Vorschau Rallye Spanien

Spaßvogel Solberg

Foto: McKlein

Subaru brennt auf einen Erfolg in Katalonien. Nach erfolgreichen Testfahrten ist aus dem Lager der Blauen vor der Rallye Catalunya (24.-26.3.) lautes Kriegsgeheul zu hören. Doch allzu ernst nimmt sich Speerspitze Petter Solberg selbst nicht, denn der Favorit heißt eindeutig Sébastien Loeb.

"Ein perfektes Ergebnis bei der Rallye wäre ein Platz auf dem Podium mit Marcus Grönholm und Sébastien Loeb hinter mir", sagt Petter Solberg. Doch Solberg hat nicht gänzlich seinen Realitätssinn verloren: "Das Ziel wird nicht einfach zu erreichen sein, da die beiden meine stärksten Rivalen sind."

Die scherzhafte Ansage des Norwegers basiert auf den jüngsten Testfahrten des Subaru-Teams, bei dem das Wort "große Fortschritte" gern gebraucht wird. Asphaltspezialist und Teamkollege Stéphane Sarrazin ist der Meinung, der Subaru sei gut genug, um aufs Podium zu fahren. Wie immer wird die Vorstellung von Subaru auf Asphalt sehr von der Qualität der Pirelli-Reifen abhängen, die in den vergangenen Jahren auf trockener Bahn gegen die Michelin chancenlos waren.

Zudem kann niemand einschätzen, wie stark der neue Ford Focus von Marcus Grönholm und der technische eingebremste Citroën Xsara von Sébastien Loeb auf den flüssigen Asphaltstraßen in der Weinregion rund um Tarragona einzuschätzen sind. Monte Carlo-Sieger Grönholm hat bewiesen, dass er und der Ford auf Asphalt zu den siegfähigen Kandidaten zählen, doch der Finne kann den spanischen WM-Lauf nicht besonders leiden.

Sébastien Loeb: "Maximale Punkte"

Das extreme Abschneiden in den Kurvenscheitelpunkten liegt Grönholm nicht und ist ein klarer Nachteil für die hinteren Starter, denen die Vorderleute reichlich Dreck auf die Fahrbahn schaufeln. "Ich muss eine der nächsten beiden Rallyes gewinnen, um eine gute Position im WM-Kampf zu behalten", sagt Grönholm und setzt sich damit schwer unter Druck, denn auch der nächste WM-Lauf auf Korsika ist klares Citroën-Territorium.

Sébastien Loeb ist sich sicher, dass sein Citroën Xsara auf Asphalt nach wie vor ein Top-Sportgerät ist. Entgegen seiner sonst eher bescheidenen Art sagt der Vorjahressieger klipp und klar: "Wir sollten hier maximale Punkte holen."

Interressant dürfte der Kampf um die Plätze werden. Nach einer Pause in Mexiko tritt das Red Bull-Skoda-Team wieder an. Während Andreas Aigner vor allem Erfahrung sammeln soll, ruhen die Hoffnungen auf dem sechsmaligen WM-Lauf-Sieger Gilles Panizzi, der nach Testfahrten mit verbesserter Fahrwerks- und Differenzial-Abstimmung antritt. Das gleiche gilt für Francois Duval, der mit einem weiteren Skoda Fabia erstmals seit der Rallye Monte Carlo wieder ins Lenkrad greift.

Endlich wieder deutsche Beteiligung

Ein Kandidat für eine gute Platzierung ist auch der WM-Dritte Manfred Stohl im OMV-Peugeot. Doch der Österreicher erhielt einen kleinen Dämpfer, als er bei Testfahrten eine Woche vor der Rallye heftig abflog. Ansprüche auf vordere Ränge erhebt auch die finnische Nachwuchsfraktion: Der 25-jährige Mikko Hirvonen holte sich mit einem dritten Rang 2005 in Spanien sein bestes WM-Resultat. Nach einigen Ausflügen im Gruppe N-Subaru versucht sich auch Landmann Jari-Matti Latvala wieder im WRC. Er steuert neben Matthew Wilson den zweiten Vorjahres-Focus des Stobart-Teams.

Unbedingt beachtenswert auf den 16 Prüfungen mit 346 Kilometern ist die eingeborene Fraktion. Dani Sola startet mit einem Citroën Xsara und hat damit ein exzellentes Gerät. Allerdings ist der ehemalige Junior-Champion auch immer gut für einen heftigen Abgang. Der Spanier Xavier Pons holte sich im Vorjahr Rang vier und hat mit dem zweiten Kronos-Citroën ebenso Topmaterial wie Junior-Weltmeister Daniel Sordo, der seine Titelverteidigung in der 1600er-Klasse zugunsten weiterer WRC-Starts opfert.

Dafür gibt es in der Junior-WM erstmals seit langer Zeit wieder deutsche Beteiligung. Aaron Burkart startet auf einem Citroën C2 des OMV-Junior-Teams. Der Deutsche weiß, wie hoch dir Trauben in der Weltmeisterschaft hängen, kündigt aber an: "Ich will nicht nur WM-Tourist sein."

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