Vorschau Rallye Italien

Matchball für Loeb

Foto: McKlein 24 Bilder

Citroën-Fahrer Sébastien Loeb kann sich beim 13. WM-Lauf in Italien (30.9.-3.10.) vorzeitig zum Weltmeister krönen. Im WM-Kampf geht der Beginn einer neuen Ära fast ein wenig unter: Erstmals findet der italienische WM-Lauf deit dem Ende der Rallye San Remo auf der Insel Sardinien statt.

Seit Beginn der Rallye-WM 1973 war 21 Jahre lang das mondäne norditalienische Küstennest San Remo der Dreh- und Angelpunkt des italienischen Weltmeisterschafts-Laufes. Wegen sportpolitischer, organisatorischer und finanzieller Querelen ist die Rallye San Remo begraben und das WM-Prädikat an den früheren Europameisterschafts-Lauf auf Sardinien übergegangen.

Damit wechselt die Rallye auch das Geläuf. Während in den letzten Jahren nur noch auf schmalen ligurischen Seealpen-Sträßchen und Asphalt um WM-Punkte gestritten wurde, wechselt der Rallye-Zirkus nun auf Schotter-Pfade.

Loeb braucht drei Punkte mehr als Solberg

Dem Tabellenführer ist es herzlich egal, auf welchem Untergrund gefahren wird. Er beherrscht jeden Untergrund. Holt er drei Punkte mehr als der amtierende Champion Petter Solberg, darf sich Loeb vorzeitig zum ersten französischen Weltmeister seit Didier Auriol (1994) krönen.

Beim Subaru-Team hat man trotz 28 Punkten Rückstand bei noch vier austehenden Rallyes die Hoffnung nnoch nicht aufgegeben. Solange wie mathematisch noch eine Chance haben, kämpfen wir", sagt Teammanager Luis Moya. Die Chancen stehen nicht schlecht: Die letzten beiden Schotter-Rallyes in Japan und Wales gingen an Solberg. "Ich habe ein gutes Gefühl", sagt der Noch-Weltmeister. Solberg hadert allerdings mit seiner zweiten Startposition, die ihn zum Straßenfeger für die Nachfolgenden macht. Doch Rivale Loeb als als Erster auf der Strecke das gleiche Problem.

Sainz und Märtin mit theoretischer Chance

"Was die Siegchancen angeht, bin ich skeptisch", sagt daher Sébastien Loeb. Wenn ich merke, dass es sicherer ist, eine gute Platzierung in den Punkten zu erzielen, werde ich kein unnötiges Risiko eingehen." Dass der Elsässer kühlen Kopf behält, hat er 2004 hinreichend bewiesen. Bei zwölf Rallyes blieb er nur einmal ohne Punkte. Er gewann fünf Mal, bescheidete sich aber in der zweiten Saisonhälfte schon vier Mal mit zweiten Rängen.

Allerdings hat Loeb noch eine Rechnung mit Solberg offen. Wegen eines Reifenschadens musste der Citroën-Mann dem Subaru-Lenker beim vergangenen WN-Lauf in Wales auf der letzten Prüfung noch den Sieg überlassen. Mit 33, beziehungsweise 37 Punkten Rückstand haben Ford-Mann Markko Märtin und Citroën-Kollege Carlos Sainz noch mehr als Solberg nur theoretische WM-Chancen.

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