BMW 125i Cabrio

Kleines 1x1

Foto: Rossen Gargolov 10 Bilder

BMW verzichtet beim offenen 1er auf einen Figur mordenden Blechhut und verpasst ihm stattdessen eine straff sitzende Stoffkapuze. Der Heckantrieb und sein seidig summender Reihensechszylinder machen den 1er in seiner Klasse einzigartig.

Kurzer Überhang vorn, niedrige Gürtellinie mit klar modelliertem Falz und der Verzicht auf einen korpulenten Rucksack-Hintern: Das BMW 1er-Cabrio schielt klar in Richtung Moderne Klassik – knackig-frisch, aber nicht zeitgeist-anbiedernd. Selbst wenn das Stoffdach gegen 100 Euro Aufpreis in jeansartiger Optik schimmert. Ohne Aufpreis öffnet und schließt es per Knopfdruck automatisch-elektrohydraulisch in jeweils 22 Sekunden.

Als Entschädigung für die lange Öffnungs- und Schließzeit des von Karmann gefertigten Daches läuft die Nummer aber auch während der Fahrt: Start bei bis zu 40 km/h, Fortsetzung bis zu 50 km/h. Ansonsten bemüht sich der 1er mit Elan Zeit zu sparen. Nur rund 120 Kilogramm schwerer als das Coupé-Pendant fallen die fahrdynamischen Differenzen buchstäblich kaum ins Gewicht. Die ausgeglichene Gewichtsverteilung – Motor über der Vorderachse, Fahrer nah am Schwerpunkt, Batterie unterm Kofferraum – vereinen sich zu einem dynamischen Auftritt.

Kurvenrausch trotz ESP

Auch das aufwendige Fahrwerk inklusive der Fünflenker- Hinterachse plus 20 Millimeter breiterer Spur hilft mit. Der 125i schwingt – kommandiert von der elektrisch unterstützten Lenkung – unter Aufsicht des fein regelnden Stabilitätsprogramms ausgelassen durch das spanische Hinterland oberhalb von Valencia. Ob enge Kehre oder weiter Bogen – der offene Einser zieht seinen Piloten ruckzuck in den Kurvenrausch. Doch auch in der Stadt verteidigt der BMW gern mal die Pole Position. Etwa, wenn sich fünf Spuren auf zwei konzentrieren und der gedrängte Autopulk als ungeordnete Wolke Richtung Nadelöhr diffundiert.

Oder wenn sein Chauffeur im siebenspurigen spanischen Kreisel mal schnell von innen nach außen muss, um die nächste Ausfahrt zu erwischen. Hier zahlen sich gute Übersicht (bei offenem Dach), Spurtstärke und Lenkpräzision aus. Und Spurtstärke liegt ihm, dem Dreiliter-Reihensechszylinder mit Valvetronic. Der 218 PS leistende Benziner verzichtet zwar auf Direkteinspritzung, begeistert andererseits mit seidigem Lauf, dunklem Timbre, drehmomentgefüttertem Druck von unten durch die Mitte und Flamme bis jenseits 6.000/min.

Verbrauchssenkung durch Energiemanagement

Doch die Maschine macht schon beim Cruisen Spaß, ermuntert bei niedrigen Drehzahlen mit dunkler Stimme zum Hochschalten – ohne dass es dafür der Schaltempfehlung im Cockpit bedürfte, die ebenso wie die elektronisch gesteuerten Luftklappen und ein cleveres Energiemanagement mit Bremsenergie-Rückgewinnung den Verbrauch senken soll. Apropos Schaltung: Die Wege des Sechsganggetriebes sind so kurz wie der beim 1er-Coupé grundsätzlich kupierte Hebel, die Gassen so sauber definiert wie die Linien der oberen Lichtkante an der 1er-Karosserie. Diese zitiert neben historischen Vorbildern wie der 02-Reihe den Stil eines Motorboot-Rumpfes.

Dazu zählt auch die „cabriospezifische Anpassung der Schulterbreite hinten“, wie Projektleiter Hubert Rauberger betont. Was soll’s, für kurze Strecken reicht es – und die Musik spielt beim 1er-Cabrio ohnehin vorn. Auf passend geformten Sportsitzen mit Blick auf die klassischen, fein skalierten Rundinstrumente, die leider ohne Temperaturanzeige auskommen müssen. Umso zuvorkommender kümmert sich das Cabrio um die angenehme Temperierung der Insassen.

Zum einen reflektieren die neuartigen Lederpolster (1.780 Euro extra) einen Teil des Sonnenlichts, sodass den Passagieren auch an heißen Tagen keine Verbrennungen drohen, zum anderen wechselt die Klimaautomatik bei geöffnetem Dach automatisch in einen speziellen Cabrio-Modus. Und diesen sollte man so oft wie möglich wählen. Die niedrige Gürtellinie und eine nicht allzu dominante Frontscheibe setzen Passagiere elegant an die Luft, zart umspielt von den Elementen. Wer es gemütlicher mag, greift zum Windschott oder schließt das Dach und erfreut sich an ordentlicher Kopffreiheit und moderaten Windgeräuschen. Bloß mit der Übersicht nach schräg hinten ist es vorbei, die imaginäre C-Säule steht massiv im Weg – nicht nur in siebenspurigen spanischen Kreiseln.


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