Sachsen Classic 2018

Rallye-Lehrgang am Sachsenring

Foto: Michael Rassinger 31 Bilder

Rallyefahren kann man auch auf einer Rennstrecke lernen. Mehr als 120 Teilnehmer übten am Vortag der Sachsen Classic 2018 die Kunst der Gleichmäßigkeitsrallye am Sachsenring.

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Als die Theoriestunde des Rallye-Lehrgangs im Fahrsicherheitszentrum am Sachsenring beginnt, ist der Saal mit rund 120 Teilnehmern gut gefüllt. Nach der Begrüßung durch Ruben Zeltner, Geschäftsführer des Sachsenrings, führen Birgit Priemer, Chefredakteurin von auto motor und sport, und Harald Koepke, Organisationsleiter der Classic Rallyes, in den Oldtimer-Rallyesport ein.

Von Chinesenzeichen und Prüfungen

Begriffe wie Chinesenzeichen, Gebetsbuch, verschachtelte Wertungsprüfungen oder Sanduhrklasse prasseln auf die Teilnehmer ein und müssen verdaut werden. Die Rallyelehrer gehen auf die wichtigen Details ein und vermitteln mit Witz und Kompetenz die Feinheiten und Geheimnisse der Oldtimerrallye im Allgemeinen und der Sachsen Classic im Besonderen. Harald Koepke empfiehlt unter anderem, die Seiten das Roadbooks vorher auf Vollständigkeit zu prüfen, um Missverständnisse zu vermeiden: „Wenn Sie eine halbe Stunde kein anderes Auto mehr gesehen haben, sollten Sie nochmal ins Roadbook schauen.“ Auch die Bordkarte, der wichtigste Nachweis über die zurückgelegte Strecke, sollte nicht im Hotel gelassen und immer bei sich geführt werden. Rechnen ist ebenfalls wichtig, denn 220 Minuten sind nicht 2 Stunden und 20 Minuten. Andernfalls hätte man ein ziemlich flottes Tempo vorzulegen. Proteste bei einer Rallye können passieren, schließlich sind alle nur Menschen. Birgit Priemer bemerkte aber, dass bei der Mille Miglia neuerdings jeder Einspruch 250 Euro Bearbeitungsgebühr koste. Seitdem habe sich die Zahl der Proteste deutlich verringert.

Von der Theorie in die Praxis

Als die Neulinge das Fahrsicherheitszentrum verlassen, sind sie erleichtert – so schwierig, wie es sich zu Beginn dargestellt hat, ist es nach dem Lehrgang nicht mehr. Fragen wurden beantwortet – der Nebel lichtet sich, denn jetzt beginnt der Spaß des Rallye-Lehrgangs. Nach dem Theorieunterricht dürfen die Teilnehmer auf dem Sachsenring das Gelernte in die Praxis umsetzen. Schlauch- und Lichtschranken-Wertungsprüfungen sind aufgebaut. Nur Fahren sei schließlich nicht genug, wie Harald Koepke feststellt: „Darum hat der Rallye-Herrgott die Wertungsprüfungen erfunden.“

Bei der Sachsen Classic werden zwei Arten der Zeitmessung eingesetzt: Die Schlauchmessung und die Lichtschrankenmessung. Bei der ersten wird die Stoppuhr beim Überfahren eines Luftschlauches ausgelöst und gestoppt. Dabei erhalten die Teams beim Überrollen eine Rückmeldung, die bei der Lichtschrankenmessung fehlt. Wenn bei dieser Messung die Front des Fahrzeugs die Lichtschranke durchbricht, zählt die Uhr – und der Beifahrer muss die Stoppuhren bedienen.

Spaß auf dem Sachsenring

In mehreren Gruppen geht es dann auf den 3,671 Kilometer langen Sachsenring. Eine Prüfung lautet: 50 Meter in 10 Sekunden absolvieren. Das Mess-Equipment der Zeitmesser ist gnadenlos, es wird auch bei Rallyemeisterschaften eingesetzt: Jetzt geht es um Hundertstelsekunden. Fortschritte sind aber schnell zu sehen. Während bei den ersten Versuchen die Abweichung oft noch im Sekundenbereich liegt, schrumpft sie bei den weiteren Versuchen. Am Ende steht meist eine 10 vor dem Komma.
 
Zwischen den Prüfungen können die Teilnehmer den Sachsenring genießen. Mit ordentlich Druck durch das Omega beschleunigen und auf der Geraden richtig Vollgas geben: Der Spaß ist garantiert. Nach 40 Minuten Praxis sind die Neulinge bestens gerüstet für die erste Etappe, die am 23. August von Zwickau über die Steile Wand von Meerane zum Sachsenring und wieder zurück nach Zwickau zum Hauptmarkt führt.
 
 

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