Mercedes C-Klasse

Die Rostprobleme der Mercedes C-Klasse

Mercedes Foto: Jeske, Schmid 9 Bilder

Korrosion plagt viele Besitzer von C-Klasse-Modellen der Jahrgänge 2000 bis 2003. Mercedes bietet nach eigener Aussage umfassende Kulanz und will den Rostschutz massiv verbessert haben.

Aus Fehlern wird man klug, heißt es. Leider stimmt das nicht immer, sonst wäre Rost bei Autos längst kein Thema mehr. Denn heute wissen die Ingenieure sehr genau, was ihre Vorgänger in den siebziger Jahren beim Korrosionsschutz alles falsch gemacht haben. Und dennoch rosten auch moderne Autos, selbst bei Mercedes. Noch ist das Rost-Desaster der von 1995 bis 2002 gebauten E-Klasse kaum abgeschlossen, da gammelt es bei Mercedes schon wieder.

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So gibt es bei C-Klasse-Modellen, die zwischen 2000 und 2003 in der Ära Schrempp/Hubbert vom Band liefen, Beanstandungen. Die auto motor und sport-Leser berichten in ihren Briefen an die Redaktion von den verschiedensten Bereichen, an denen sich Rost im Blech verbeißt. Vor allem die Unterkanten der Türen entpuppen sich häufig als Problem, zumal dort erste Korrosionsspuren auch nicht sofort ins Auge fallen. Dabei scheint es übrigens keine Rolle zu spielen, ob es sich um Autos mit Garagenstellplatz oder um Wagen von Laternen-Parkern handelt.

Viele Roststellen, viele Ursachen

Motorhauben und Heckdeckel liegen dagegen eher im Sichtbereich, und auch hier können die Kanten betroffen sein. An den Radläufen vorn wie hinten besteht ebenfalls Korrosionsgefahr. In einzelnen Fällen sind auch der Schiebedachfalz und der -rahmen betroffen. Sehr selten bildet sich zudem Rost in der Tankmulde, und ein Leser berichtet sogar, dass ihm der Halter seiner Zusatzheizung abgerostet ist. Die vielen verschiedenen Stellen scheinen auf unterschiedlich gelagerte Probleme hinzudeuten.

Offensichtlich ist jedoch, dass der Basis-Rostschutz, also ein perfekter Lackaufbau mit all seinen Primern und Farbschichten, zwischen 2000 und 2003 nicht optimal ausgeführt wurde. Denn natürlich hat Mercedes wie andere Hersteller auch versucht, in diesem Bereich Kosten und Nutzen in ein perfektes Verhältnis zu setzen. Anders gesagt: Um zu sparen wurde ein gerade noch funktionierendes Minimal-Rostschutzprogramm aufgelegt. Ohne Erfolg, wie sich heute zeigt.

Am Rostschutz zuviel gespart

So hat auch Mercedes früh erkannt, dass hier an der falschen Stelle gespart wurde: Mit der Modellpflege der C-Klasse zum Januar 2003 wurde die Karosserie vollverzinkt, der Einsatz von Schutzwachsen verstärkt und im Mai desselben Jahres auf eine Tauchbadlackierung mit einem verbesserten Lack umgestellt. Dass die Rostprobleme danach immer noch nicht zu 100 Prozent gelöst waren, zeigen nicht nur auto motor und sport-Bilder von einem Leserfahrzeug, dessen verzinkte Karosserie im Heckbereich leichte Korrosion aufweist.

2004 sah sich Mercedes außerdem genötigt, am Schiebedach den Bereich um die Ablaufrohre zusätzlich zu verzinken. Bei der A-Klasse, die von Anfang 2004 bis Mitte 2006 von korrodierenden Türen ebenfalls nicht verschont blieb, konnte man das Problem schneller lösen, indem der Lackierprozess geändert wurde.

Rostige Bauteile werden bei Bedarf getauscht

Die Zuschriften der auto motor und sport-Leser beweisen jedoch nicht nur, dass Mercedes Rostprobleme hat; sie zeigen auch, dass der Hersteller damit überwiegend zur Zufriedenheit der Kunden umzugehen weiß. Neben den üblichen Garantien – Mercedes gab seinerzeit bereits 30 Jahre gegen Durchrostung – soll bei von Rost betroffenen C-Klasse-Modellen individuell geholfen werden. Je nachdem wie der Fall gelagert ist, werden betroffene Stellen entrostet oder Türen und Hauben gegen Neuteile ausgetauscht.

Die Mercedes-Fahrer sind mit der Kulanz fast einhellig zufrieden, was jedoch nichts an ihrer ebenso einhelligen Meinung darüber ändert, dass ein Mercedes erst gar nicht rosten darf. Viele von ihnen fahren nämlich schon seit etlichen Jahren die Marke mit dem Stern und erwarten, dass die Ingenieure eigentlich aus vergangenen Fehlern hätten lernen müssen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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