Toyota Yaris WRC für 2018

Rallye-Würfel wird noch extremer

Toyota Yaris WRC 2018 Foto: Toyota 8 Bilder

Toyota will die etablierte Konkurrenz in der zweiten Rallye-WM-Saison nach dem Comeback richtig angreifen. Dazu bekam der Yaris WRC im Winter ein großes Aerodynamik-Upgrade verpasst. Und auch an der Zuverlässigkeit wurde gearbeitet.

Als Toyota 2017 in die Rallye-WM zurückkehrte, lagen die Erwartungen niedrig. Teamchef Tomi Mäkinen hatte in Finnland mit einer kleinen Truppe ein Auto zusammengeschraubt, von dem niemand glaubte, dass es schon im ersten Jahr konkurrenzfähig sein würde. Doch der alte Hase überraschte alle. Seine finnischen Piloten fuhren direkt zwei Siege in Schweden und Finnland ein.

Vor der zweiten Saison wird sicher niemand mehr den Fehler machen, das finnisch-japanische Werksteam zu unterschätzen. Über den Winter haben die Ingenieure vor allem an der Zuverlässigkeit des Toyota Yaris WRC gearbeitet. Die vielen Defekte im Antriebsbereich waren die große Achillesferse des kleinen Rallye-Würfels.

Toyota Yaris WRC 2018 mit Aero-Upgrade

Toyota Yaris WRC 2018 Foto: Toyota
Die vordere Stoßstange und die vorderen Kotflügel sind neu.

Als einen der größten Schwachpunkte haben die Techniker die Kühlung ausgemacht. Hier wurde bei der Weiterentwicklung in der Winterpause der größte Fokus gelegt. Aber auch die Aerodynamik bekam ein Upgrade verpasst. Mit einer neuen Frontstoßstange und neuen Kotflügeln soll auf der Vorderachse noch mehr Abtrieb generiert werden, damit die aerodynamische Balance besser passt.

Der Toyota Yaris WRC war mit seinen monströsen Flügeln schon im Vorjahr nicht gerade zurückhaltend im Auftreten. Die neuen Karosserieteile machen den kompakten Allradler nun sogar noch extremer. Mit dem Serienmodell des Yaris hat die WRC-Variante optisch nicht mehr viel zu tun. Die Konkurrenten von Hyundai, M-Sport und Citroën gehen deutlich sparsamer mit Flügelwerk um.

Tänak wechselt von M-Sport zu Toyota

Toyota will bei allen 13 WM-Läufen mit drei Autos antreten. Was das Personal im Cockpit angeht, so hat sich im Winter ebenfalls etwas getan. Teamchef Mäkinen konnte den Esten Ott Tänak von M-Sport abwerben. Um Platz für den Neuzugang zu schaffen, musste Routinier Juho Hänninen das Team verlassen.

Im zweiten Auto sitzt Nachwuchsmann Esapekka Lappi. Der Youngster konnte sein Talent mit dem Gewinn der Rallye Finnland schon im Vorjahr unter Beweis stellen. Das dritte Cockpit bekommt Stammkraft Jari-Matti Latvala, der 2018 vor allem auf eine geringere Defektquote hofft als noch im Vorjahr.

Toyota will weiter lernen

Was den Angriff auf den Titel angeht, hält Teamchef Mäkinen den Ball allerdings flach: „Wir haben letztes Jahr schon bewiesen, dass wir Rallyes gewinnen können. Das war eine tolle Leistung des Teams. Aber unsere Konkurrenz hat uns auch Bereiche aufgezeigt, in denen wir uns noch verbessern mussten. Mit der Zeit haben wir dazugelernt und vor allem am Frontbereich des Autos gearbeitet, um die Aerodynamik zu verbessern. Wir werden weiter lernen und danach streben, ein immer besseres Auto zu bauen.“

Neuester Kommentar

Die Rallyefahrzeuge sind zwar cool aber wie wäre es mit etwas seriennahen Fahrzeugen? Dem Rallyesport ereilt sonst das Schicksal wie der DTM. Zu teuer und kein Bezug mehr. Damals (bis nach 2010 ca.) hatte man noch einen Bezug zu den Fahrzeugen und konnte diese in ähnlicher weise auch zu "humanen" preisen kaufen (Lancia Delta, Subaru WRX STI, Mitsubishi EVO). Heutzutage ist nicht mehr als die Hülle übrig. Ist zwar ein schöner Versuch von Toyota den Toyota Yaris GRMN zu produzieren aber bis auf die Form ist auch nichts identisch.

Drive 11. Januar 2018, 14:30 Uhr
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