Rallye Korsika

Asphalt die Zweite

Foto: Mc Klein 52 Bilder

Nur eine Woche nach der Rallye Spanien trifft sich Rallye-Elite auf Korsika erneut zum Kräftemessen auf Asphalt. Im besten Fall kann Weltmeister Sebastien Loeb auf der Mittelmeerinsel schon seinen fünften WM-Titel klarmachen.

Für Ford-Chef Malcolm Wilson könnten es die zwei deprimierendsten Wochen des Jahres werden. Nur sieben Tage nach der herben Klatsche an der Costa Daurada muss die Focus-Armada erneut zum Asphalt-Duell gegen Dauersieger Loeb antreten. Auf Korsika konnte der Elsässer schon in den vergangenen drei Jahren triumphieren.

Am vierten Erfolg bei seiner Heimrallye kann sich Loeb wohl nur selbst hindern. Doch auf einen der seltenen Fehler des Abo-Siegers oder einen technischen Defekt sollten die Verfolger nicht hoffen. Deshalb heißt das erste Ziel Schadensbegrenzung: Wenn Loeb seinen Zwölf-Punkte-Vorsprung vor Hirvonen auf 20 Zähler ausbauen könnte, hätte er seinen fünften WM-Titel bereits sicher.

Belastung für Mensch und Material

Höchstens der Reifen-Faktor könnte für etwas Spannung sorgen. Die Rallye der tausend Kehren stellt die Einheitsgummis von Pirelli vor besondere Belastungen. Anders als noch in Spanien gibt es kaum lange Geraden, die Pneus sind auf den winkligen Bergstraßen ständig extremen Belastungen ausgesetzt. Erschwerend hinzu kommen noch der sehr raue Belag, der an einigen Stellen aufgebrochen ist, sowie das fehlende Mousse-System. Jede zu hart geschnittene Kurve kann so zum Plattfuß führen.

Hirvonen geht trotz seiner Außenseiterrolle mit guten Gefühlen an den Start: "Es ist hart, aber ich mag Korsika, weil es eine klassische Asphaltrallye ist, traditioneller als die anderen Veranstaltung auf festem Untergrund." Wie schon in Spanien wird Hirvonen vom Asphalt-Spezialisten Francois Duval im Ford-Werksteam unterstützt. Zur Vorbereitung konnte der Belgier hier schon vor der Rallye Spanien einen 300 Kilometer-Test fahren.

Kein Spielraum für Fehler

"Wenn man hier hart attackiert, kann das leicht zu Fehlern führen", schildert Duval seine Eindrücke. "Die schmalen Straßen sind so eng, dass es bei Fahrfehlern kaum Platz zur Korrektur gibt, bevor man irgendetwas trifft." Bei einer Gesamtdistanz von 359 Wertungskilometern stellt Korsika die Piloten auch physisch vor eine große Herausforderung. Die Kunst ist es, trotz der anstrengenden Kurbelei am Lenkrad jederzeit konzentriert zu bleiben.

Auch Subaru wird wieder versuchen, den neuen Impreza auf Asphalt zum Laufen zu bringen. In Spanien war dies nur mittelmäßig gelungen. Mit den beiden Top-Teams konnten die Blauen zu keiner Zeit mithalten. "Spanien und Korsika sind zwei komplett verschiedene Veranstaltungen", macht sich Ex-Weltmeister Petter Solberg Mut. Allerdings erwartet der Norweger keine Wunderdinge: "Wenn Du auf einer Rallye schnell bist, dann bist Du normalerweise auch auf der nächsten schnell und umgekehrt. Die Teams haben leider keine Zeit zwischen den beiden Veranstaltungen am Auto zu arbeiten."

Auch Suzuki steht besonders im Fokus. Vor einem Jahr gaben die Japaner an gleicher Stelle ihr WRC-Debüt. Seitdem hat sich das Team jedoch noch nicht einmal als regelmäßiger Punktekandidat etabliert. Neben dem fehlenden Speed führen immer wieder technischen Defekte zu Rückschlägen. Nach dem Nuller in Spanien lautet das Minimalziel ein paar Pünktchen für die Teamwertung.

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