Zoff um Copiloten

Foto: FIA

Eine neue FIA-Regel bringt die Beifahrer auf die Palme. Zur besseren Lesbarkeit der Fahrernamen müssen die Namen der Copiloten von den Autos verschwinden.

Das Reglement legt seit der rallye Monte Carlo genau fest, in welcher Schrift und Buchstabengröße die Namen der Fahrer auf den hinteren Seitenfenstern der Autos zu sehen sein müssen. Dazu prangt eine orangefarbene Startnummer und die Landesflagge des Fahrers auf der Scheibe. Grund ist die angeblich bessere Identifizierung der Autos im Fernsehen, die Folge sind beleidigte Copiloten.

"So ein Mist" schimpfte Timo Rautiainen, während sein Schwager und Lenker Markus Grönholm ironisch fabulierte: "Ich fahre die Monte allein. Das spart Gewicht, und hier kenne ich ohnehin alles auswendig." Michael Park, der dem Monte-Zweiten Markko Märtin den Weg weist, räumt zwar ein, dass die Fahrer die Stars seien, klagt aber über die Schwächung des Teamgedankens: "Besonders schade ist es bei einer Rallye wie der Monte, wo es bei Eis und Nebel stark auf die Zusammenarbeit zwischen Fahrer, Beifahrer und Eisspionen ankam."

Daniel Elena: "Warum soll ich da hingehen?"

Daniel Elena, Copilot des viel umjubelten Monte-Siegers Sébastien Loeb fehlt nicht nur sein Namenszug, er hätte auch gern die Flagge seines Geburtslandes Monaco auf dem Citroën. Der Monegasse weigerte sich zunächst, zum offiziellen Gruppenfoto aller Werks-Teams anzutreten. "Wenn wir Beifahrer nicht wichtig sind, warum soll ich dann da hingehen?" fragte er. Schließlich überredete ihn die Teamleitung, einen Eklat zu vermeiden.

"Die Beifahrer kommen einfach nicht mehr vor", beschwerte sich auch Stéphane Prevot, der rechts neben Ford-Junior Francois Duval sitzt. Die Ford-Teamleitung wagte wie auch die der anderen Werksteams nicht, sich dem neuen Reglement zu widersetzen. Allenfalls ein klein gedruckter Aufkleber wies bei einigen Autos auf den vorderen Kotflügeln noch auf die vollständige Besatzung hin.

Max Mosley: "IThema noch einmal ansprechen"

Einzig Subaru-Neuzugang Mikko Hirvonen leistete Widerstand. Der Namenszug seines Beifahrers Jarmo Lehtinen prangte in ebenso großen Lettern auf dem Seitenfenster wie sein eigener.

Der in Monaco weilende FIA-Präsident wusch, auf das Thema angesprochen, seine Hände in Unschuld. Er wisse nichts von der neuen Richtlinie und wolle das Thema bei der nächsten Weltratssitzung ansprechen. Die ist für den 24. März angesetzt, bei den WM-Rallyes in Schweden und Mexiko bleiben die Beifahrer auf den Autos also weiterhin unsichtbar.

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