Reifenlabel, Rollwiderstand Dino Eisele
Reifenlabel, Rollwiderstand
Reifenlabel, Abrollgeräusch
Reifenlabel, Nassbremsen
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Reifenlabel

Aufkleber für den Reifenvergleich

Was bedeutet eigentlich der bunte Aufkleber auf den Reifen? Wie lese ich ihn richtig, und was sagt er über meinen Wunschpneu aus? Bei uns erhalten Sie alle Informationen über das Reifen-Label.

Seit vergangenem November muss ein bunter Aufkleber die Lauffläche oder Flanke eines neuen Autoreifens zieren. So will es die EU, damit der Bürger die Pneus besser miteinander vergleichen kann. Das 75 mal 110 Millimeter große, so genannte Reifenlabel gibt Auskunft über die drei Bereiche: Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand), Haftung auf nasser Fahrbahn (Bremsen) und Außengeräusch beim Abrollen. Dargestellt werden die Kategorien durch eine Zapfsäule, eine Regenwolke und einen Lautsprecher mit drei Schallwellen.

Reifen werden benotet

Die beiden ersten Kriterien werden durch ein Buchstaben- und Farbsystem benotet. Dabei steht A (grün) für sehr gut und G (rot) für sehr schlecht. Ein schwarzer Pfeil mit dem entsprechenden Buchstaben markiert die Einstufung des jeweiligen Reifens. Eine Schallwelle kennzeichnet einen leisen Reifen, der die ab 2016 gültige Geräuschgrenze um mehr als drei dB (A) unterschreitet. Zwei Wellen bedeuten, dass der 2016er-Grenzwert um bis zu drei dB (A) unterschritten oder zumindest eingehalten wird. Drei Wellen symbolisieren ein lautes Abrollgeräusch des Reifens, das aber noch in den derzeit gültigen Grenzwerten liegt. Rechts daneben ist das tatsächlich ermittelte Abrollgeräusch angegeben. Allerdings bedeutet ein niedriges Außen- nicht immer auch ein niedriges Innengeräusch.

Für viele Kunden wird die Effizienz des Reifens, also der Rollwiderstand, wichtig sein. Die Unterschiede zwischen A und G können durchaus bis zu einem Liter auf 100 Kilometer betragen. Doch die meisten Reifen sind heute in den Kategorien B und C eingestuft, deshalb fallen die Kraftstoffeinsparungen geringer aus. Gravierend sind die Unterschiede zwischen den Buchstaben beim Bremsen auf nasser Straße: Aus 80 km/h rutscht ein Auto mit schlechten F-Reifen bis zu 18 Meter weiter als mit griffigen A-Reifen.

Wenig Infos zu Winterreifen

Bei Winterreifen hilft das Label auf den Reifen allerdings wenig. Denn die EU-Plakatierung hat ihre Tücken: So werden wichtige Kriterien wie Griffigkeit bei Schnee und Eis überhaupt nicht geprüft, es gibt also auch keine Hinweise auf dem Aufkleber. Ebenso werden Aspekte wie Bremsen und Haftung bei niedrigen Temperaturen oder bei Eis und Schnee nicht berücksichtigt.

Dafür werden Winterpneus wegen der weicheren Gummimischung beim Rollwiderstand abgewertet, denn der Laufflächen- und Seitenwandbereich verursacht mehr als die Hälfte des Widerstandes. Aussagekräftiger ist dagegen eine Schneeflocke auf der Flanke: Das Symbol darf nur verwendet werden, wenn der Reifen in einem standardisierten Test seine Wintereigenschaften bewiesen hat. Doch selbst damit gibt es große Unterschiede zwischen den Reifen-Fabrikaten und Typen. Die ganzen Stärken und Schwächen der Pneus werden erst in aufwendigen Reifentests wie denen von auto motor und sport deutlich. (Hier geht´s zum großen Sommerreifentest 2014.)

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