Vorschau Rallye Deutschland

Die Loeb-Festspiele

Foto: McKlein 31 Bilder

Auf 19 Wertungsprüfungen mit rund 350 Kilometern messen sich die Besten der Welt zum vierten Mal rund um Trier. Nach dem zeremoniellen Start (25.8.) in der ältesten Stadt Deutschlands kämpfen 61 Teilnehmer in den Weinbergen des Moseltals, dem Truppenübungsplatz Baumholder im Hunsrück und auf den Landstraßen des östlichen Saarlands um Weltmeisterschafts-Punkte.

Nach dem Sieg in Finnland marschiert Jean-Pierre Nicolas wieder mit stolzgeschwellter Brust durch die Lande. "Wir wollen auch in Deutschland um den Sieg kämpfen", sagt der Peugeot-Sportchef. Ähnlich große Töne spuckte Subaru-Ass Petter Solberg vor dem deutschen WM-Lauf. Wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegt, zeigt sich vom 26.-28. August bei der Rallye-Deutschland.

"Diese Rallye ist ganz anders als alle übrigen Asphalt-Läufe", sagt Peugeot-Fahrer Markko Märtin. Die ständigen Wechsel von Belägen und Charakteristik der Strecken erforden einen guten Abstimmungskompromiss. Die meisten Fahrer fürchten sich vor Regen, weil besonders die Strecken im Baumholder dann extrem rutschig werden.

Sébastien Loeb: "Ich liebe Deutschland“

Andererseits ist Regen nahezu die einzige Chance, Citroën zu schlagen. Seit die Deutschland-Rallye WM-Status hat, hieß der Sieger drei Mal hintereinander Sébastien Loeb. "Ich liebe diese Rallye", sagt der Elsässer, der unter den 200.000 erwarteten Zuschauern auch mehrere Zehntausend Landsleute erwartet. Loeb könnte sich mit seinem Xsara und Michelin-Reifen seinen achten Saison-Sieg holen, schon der siebte bedeutete Rekord. Peugeot hat mit verbesserten Stoßdämpfern nachgerüstet, doch die Achilles-Ferse der 307 ist wie bei Subaru und Mitsubishi Reifenpartner Pirelli, der auf trockenem Asphalt in diesem Jahrtausend noch keine Rallye gewonnen hat.

In den vergangenen Jahren war das Wetter unbeständig, was den Schwierigkeitsgrad weiter erhöht. Auch 2005 ist keine trockene Rallye garantiert. Nicht alle Fahrer lieben daher den deutschen WM-Lauf. "Die Prüfungen sind tricky, wellig und eng. Wenn man einen Unfall hat, ist es gleich ein großer", sagt Mitsubishi-Mann Gigi Galli, der wie Roman Kresta, Petter Solberg, Marcus Grönholm und Gilles Panizzi im Vorjahr einen wüsten Ausritt hatte. Galli erhielt von Mitsubishi den Vorzug vor Asphalt-Spezialist Panizzi.

Bei Skoda setzt man mit Alex Bengue auf einen Asphalt-starken Franzosen. "Ich mag diese Rallye, denn es ist jeden Tag etwas Neues", sagt Bengue. Teamkollege Armin Schwarz ergänzt: "Das sind hier drei Rallyes in einer, also muss man sich schnell anpassen."

Wochenendtickets für 60 Euro.

Die deutsche Beteiligung hält sich in Grenzen. Neben Antony Warmbold in einem privaten Ford Focus WRC, tritt der deutsche Tabellenführer Hermann Gaßner in der seriennahen Gruppe N an. Die Junioren Marcus Fahrner und Aaron Burkart messen sich in der Super 1600-Kategorie mit der internationalen Konkurrenz. Armin Schwarz schickt seine Red Bull-Junioren Quirin Müller und den Österreicher Andreas Aigner in der Gruppe N an den Start.

Das Publikum kann die großen Stars an 74 ausgewiesenen Zuschauerpunkten bewundern. Das Wochenendticket kostet inklusive der Super Special-Prüfung in St. Wendel und dem Service-Platz am Bostalsee 60 Euro. Tageskarten sind für 15 Euro an den Prüfungen zu haben. An allen ADAC-Geschäftsstellen, Kiosken und Tankstellen der Region ist für fünf Euro das Programmheft mit allen wichtigen Informationen und Karten-Material erhältlich. Auf dem Viehmarkt-Platz in Trier steigt vom 25.-28. August jeden Abend eine große Rallye-Party mit Live-Bands und Grundversorgung durch sieben Brauereien.

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