Bentley Bentayga gegen Ziege

Tierischer Vergleich zwischen W12 und Paarhufer

Bentley Bentayga gegen Ziege Foto: Dominic Fraser 13 Bilder

Der Bentley Bentayga ist ein außergewöhnliches Automobil, und Ziegen sind ganz erstaunliche Tiere. Ein – nicht ganz ernst gemeinter – Vergleich.

Sie sind erst ein bisschen misstrauisch, die Vierbeiner. Ist der Bentley, der da auf ihrer Weide parkt einfach zu groß, zu orange? Ist es schlicht, weil dort noch nie etwas im Weg stand, oder finden sie den Typen, der nebenan auf dem Strohballenhaufen sitzt zu verdächtig? Ziegenfarmer und Käsemeister Daniel Cohen muss seiner Herde mit Hilfe der Hunde erst nachhelfen, bis sie sich in die Nähe des Bentayga trauen.

Der ragt immerhin 1,74 Meter aus der Landschaft, zugegeben für ein Tier mit der Schulterhöhe von 60 Zentimetern ein mächtiges Gebilde. Der stählerne Goliath muss eben auch ganz schön was wegziehen. 3,5 Tonnen Anhängelast bedeuten, dass ein Anhänger voller Ziegen mühelos zu meistern ist. Allerdings ist auch die Hausziege Capra aegagrus hircus ein echtes Kraftpaket. Sie wiegt zwar ausgewachsen nur um die 100 bis 120 Kilo, kann aber das 1,5-fache ihres Körpergewichts ziehen. Der Bentley schafft Faktor 1,26.

Ziege mit 607 PS weniger, aber stärkerem Antritt

Bentley Bentayga
Der etwas andere Vergleich 56 Sek.

Im Antritt hat der Bentley auf den ersten Metern keine Chance. Der Vierbeinantrieb mit Paarhufen ist dem Allradantrieb jedes Autos überlegen, zumal die Ziege sich buchstäblich auf die Hinterbeine stellen kann und damit dank dynamischer Achslastverteilung deutlich besser vom Fleck kommt. Nach zehn bis 20 Metern aber übernimmt der Bentley das Kommando. Nach vier Sekunden ist er zumindest auf Asphalt schon auf Tempo 100. Während der blecherne Brite auf Wunsch noch bis 301 Kilometer pro Stunde beschleunigt, ist für die forsche Französin schon bei 17 km/h Schluss. Ein Schaf kann bis zu 25 km/h schnell rennen, aber die Ziege ist mit kürzeren Beinen eben auch kürzer übersetzt

Der Ziege fehlt es natürlich vor allem an Qualm. Sie bringt es auf gerade eine halbe Pferdestärke. So müsste man schon die Leistung von rund 1200 Ziegen zusammenlegen, um mit dem Sechsliter-Doppelturbo im Bentayga gleichzuziehen. Natürlich hat alles seinen Preis: Verhalten auf katalanischen Landstraßen bewegt, begnügt sich ein Bentayga mit 9,6 Litern Liter Super auf 100 Kilometern, die Ziege benötigt eine gut ausgewogene Mischung aus Grob- und Kraftfutter und je nach Größe ein bis 3,5 Kilogramm. Allerdings gibt das vermutlich älteste Haustier der Menschheit auch etwas zurück. Zwei bis drei Liter Milch geben die weiblichen Vertreter pro Tag. Aus zehn Litern Milch lässt sich ein Kilo Käse gewinnen.

Bentley Bentayga gegen Ziege Foto: Dominic Fraser
Bevor wir wieder in den Bentayga klettern, kaufen wir noch ein bisschen was ein.

Ziege punktet beim Parken, Bentayga bei der Reichweite

In Sachen Parkraum ist die Ziege unschlagbar. Auf der Fläche eines Bentayga ließen sich rein rechnerisch 20 Ziegen unterbringen, aber das ist selbstverständlich keine artgerechte Haltung. Tatsächlich dürfen sich die Hornträger auf der Artelac-Biofarm bei Sant Vicenc de Castellet frei bewegen. Sie stromern die meiste Zeit des Tages durch den Wald, erst abends kommen sie in die Garage. Ein Plus für das Auto: Der Bentley kann die Nacht durchfahren. Wer es drauf anlegt, kann mit einer 85 Liter-Tankfüllung durchaus 700 Kilometer schaffen, da muss die Ziege passen. Wenn es sein muss, liegt ihre Tagesreichweite bei 30 Kilometern.

Ziege kann noch besser klettern

Bentley Bentayga gegen Ziege Foto: Dominic Fraser
Bis zu drei Zicklein wirft eine Ziege. Ausgewachsen können sie 17 km/h schnell rennen. Der Bentley schafft Topspeed 301.

Steigungen bis 25 Grad sind für den Bentley kein Problem, die ausgefuchste Ölversorgung des W12 garantiert gar bei bis zu 35 Grad in alle Richtungen die Schmierung, allerdings entlockt das der Ziege nicht einmal ein müdes Meckern. Jeder vertikale Wettkampf gegen die Spezies Capra ist aber auch hochgradig unfair., denn Ziegen gehören zu den absolut besten Kletterern unter den Säugetieren. Mit ihren weichen Sohlen haben sie auch auf glattem Geläuf immer ausreichend Grip, mit den harten Außenkanten der Hufe, können sie sich wie die Huber-Brüder selbst an winzigen Felsvorsprüngen festhaken.

Mit ihren Kunststücken am Cingino-See im Piemont haben es Wildziegen schon zu Youtube-Stars gebracht. Sie klettern die fast senkrechte Staumauer mühelos rauf und runter, weil sie oben ungestört kostbares Salz von den Bruchsteinen lecken können. Kein anderes Säugetier kann ihnen diesen Futterplatz streitig machen. Auch die gemeine Hausziege ist ein echter Athlet. Sie klettert in Marokko sogar auf bis zu dreieinhalb Meter hohe Bäume, wenn sie scharf auf die Früchte des Argenbaums ist. Selbst die größtmöglichen Snobs unter den Bentleyfahrern sind nicht selten am Mist dieser Ziegen interessiert. Aus den unverdauten Samen des Argenbaums werden die kostbarsten Öle der Welt gewonnen.

Fazit

Am Ende stellt sich die Frage nach dem Sieger. Ziegenfarmer und Käsemeister Daniel Cohen mag sich nicht entscheiden. Er liebt seine 1200 Hornviecher heiß und innig, er hat ihnen schließlich sein Leben gewidmet. Aber Daniel ist aber auch ein Riesen-Autofan. Auch wenn Gattin Ingara immer wieder mahnt: „Daniel, heute geht es um die Ziegen!“ Er schielt trotzdem immer wieder zum Bentayga. Zum Schluss kramt er noch schnell sein Handy vor und zeigt seinen größten Schatz im Bilderordner: ein Foto vom neuen Bentley Continental GT.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Bentley.

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Hallo Markus Stier, es war mir eine große Freude, Sie kennenzulernen, ich möchte Ihnen für Ihre hervorragende Arbeit und Ihr freundliches und enges Geschäft danken, Sie haben und haben immer die Tür offen ... wir hoffen, meine Frau und ich sehen uns wieder (mit etwas Super Auto) und auch ohne. Eine Umarmung, tausend Dank an Sie, Auto motor und sport und Bentley Motors.

Daniel Casanueva 14. November 2017, 18:13 Uhr
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