Vorschau Rallye Spanien

Märtins Doppelpack?

Foto: McKlein

Zwei Wochen nach seinem Erfolg in Korsika macht sich Markko Märtin auf, auch in Katalonien die Konkurrenz abzuhängen. Der Este ist beim Abkürzungsfestival in Spanien der klare Favorit.

Auch wenn Ford mangels Geld seit einem halben Jahr kaum in die Weiterentwicklung des Focus WRC investiert hat, dürften Markko Märtin und Teamkollege Francois Duval das schnellste Auto für die spanischen Landstraßen haben. Der Focus produziert mit seinen ausladenden Flügeln mehr Abtrieb als die restlichen Sportgeräte. Da der spanische WM-Lauf schnellere und flüssigere Kurven bietet als die Mittelmeerinsel, kommt die überlegene Aerodynamik noch mehr zum Tragen.

Selbst Märtin, der sich sonst eher vorsichtig äußert, strotzt vor Selbstvertrauen: "Das ist meine bevorzugte Asphalt-Rallye. Unser Ergebnis in Korsika hat bewiesen, dass wir auf Asphalt das schnellste Auto haben." Sollte Märtin technische Probleme haben, könnte Francois Duval zu seinem ersten WM-Sieg kommen.

Freies Blasen für die Citroën-Fahrer

Da Peugeot-Star Marcus Grönholm Spanien nicht besonders mag (Die Peugeot-Kollegen Loix und Robert sind ohnehin nicht stark genug) und Petter Solberg im Subaru mit seinen Pirelli-Reifen kaum konkurrenzfähig sein dürfte bleibt als ernsthafter Ford-Gegner nur Citroën übrig.

Dort hat Sportchef Guy Fréquelin nach der Einfuhr beider WM-Titel freies Blasen für Sébastien Loeb und Carlos Sainz angekündigt. "Ich habe hier letztes Jahr schon fast gewonnen", warnt der frischgebackene Weltmeister. Den größten Jubel dürfte aber Sainz einfahren. Er gibt nach 16 Jahren Rallye-WM seine letzte Vorstellung im Heimatland, ist aber nicht allzu optimistisch: "Mein Heimspiel war bisher nicht gerade meine erfolgreichste Rallye, ich weiß auch nicht warum."

Wer hinten startet, hat keine Chance.

Seinen größten Erfolg feierte Armin Schwarz in Katalonien, wo er 1991 seinen bisher einzigen WM-Sieg errang. Der Oberreichenbacher hofft nach seinem achten Rang in Korsika auf ein besseres Ergebnis. Für Skoda ist Spanien der letzte Testeinsatz vor der Saison 2005.

"Ich freue mich immer auf diese Rallye. Die Leute sind sehr nett, die Athmosphäre ist toll. Die Strecken sind komplett anders als auf Korsika, denn man schneidet die Kurven", sagt Schwarz. Genau diese Abkürzungen sind für viele der Stein des Anstoßes in Spanien. Die Fahrer räubern mangels fester Hindernisse nach Herzenslust durch die Straßengräben. Die ersten Teilnehmer schaufeln den folgenden so viel Dreck auf den Asphalt, dass sich das Hinterfeld fast bei einer Schotter-Rallye wähnt. Wer hinten startet, kann gute Zeiten vergessen.

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