Henning Busse, Dacia Duster Dino Eisele
Dacia, verschiedene Modelle
Dacia Logan, Heck
Dacia Logan Kombi, Seitenansicht
Dacia Logan, Pickup, Heck 22 Bilder

Dacia und das Markenimage

SUV Duster bringt den Wandel

Mit provokativer Werbung untermauert Dacia das Image der Billigmarke in Deutschland und will zeigen, dass Geiz nicht schlecht sein muss. Mit dem Duster könnte der Marke das sogar gelingen, glaubt Henning Busse.

Die Macher von Dacia haben Sinn für Humor oder sind von ihrem Handeln überzeugt. Wie sonst ist die Werbung zu verstehen, in der die Marke das Thema Statussymbole völlig auf den Kopf stellt? Denn normalerweise will man mit erlesenen Gegenständen seinen besonderen Geschmack oder eben den sozialen Status zum Ausdruck bringen - also mit der teuren Uhr am Handgelenk oder mit dem noch teureren Auto in der Garage.

Der Renault-Ableger nimmt diese Menschen auf die Schippe. Mehr noch: In der Werbung werden sie sogar aggressiv, wenn sie ein Dacia-Modell sehen. Darüber lässt sich wunderbar lachen. Ja, die Reklame ist sogar ziemlich provokativ. Aber was soll sie genau ausdrücken? Wer teure Autos kauft, ist blöd? Das kann nicht die Botschaft sein, denn den Modellen von Dacia fehlt noch einiges, um den noblen Autos anderer Hersteller Paroli bieten zu können. Oder soll sie einfach nur festhalten, dass Geiz geil ist?

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2:02 Min.

Dacia nicht mehr nur billig

Wenn es darum geht, dann würde Dacia sogar den Zeitgeist treffen. Schließlich war beim Autokauf das Thema Sparen noch nie so angesagt wie heute - ein Blick auf die aktuelle Rabattsituation macht das deutlich. Zum normalen Listenpreis verlässt kein Neuwagen mehr den Hof des Vertragshändlers. Deshalb passt Dacia so gut in die automobile Landschaft. Denn die Marke ist im Jahr 2005 als Billigheimer in Deutschland gestartet und hat sich auch als solcher im Bewusstsein der Menschen eingebrannt. Hätten die Werbestrategen versucht, den Renault-Ableger in einem anderen Licht erscheinen zu lassen, es hätte bestimmt nicht funktioniert.

Doch mittlerweile ist Dacia nicht mehr nur billig. Die Marke hat dazugelernt. Als sie 2005 mit dem Logan bei uns antrat, rümpften die Autofahrer noch zu Recht die Nase. Das Design sah alt und verstaubt aus, und der Innenraum war so einladend wie ein S-Bahn-Waggon. Der Dacia Sandero machte seine Sache schon besser, zumindest die Optik konnte sich sehen lassen. Was für beide Autos sprach und sie interessant machte, war aber vorwiegend der Einstiegspreis von zirka 7.000 Euro.

Dacia Duster ab 12.000 Euro

Den Wandel schaffte dann der Dacia Duster, den es seit Frühjahr letzten Jahres bei uns gibt. Das Design wirkt gefällig und der Innenraum nicht mehr so nüchtern. Obendrein stimmt der Preis: Ab rund 12.000 Euro ist das Fahrzeug erhältlich - ein Schnäppchen.

Das hat auch die Autofahrer aufhorchen lassen, wie die Zulassungsstatistik zeigt. Im Juli schoss der kleine SUV Dacia Duster von Platz 49 auf Rang 36. Gegenüber dem Vorjahresmonat haben die Verkäufe um rund 56 Prozent zugelegt. Mit diesem Auto kann man sogar direkt vorm Eingang nobler Hotels halten, ohne abwertende Blicke vom Personal zu kassieren. Dacia hat es mit dem Duster geschafft, in der Mitte der automobilen Gesellschaft anzukommen. Die ausgefallene Werbung hat sicherlich dazu beigetragen.

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