben liegt.

Märtin mit Bestzeiten auf den längsten Prüfungen

Markko Märtin hatte eine problemlose Fahrt. Auf den eisigen Prüfungen, auf denen zum Teil bereits der Schotter durch die Eisdecke schien, verlor er durch kluge Reifenwahl im Gegensatz zu seinen Konkurrenten weniger Spikes. Besonders auf der mit 52 Kilometern längsten Prüfung Granberget hängte er bei beiden Durchgängen alle Gegner ab. Der Este im Ford geht am Samstag (7.2.) mit 23,3 Sekunden Vorsprung an den Start.

Zum Angriff will der Zweitplatzierte blasen: Sébastien Loeb glänzte nach seinem Monte-Sieg durch eine weitere fehlerfreie Fahrt und setzte sich auf Rang zwei fest. "Normalerweise ist es hier ein Nachteil, als Erster auf die Strecke zu müssen, aber da kein Schnee lag, hatte ich sehr gute Bedingungen. Auf den kürzeren Prüfungen habe ich gezeigt, dass ich mit Markko mithalten kann, also denke ich, dass ich vielleicht an ihn herankommen kann." Märtin konterte cool: "Ich denke, ich kann den Vorsprung halten, wenn ich nicht gerade den Motor abwürge." Ein kurz abgestorbener Vierzylinder war Märtins einziger unplanmäßiger Zwischenfall an diesem Freitag.

Pannen bei Mitsubishi

Reichlich Unvorhergesehenes geschah bei Mitsubishi. Krisitan Sohlberg ritt gleich drei Mal von der Straße und verlor reichlich Zeit (Platz 34). Auf der letzten Prüfung sorgte ein Abfall des Ladedrucks für Sorgenfalten. Teamkollege Gilles Panizzi musste kurz vor dem Ziel der vierten Prüfung mit Getriebeschaden aufgeben.

In der seriennahen Produktionswagenmeisterschaft fährt Jani Paasonen auf Mitsubishi. Ein Ruhmesblatt ist die Vorstellung des Finnen und anderer gestandener Größen wie Alister McRae nicht, denn der nicht in der WM eingeschriebene Tourenwagen-Pilot Mattias Ekström tanzte den Stars auf der Nase herum. Der bei Audi in der DTM unter Vertrag stehende Schwede fährt als Gesamt-16. die Gruppe-N-Wertung (ebenfalls auf Mitsubishi) an. Der Deutsche Sebastian Vollak belegt in der Produktionswagen-WM den 13. Rang und Platz 48 im Gesamtklassement. Überhaupt nicht platzieren konnte sich Manfred Stohl: Obwohl es seinem Team gelang, den am Vortag schwer beschädigten Mitsubishi wieder zu richten, scheiterte der Österreicher an einem verbogenen Sicherheitskäfig bei der technischen Abnahme.

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