Vorschau Rallye Japan

Loeb vor dem Titel

Foto: McKlein 66 Bilder

In Japan kann Titelverteidiger Sebastien Loeb zum fünften Mal Weltmeister werden. Selbst wenn Ford-Konkurrent Mikko Hirvonen die beiden abschließenden Saisonläufe gewinnen würde, würde Loeb ein Dritter Platz reichen um erneut den Titel zu erobern.

Nach dem Asphalt-Doppelschlag in Spanien und auf Korsika dürfen die finnischen Ford-Werkspiloten Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala in Japan (31.10. bis 2.11.) endlich wieder auf den vertrauten Schotter-Untergrund. Vor allzu viel Optimismus sei allerdings gewarnt: Schon sechs Mal konnte Loeb dieses Jahr eine Rallye auf dem losen Untergrund gewinnen, darunter auch das Auswärtsspiel in Finnland.

„Nach unserem Test vergangene Woche ist es ein gutes Gefühl, wieder auf Schotter zurückzukehren“, machte sich Hirvonen Mut. „Ich komme nach Japan mit dem Ziel, wieder einmal einen WM-Lauf zu gewinnen. Das ist das einzige was ich versuchen kann, um die Meisterschaft offen zu halten.“ Zuletzt sah die Ford-Konkurrenz jedoch meist alt aus gegen den französischen Abo-Meister. Bei den letzten fünf Rallyes setzte es Niederlagen. Mitte Juni in der Türkei konnte Hirvonen zuletzt jubeln – die Älteren werden sich erinnern.

Kein Raum für Fehler

In Japan bleibt für Ford also nur zu hoffen, dass sich Loeb einen seiner seltenen Patzer leistet. Ein wenig Hoffnung gibt dabei die Rückschau auf das vergangene Jahr: Nachdem sich Loebs Copilot Daniel Elena bei Vorlesen der Pace-Notes vertan hatte, rutschte der Nummer-Eins-Citroën ins japanische Unterholz und Hirvonen gewann die Rallye. Solch ein Fehler war Elena in den zehn Jahren davor nie passiert.

Allerdings bieten die engen und rutschigen Wege in den Wäldern rund um Sapporo viele Möglichkeiten zum Ausfall. Das Griplevel auf dem losen Untergrund wird oft durch Nässe und altes Laub noch weiter reduziert, dichter Nebel am Morgen kann zudem zu Sichtbehinderungen führen. Die unzähligen Bäume lauern dicht an der Ideallinie auf Fahrfehler. Als Höhepunkt der ersten beiden Tage müssen die Piloten übrigens gleich zweimal auf die anderthalb Kilometer lange Super Special im 40.000 Zuschauer fassenden Sapporo Dome. Insgesamt warten 343 Wertungskilometer auf 29 Prüfungen auf die Piloten.

Optimismus bei Heimteams

Auch Subaru reist hochmotiviert nach Asien, um die enttäuschende Saison mit einem guten Ergebnis beim Heimspiel zu retten. Zuletzt herrschten verschiedene Meinungen über die Stärke des neuen Schrägheck-Imprezas. Einige sprechen bereits von einer Fehlkonstruktion, anderslautende Gerüchte sagen allerdings, dass der Neue bei Schotter-Tests einen Sprung nach vorne gemacht habe.

Ex-Weltmeister Petter Solberg sparte wie üblich nicht mit großen Ankündigungen: „Meine Botschaft an unsere japanischen Fans lautet: Bitte freut euch auf diese Rallye!“ Nach Angaben des Norwegers hat das Team zuletzt den Fokus auf die letzten beiden WM-Läufe auf Schotter gelegt. „Wie bei meinem Erfolg 2004 reise ich nach Japan und denke dabei nur an den Sieg der Rallye“, lautete Solbergs Kampfansage an die etablierten Teams. Man darf also gespannt sein, was aus der blau-gelben Wundertüte herauskommt.

Auch Suzuki muss sich am Wochenende vor heimischer Kulisse beweisen. Die beiden Asphalt-Auftritte behagten dem SX-4 WRC überhaupt nicht. „Ich freue mich, wieder auf Schotter fahren zu dürfen“, erklärte Per Gunnar Andersson. „Es ist mein Lieblingsbelag und ich denke, wir können hier ganz gut abschneiden.“ Auch wenn der Speed zuletzt nicht immer gepasst hat, konnten die Japaner wenigstens die Probleme mit der Zuverlässigkeit reduzieren. „Jetzt muss sich die harte Arbeit über das Jahr nur auszahlen“, hofft Andersson.

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