Vorschau Rallye Großbritannien

Warten auf McRae

Foto: McKlein

Die internationale Rallye-Gemeinde erwartet mit Spannung den Auftritt des Schotten Colin McRae im Skoda Fabia bei der Rallye GB in Wales (15.-18.9.). Die Favoriten auf den Sieg in Cardiff sind jedoch andere.

"Allein die öffentliche Aufmerksamkeit beweist, dass wir die richtige Fahrerwahl getroffen haben", sagt Skodas Sportchef Martin Mühlmeier. Der 37-jährige Schotte testete nach eineinhalb Jahren WM-Pause drei Tage in walisischen Wäldern, um sich auf den Fabia einzuschießen.

Trotz aller Freude über das Comeback sind McRae die ständigen Misserfolge des Teams nicht entgangen, dementsprechend tief stapelt der Ex-Weltmeister: "Ich denke, wir sind schnell genug, um unter die besten Zehn fahren zu können." Schnelle WP-Zeiten kündigte McRae sicherheitshalber erst für den letzten Rallyetag an.

McRaes Verpflichtung ist ein Spiel mit dem Feuer. Einerseits erhöhen sich die Chancen auf ein dringend erwartetes gutes Ergebnis, andererseits geraten damit auch die ständigen technischen und organisatorischen Probleme des Teams mehr in den Focus. Nach seiner Rücktrittsankündigung spielt zumindest Armin Schwarz in Wales ganz locker auf. "Ich werde schneller sein", ist sein Kommentar zum Auftritt von McRae.

Petter Solberg: "So ein Quatsch"

Subaru-Ass Petter Solberg kann über die Tiefstapelei von McRae nur lachen: "Das ist doch Quatsch. Er spielt damit bloß die Erwartungen herunter. Er wird hier sehr gut aussehen." Was die eigenen Aussichten angeht, ist der Norweger sich nicht sicher. Er gewann die letzten drei Ausgaben des britischen WM-Laufes in Folge, "doch da war es immer nass und matschig. Wenn es wieder so wird, haben wir gute Chanden. Ist es trockener, wird es schwierig."

An Solbergs Nerven zerrt ein halbes Jahr ohne Siege, während Dauer-Rivale Sébastien Loeb im Citroën schon acht Erfolge auf dem Buckel hat. Der Franzose scheiterte in Cardiff zwei Mal nur sehr knapp. Sein erster Sieg auf britischem Boden ist nur eine Frage der Zeit. Und der Franzose hat mit dem souveränen Xsara WRC und zumindest auf trockenen Schotter-Pisten überlegenen Michelin-Reifen zudem die bessere Besohlung.

Peugeot muss angreifen

Frei aufgeigen darf Loeb auf den 17 Prüfungen nördlich der Städte Cardiff und Swansea dennoch nicht. Sportchef Fréquelin mahnt zur Vorsicht. Beim Kampf um die Marken-Wertung soll kein Ausfall riskiert werden. Mit sechs Zählern Rückstand muss dagegen Peugeot angreifen. Tatsächlich stehen die Chancen der großen PSA-Schwester auf den schnellen privaten Forstwegen nicht schlecht.

Wie der einzige Sieg in Finnland zeigte, liegen dem 307 WRC schnelle Schotter-Rallyes. Sowohl Marcus Grönholm als auch Markko Märtin haben in den vergangenen Jahren starke Vorstellungen in Wales abgeliefert. Mit einem Seitenhieb auf Märtin ließ Favorit Solberg unlängst verlauten: "Ich kann nicht verstehen, wie manche Fahrer mit ständigen vierten und fünften Plätzen zufrieden sein können." Markko Märtin ist exakt seiner Meinung.

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