Rechtstipps für den Winter

Rechte und Pflichten für Autofahrer

Rechtstipps für den Winter Foto: iStock 3 Bilder

Wenn der Winter über uns hereinbricht, gelten spezielle Regeln im Straßenverkehr. Worauf sich Autofahrer einstellen müssen, sagen wir Ihnen hier.

Wer haftet für Schäden?

Bei Beschädigungen durch Streugut geht dies auf das Konto des Halters des Streuwagens. Problematisch ist aber, dass dessen Verschulden nachgewiesen werden muss. Wenn ein vorbeifahrender Wagen Splitt hochschleudert und ein anderes Auto beschädigt, ist dies als unabwendbares Ereignis einzustufen. Eisplatten, die von Lkw geschleudert werden und Fahrzeuge demolieren, hat der Lkw-Fahrer zu verantworten. Er haftet in solchen Fällen, weil er seinen Lkw nicht ordnungsgemäß vom Eis gesäubert hat. Für herabstürzende Eiszapfen oder Dachlawinen haftet nicht automatisch der Hausbesitzer, Verwalter oder Mieter. Autofahrern, die die Gefahr in schneereichen Gegenden kennen und ihren Wagen dennoch unter einem Dachrand abstellen, von dem Lawinengefahr droht, wird häufig Mitschuld angelastet.

Wissenswertes über Schneeketten

In vielen Alpenregionen besteht Schneekettenpflicht. Wer in Deutschland dagegen verstößt, dem droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro. 40 Euro und ein Punkt werden fällig, wenn es wegen unangemessener Ausrüstung zu Behinderungen anderer Verkehrsteilnehmer kommt. Wird das Verwenden von Schneeketten per Verkehrsschild angeordnet, gilt dies auch für Fahrzeuge mit Allradantrieb. Die Ketten müssen mindestens an beiden Rädern einer Antriebsachse angelegt werden. Mit Schneeketten darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. In Österreich kostet ein Verstoß gegen die Kettenpflicht 35 Euro, bei Gefährdung sogar bis zu 5.000 Euro.

Erhöhte Sorgfaltspflicht

Zugeschneite Verkehrszeichen sind unwirksam, aber es gibt Ausnahmen: Vorfahrts- und Stoppschilder sind nämlich an ihrer Form zu erkennen. Zudem wird von Ortskundigen erwartet, dass sie die örtliche Beschilderung kennen. Autofahrer, die nur ein kleines Guckloch in die vereiste Frontscheibe kratzen und deshalb in der Sicht behindert sind, riskieren mindestens 10 Euro Verwarnungsgeld. Auch Kennzeichen, Rückleuchten, Scheinwerfer, Blinker sowie Heck- und Seitenscheiben müssen von Schnee und Eis gesäubert werden. Bei Sichtbehinderung durch Schneefall oder Regen muss das Abblendlicht einge- schaltet werden. Wer dies missachtet, muss innerorts mit bis zu 35 Euro Strafe rechnen, außerorts drohen 40 Euro und drei Punkte. Bußgeld gibt es auch, wenn die Scheibenwaschanlage nicht mit Frostschutz befüllt ist.

Winterdienst hat Vorfahrt

Die Straßenverkehrsordnung gesteht Räumfahrzeugen Sonderrechte zu: Der Fahrer eines langsamen Schneepflugs auf der Autobahnspur ist nicht für Auffahrunfälle verantwortlich zu machen. Es gilt: Beim Fahren hinter Streuwagen oder Schneepflügen ist immer Abstand zu halten. Es darf nur überholt werden, wenn es der Straßenzustand erlaubt und es gefahrlos möglich ist.

Räumen und Streuen

Es wird erwartet, dass man sich auf winterliche Verhältnisse einstellt. Sie können nicht darauf zählen, dass alle Straßen geräumt und gestreut sind. Innerorts muss die Kommune bei Eis- und Schneeglätte an wichtigen und gefährlichen Stellen für freie Straßen sorgen. Gleiches gilt für belebte Fußgängerwege und wichtige Übergänge an Kreuzungen. Außerhalb geschlossener Ortschaften besteht nur an gefährlichen Stellen eine Räum- und Streupflicht.

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