BMW Dreier Touring, Frontansicht Wolfgang Groeger-Meier
BMW Dreier Touring, Frontansicht
BMW Dreier Touring, Heckklappe, Stefan Cerchez
BMW Dreier Touring, Cockpit
BMW Dreier Touring, Cockpit
BMW Dreier Touring, Seitenansicht 36 Bilder

25 Jahre BMW 3er Touring

Touring-Ahne trifft auf Kombi-Enkel

Vor 25 Jahren stellte BMW erstmals einen 3er mit mehr Platz und großer Heckklappe vor. Wie sich der Touring seither entwickelt hat, zeigt unser Vergleich der ersten und der jüngsten Generation.

Es ist kein Jubiläum, das besonders laut gefeiert wird. Dabei sind sich Markenfreunde wie Manager darin einig, dass BMW aufs richtige Pferd setzte, als man 1987 zunächst die 3er-, später auch die 5er-Reihe um eine praktische Karosserievariante erweiterte. 25 Jahre ist es nun her, dass erstmals ein Kombimodell auf der Preisliste der Bayern zu finden war – und doch halten sich die Münchner mit entsprechenden Mitteilungen oder gar Festivitäten vornehm zurück. Dies nicht etwa, weil der BMW 3er Touring so erfolglos gewesen wäre. Nein, der Grund für die bayerische Bescheidenheit liegt schlicht darin, dass man in München nur ungern das Wort "Kombi" in den Mund nimmt. BMW-Kombis heißen im Markenjargon "Touring", wobei sich bereits 1971 die wunderbare, aber leider kommerziell erfolglose Schrägheck-Variante der Baureihe 02 mit diesem Zusatz schmückte. "Kein Kombi, kein Jubiläum", scheint also die Devise zu lauten.

Egal, die Geschichte machen wir trotzdem und melden unseren Fotowunsch in München an. Und siehe da, gerade rechtzeitig können wir tatsächlich die erste und die jüngste Generation von des BMW 3er Touring für eine Fotoproduktion vereinen.

Generationentreffen von zwei BMW 3er Touring

Auftritt des brandneuen BMW 328i Touring, der vielleicht besser als jedes andere Modell den Markenkern verkörpert: eine sportliche Limousine – aber eben nicht nur sportlich. Durch das Kombi-Heck, das mindestens 495 Liter Gepäckraum bietet, punktet der Bayer auch im Bereich Funktion. Und neben den bekannten Qualitäten in den Bereichen Motor, Getriebe, Fahrwerk und Lenkung, die einen BMW typischerweise auszeichnen, bringt der BMW 3er Touring anno 2012 auch angenehme Komfortextras wie Wandlerautomatik, elektrische Heckklappe oder Infotainmentsystem mit. Einen viel größeren Gegensatz zu seinem ausgezeichnet erhaltenen, aber wesentlich einfacher ausgestatteten Kombi-Vorfahr hätten wir uns nicht wünschen können.

Der brillantrote BMW 318i Touring aus dem Fundus von BMW Classic beeindruckt uns zwar mit seinem immer noch fünfstelligen Kilometerstand, macht aber auch deutlich, dass Ende der achtziger Jahre der Wunsch nach heute selbstverständlichen Ausstattungsdetails in diesem Segment längst noch nicht so ausgeprägt war. Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Servolenkung – alles Fehlanzeige! Vor 20 Jahren waren derlei Komfortextras dem Luxussegment vorbehalten und galten unter der sportlich-dynamischen 3er-Kundschaft ebenso als Zeugnis der Verweichlichung wie ein Automatik.

Vom BMW 318i Touring für Auto-Enthusiasten

Das Fehlen der genannten Optionen tut der Freude am Fahren im BMW 318i Touring aber keinen Abbruch. Das Herz des Auto-Enthusiasten in mir jubiliert schon beim Wiedersehen mit der Achtziger-Jahre-Ausführung des angewinkelten BMW-Cockpits, dem Vier-Speichen-Lenkrad der Vor-Airbag-Ära und dem Schalthebel der Fünfgang-Box. Der Zündschlüssel gibt das Startkommando für den schnell drehenden Anlasser, dessen Arbeitsgeräusch mich augenblicklich zurück in die Kindheit und auf den Rücksitz des väterlichen 518 katapultiert. Im Hier und Jetzt startet der Vierzylinder und fällt summend in einen vernehmbaren, aber gleichmäßigen Leerlauf.

Der erste Gang rastet leicht ein, und nach einigen beherzten Drehungen am Volant – richtig, keine Servolenkung – reihen wir uns in den Verkehr ein. Vorsichtig zuerst, doch bald mit immer mehr Erstaunen darüber, dass dieses Auto tatsächlich schon über 20 Jahre auf dem Buckel hat. Lenkung, Bremse und Schaltung – im Grunde die ganze Bedienung – funktionieren so unauffällig und präzise, dass sich mancher Neuwagen eine Scheibe davon abschneiden könnte. Derweil singt der 1,8-Liter-Sauger des BMW 3er Touring ein fröhliches Lied und macht mit seiner gleichmäßigen Kraftentfaltung die damals wie heute begehrten Sechszylinder-Versionen fast vergessen. Gut so, denn sie gehören einer aussterbenden Gattung an: Im aktuellen BMW 3er (F30/31) gibt es mit 335i und 330d nur noch zwei der flotten Sechser.

BMW 328i Touring presst Insassen in die Sitze

Beim direkten Umstieg wird deutlich, wie sehr moderne Autos ihre Fahrer von der Umwelt und den Betriebsgeräuschen abschotten. Der Motor des neuen BMW 3er Touring startet auf Knopfdruck und versinkt anschließend im Hintergrundrauschen der Umgebung. Aber wehe, wenn er losgelassen: Bei Bedarf presst der 328i seine Insassen in die Sitze und wuchtet sich mit so viel Nachdruck gen Horizont, dass man geneigt ist, am Heck nach dem M-Schild der BMW-Sportmodelle zu suchen.

Zum Schluss unserer kleinen Münchner Runde rollen die beiden BMW 3er Touring auf einem Parkplatz in Garching aus und scheinen sich gegenseitig zu beäugen. "Ganz schön flink", könnte in der Denkblase über dem 318i stehen. "Ganz schön schlank" in der des 328i.

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