Vorschau Rallye Japan

Die Stunde Null

Foto: McKlein

Zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall von Michael Park versucht die Rallye-WM, zur Normalität zurückzukehren. Sébastien Loeb kann in Japan (29.9-2.10.) seinen zweiten Titel unter Dach und Fach bringen.

Zum Gedenken an den in Wales am 18. September tödlich verunglückten Michael Park wird der Veranstalter in Japan die Rallye am Donnerstagabend mit auf Halbmast gesenkten Flaggen beginnen. Beim Abspielen der Nationalhymne werden die Flaggen vor dem Start des ersten Autos gestrichen. "Viele Menschen, die hier arbeiten und Anhänger dieses Sports würden gerne einen Moment haben, um sich an Michael Park zu erinnern", sagt Streckenchef Makita Ryuhi.

Die Autos haben sich seit dem schweren Unfall von Markko Märtin nicht geändert, und die Bäume sind auch in Japan stabil, dennoch versuchen die Protagonisten des Sports zur Normalität zurückzukehren. Märtin fehlt in Japan, Peugeot lässt ihn durch den Schweden Daniel Carlsson vertreten.

Loeb: "Muss nicht gewinnen"

"Mein Ziel ist der Titel. Ich muss nicht unbedingt gewinnen", sagt Tabellenführer Sébastien Loeb. Mit 99 Punkten hat Loeb 34 Zähler Vorsprung auf Petter Solberg und 38 auf Marcus Grönholm. Bei 40 noch zu vergebenden Punkten reicht Loeb ein dritter Platz zur Titelverteidigung.

Selbst wenn Solberg die ausstehenden vier Läufe gewinnt, und Loeb immer ausfiele, könnte der Norweger lediglich einen Punkte-Gleichstand erzielen. Er würde dennoch verlieren, denn Loeb hätte mehr Siege als Solberg. Die Titelchancen von Marcus Grönholm sind ohnehin eher theoretisch. Der Finne in Peugeot-Diensten hat die WM bereits zur Jahresmitte abgeschrieben.

Peugeot resigniert

Für Peugeot wird es schwer, in Japan wieder in Tritt zu kommen. Ausgerechnet als man dachte, das Sorgenkind 307 WRC endlich im Griff zu haben, passierte Märtins schwerer Unfall. Auch die Prüfungen in Japan sind schnell, das Wetter wechselhaft. Der Rückstand auf die Konzernschwester Citroën liegt bei 20 Punkten. Kaum jemand im Team glaubt noch an die Wende vor dem Ausstieg zum Jahresende.

Ein schwerer Gang wird Japan auch für Skoda. Im Oktober steht die Vorstandssitzung an, bei der über Sein oder Nichtsein des Sportprogramms entschieden wird. Zwar hat das Team von Martin Mühlmeier in Wales erstmals ein Ergebnis unter den Top Acht erzielt, doch Colin McRaes siebter Rang resultiert lediglich aus dem Unglück der Peugeot-Mannschaft.

Mit Mikko Hirvonen kommt neben Armin Schwarz bereits der siebte Fahrer zum Zuge. Der Finne empfahl sich zuletzt mit starken Leistungen in einem privat eingesetzten Ford. Hirvonen testete 800 Kilometer im Fabia. "Ich kann die Rallye kaum erwarten", sagt er.

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