Vorschau Rallye Japan

Lokaltermin

Foto: McKlein

Zum ersten Mal in der 27-jährigen Geschichte der Rallye-WM machte sich der Tross auf nach Japan. Auf der Nordinsel Hokkaido, 260 Kilometer vom Wintersport-Ort Sapporo entfernt, befindet sich das Rallyezentrum in einer Ansiedlung namens Obihiro, gelegen in der Subpräfektur Tokachi.

Was die Anzahl der Starter angeht, so werden sich die Fans in Fernost mit einem Schmalspurprogramm begnügen müssen. Denn nur acht Werksautos, je zwei von Subaru, Citroen, Peugeot und Ford, stellen sich dem auf Schotter ausgetragenen Wettbewerb. Mitsubishi, einer der vermeintlichen Lokalmatadoren, hat sich eine Auszeit verordnet, die zur technischen Weiterentwicklung der Lancer WRC genutzt werden soll. Auch Skoda verzichtet auf den kostspieligen Trip in die Einöde Nippons.

Somit verbleibt nur ein japanischer Hersteller in der WM: Ob Subaru jedoch um den Sieg mitfahren kann, muss bezweifelt werden. Denn Weltmeister Petter Solberg fiel zuletzt mehr durch spektakuläre Unfälle als durch Spitzenplätze auf. Bei der Deutschland-Rallye vor knapp zwei Wochen zerknüllte der Norweger, der auf den schönen Spitznamen "Hollywood“ hört, seinen Impreza sehr gründlich. Beifahrer Phil Mills zog sich dabei Rückenverletzungen zu. "Ich fühle mich noch ein bisschen steif in den Bandscheiben, bin aber ansonsten fit“, meinte der Brite tapfer. Dann fügte er grimmig hinzu: "Ich muss den Jungs im Team danken, vor allem jenen Burschen, die den Sicherheitskäfig so solide geschweisst haben.“

Loeb auch in Japan Favorit

Als großer Favorit reist Sébastien Loeb nach Japan. Der Franzose hat mit seinem Citroen Xsara nicht weniger als fünf der bislang zehn WM-Läufe in diesem Jahr gewonnen. Dabei hat der Elsässer bewiesen, dass er nicht nur auf Asphalt zu den ganz Großen gehört. Loeb siegte nämlich auch in der Türkei und auf Zypern, wo wie in Japan auf Schotter gedriftet wird. In der WM führt Loeb mit 29 Punkten Vorsprung vor Ford-Mann Markko Märtin

Der wohl schärfste Konkurrent für Loeb beim Kampf um den Sieg ist wahrscheinlich Carlos Sainz. Der abgeklärte Spanier, der eigentlich zum Ende der Saison nach 16 Jahren in der WM zurücktreten wollte, schöpfte neue Energie aus seinem Sieg in Argentinien. Und gerade neue Rallyes sind die Spezialität des 42-Jährigen aus Madrid: Im Vorjahr gewann er zum Beispiel das erste WM-Gastspiel in der Türkei.

Bei Peugeot kommen wieder die beiden Finnen Marcus Grönholm und Harri Rovanperä zum Zuge. Die Asphaltspezialisten Cedric Robert und Freddy Loix, die zuletzt in Deutschland auf die Plätze fünf und sechs drifteten, müssen diesmal zuhause bleiben. Da Peugeot höchstens noch eine theoretische WM-Chancen besitzt, dürfen die Skandinavier ohne Rücksicht auf Punktestände und Verluste angreifen. "Die Devise heisst Sieg“, verlangt Sportchef Corrado Provera.

Ein wenig besonnener dürfte die Taktikvorgabe für die Ford-Fahrer Markko Märtin und Francois Duval lauten. Denn mit 29 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter haben die Focus-Fahrer durchaus noch Chancen darauf, dem Titelverteidiger aus Frankreich beim Kampf um die Marken-WM doch noch ein Bein zu stellen.

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