Red Bull Racing (Formel 1)

Logo Aston Martin Red Bull Racing Foto: Red Bull

Als Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz im November 2004 das finanziell angeschlagene Jaguar-Team übernahm, dachten viele zunächst an einen Marketing-Gag. Mittlerweile ist der Konkurrenz das Lachen vergangen. Zwischen 2010 und 2013 sammelte Red Bull 4 WM-Titel in Serie.

Red Bull tat sich vor der Übernahme von Jaguar bereits als Sponsor des Sauber-Teams hervor. Seit 2005 ist man auf dem eigenen Auto quasi der Hauptsponsor. Mit David Coulthard wurde im ersten Jahr gleich ein erfahrener Pilot verpflichtet. Das Cosworth V10 Aggregat im Heck des Red Bull-Renners bot ausreichend Leistung. Wegen der schlechten Aerodynamik des Jaguar-Vorgängermodells ging man trotzdem ohne große Erwartungen in die Premierensaison.

So konnte der Formel 1-Einstieg von Red Bull mit 34 Punkten und einem siebten Rang unter den Konstrukteuren fast schon als großer Erfolg verbucht werden. Coulthard brachte alleine bei neun der ersten 19 Rennen Zähler auf das Konto und stellte eine Teamkollegen Christian Klien und Vitantonio Liuzzi, die sich das zweite Cockpit teilten, deutlich in den Schatten.

2006 kommt Adrian Newey zu Red Bull

Vom guten Start beflügelt wollte Teamboss Christian Horner 2006 richtig angreifen. Mit Stardesigner Adrian Newey wurde einer der bekanntesten Entwickler von McLaren abgeworben. Mit Ferrari kam ein neuer Motorenpartner. Zwar sorgte Coulthard mit seinem dritten Platz ausgerechnet beim Prestige-Grand Prix in Monaco für den ersten Podiumsplatz des jungen Teams, mit nur 16 Punkten blieb der weitere Aufwärtstrend in der zweiten Saison allerdings aus.

2007 wurde mit Renault der dritte Motorenlieferant in drei Jahren vorgestellt. Zudem wurde mit Mark Webber ein neuer, erfahrener Teamkollege für Coulthard verpflichtet. Der Autralier sorgte in seiner ersten Saison auch gleich für einen weiteren Podiumsbesuch. Mit Platz fünf in der Teamwertung erreichte Red Bull die bis dato beste Platzierung der Teamgeschichte. Der ganz große Durchbruch blieb allerdings immer noch aus.

Für die Saison 2008 hatte Designer Adrian Newey eine revolutionäre Idee. Die Motorabdeckung wurde in Form einer Finne bis kurz vor den Heckflügel verlängert. Mit dieser Aufsehen erregenden Konstruktion konnte Webber in sechs der ersten acht Rennen in die Punkte fahren. In der zweiten Saisonhälfte ließen die Erfolge allerdings nach. Vor allem das Leistungsdefizit des Renault-Motors machte sich bemerkbar. Am Ende wurde das große Red Bull-Team sogar vom kleinen Schwesterteam Toro Rosso abgehängt.

Mit Vettel kommt der Erfolg zu Red Bull

Vor der Saison 2009 verpflichtete Red Bull Sebastian Vettel für den zurückgetretenen David Coulthard. Mit dem jungen Deutschen holte man sich auch endlich den Erfolg ins Team. Konstrukteur Adrian Newey gelang mit dem RB5 ein großer Wurf, der am Ende nur vom Brawn GP 001 geschlagen wurde. Vettel wurde in der Fahrerwertung Vizeweltmeister, das Team erreichte im Konstrukteurspokal ebenfalls Rang zwei. Mit den ersten sechs Siegen feierte das Team weitere Meilensteine.

Wer dachte, dass es nach dem Erfolg des Vorjahres für Red Bull kaum noch weiter nach oben gehen könnte, der wurde 2010 getäuscht. In einem dramatischen Finale in Abu Dhabi sicherte sich Sebastian Vettel den Fahrer-Weltmeistertitel. Schon ein Rennen zuvor feierte Red Bull die Meisterschaft im Konstrukteurspokal. Adrian Newey hatte klar das schnellste Auto im Feld gebaut. Nur wegen zahlreicher Crashs und Defekte blieb die WM bis zum letzten Rennen offen.

Totale Red Bull-Dominanz 2011

In der Saison 2011 leistete man sich keine Ausrutscher mehr. Vettel ließ der Konkurrenz von Beginn an keine Chance. In 19 Rennen standen die Red Bull-Piloten 18 Mal auf der Pole Position. Mit 13 Siegen dominierten die Bullen auch die Teamwertung. Der RB7 überzeugte durch Speed und Zuverlässigkeit. Den ersten Ausfall des Jahres gab es erst beim 14. Rennen in Monza durch einen Fahrfehler von Mark Webber.

Außerhalb der Rennstrecke machte sich der neue Platzhirsch aber keine Freunde. Hinter vorgehaltener Hand äußerte die Konkurrenz Vermutungen, dass sich das Vettel-Team nicht an vereinbarte Budget-Limits hält. Zudem stellte sich Red Bull bei Diskussionen über Technik und Finanzen immer wieder quer. Mit dem Ausstieg aus der FOTA Ende 2011 warf man den anderen Rennställen endgültig den Fehdehandschuh vor die Füße.

Von den Querelen außerhalb der Strecke ließ sich das Vettel-Team aber auch 2012 nicht beirren. Zwar musste die FIA den RB8 immer wieder einbremsen, weil das Team um Adrian Newey zu nah an den Grenzen des Reglements operierte, am Ende des Jahres stand allerdings erneut der Doppel-Titel in den Statistiken. Der WM-Hattrick von Sebastian Vettel hing beim großen Finale in Sao Paulo allerdings lange am seidenen Faden. Nach einem Crash in der ersten Runde schien bereits alles verloren. Doch das Auto hielt mit beschädigtem Auspuff bis zur Ziellinie. Der sechste Platz reichte dem Heppenheimer zum Titel.

2013 war in Sachen Titel wieder eine klare Angelegenheit. Wie schon 2 Jahre zuvor wurde Vettel weit vor Saisonende Meister. Mit 9 Siegen in Folge in der zweiten Saisonhälfte stellte der Heppenheimer einen Rekord auf. Auch der 4. Titel im Konstrukteurspokal war nur noch Formsache – alleine die WM-Punkte von Vettel hätten dafür schon ausgereicht. Mark Webber spielte wieder einmal nur eine Statistenrolle. Die Kombination aus fortgeschrittenem Alter, andauernden Niederlagen gegen Vettel und Streitigkeiten im Team führte schließlich zum Rücktritt des Australier nach der Saison.

Mercedes zieht dank neuer Motoren vorbei

2014 begann für Red Bull eine neue Ära. Mit Daniel Ricciardo bekam Vettel einen jüngeren Teamkollegen zur Seite, der dem Weltmeister ordentlich einheizte. Dazu mussten die Ingenieure eine große Regelreform bewältigen. Das Chassis aus Milton Keynes war zwar erneut Titel-würdig, doch der Renault-Motor konnte nicht mit der Konkurrenz mithalten. Red Bull musste zuschauen, wie Mercedes von Sieg zu Sieg fuhr.

Mit der Disqualifikation von Daniel Ricciardo beim Auftaktrennen in Melbourne (Spritlimit überschritten) und den illegalen Frontflügeln beim Saisonfinale in Abu Dhabi schadete sich das Team nicht nur sportlich. Die Skandale sorgten auch für Negativschlagzeilen. Für die Höhepunkte des Jahres sorgte Youngster Ricciardo, der als Aufsteiger der Saison 3 Siege einfahren konnte und Vettel in der Fahrer-WM deutlich hinter sich ließ.

Für Vettel bot sich durch die Formschwäche des Teams eine Gelegenheit, eine Ausstiegsklausel zu ziehen. Im Oktober 2014 verkündete der erfolgreichste Red Bull-Pilot aller Zeiten seinen Abschied. Ersatz für den zu Ferrari abgewanderten Deutschen hatte man schnell gefunden. Kurzerhand wurde Daniil Kvyat von Toro Rosso befördert. Neben Vettel zog sich auch Designer Adrian Newey nach der Saison 2014 aus dem Tagesgeschäft zurück.

Die Auswirkungen waren 2015 zu spüren. Die Power-Schwäche und die mangelnde Zuverlässigkeit des Renault-Motor konnten nicht mehr von der Aerodynamik kompensiert werden. Red Bull konnte nicht einen einzigen Sieg feiern. Nur auf kurvigen Strecken hatten Ricciardo und Kvyat überhaupt Chancen auf Podiumsplätze. Hinter Mercedes, Ferrari und Williams landete der erfolgsverwöhnte Rennstall nur auf Rang 3 der Teamwertung.

2016 ging es wenigstens ein Tick aufwärts. Im Duell mit Ferrari behielt Red Bull klar die Oberhand. Am Ende gab es immerhin zwei Siege. Gegen Mercedes war aber wieder kein Kraut gewachsen. Zwei Punkte ließen die Teambosse aber positiv in die Zukunft blicken: Der Renault-Motor zeigte in Sachen Leistung und Zuverlässigkeit einen klaren Aufwärtstrend. Und in Sachen Fahrer-Personal wurde Max Verstappen von Toro Rosso ins A-Team befördert und schlug direkt ein wie eine Bombe.

Die Achterbahnfahrt ging 2017 zunächst aber wieder nach unten. Der RB13 brachte dem Team kein Glück. Nach schwachem Start berappelte man sich aber in der zweiten Saisonhälfte wieder und sammelte doch noch ein paar Siege. In der Teamwertung fiel Red Bull jedoch hinter Ferrari und Mercedes auf Rang 3 zurück.

(Stand: 01/2018)

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