E-Auto-Hauptstadt Oslo

Mit dem Nissan Leaf unterwegs

Nissan Leaf, Seitenansicht, Oslo Foto: Hardy Mutschler 20 Bilder

Elektroautos sind Ladenhüter? Nicht in Norwegen, wo der modifizierte Nissan Leaf auf Platz sechs der Zulassungsstatistik liegt. Clevere Vergünstigungen haben Oslo zur Hauptstadt der Elektromobilität gemacht – und ihre Einwohner zu E-Auto-Fans.

Karianne hat ihre Entscheidung noch keine Sekunde bereut: "Früher brauchte ich schon mal eineinhalb Stunden in die Stadt, heute noch 20 Minuten." Die junge Mutter ist nicht etwa auf einen Hubschrauber umgestiegen, sondern auf ein Elektroauto. In Oslo darf sie mit ihm die Busspur benutzen und lässt so den tagtäglichen Stau links liegen.

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Fahrbericht Nissan Leaf in Oslo Oslo unter Strom
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Während Karianne einkaufen geht, hängt ihr Peugeot iOn am Ladekabel, einträchtig zwischen Mitsubishi i-MiEV, Nissan Leaf und Exoten wie dem Kunststoff-Stromer Think. Es sieht aus wie auf einer Öko-Messe, doch wir befinden uns auf einem ganz normalen Parkplatz mitten in der Stadt. Die Vergünstigungen gehen weit über die Busspur hinaus: Für Elektroautos erlässt der Staat die Mehrwert- und Neuwagensteuer, wodurch sie preislich in die Liga ihrer Verbrenner-Kollegen rutschen. Zudem sparen sich Batterie-Fahrer die City-Maut, dürfen gratis Strom zapfen und dabei umsonst parken. Schon heute existieren 3.500 öffentliche Ladesäulen, zukünftig sollen pro Jahr 200 neue entstehen.

Nissan Leaf 9:21 Min.

Norwegen ist Nissan Leaf-Hochburg

Für Benian, die wir in der Innenstadt treffen, das Argument schlechthin. Die Bauingenieurin ist viel in Oslo unterwegs, da wird die Stellplatzsuche zur Tortur. "Ich weiß zwar noch nicht genau, welches Auto ich kaufe, es wird aber auf jeden Fall einen Elektromotor haben." Unser Nissan Leaf gefällt ihr gut, nicht nur weil er in ihrer Lieblingsfarbe Weiß lackiert ist. Auch die futuristische Mittelkonsole findet sie sehr schick.

Für Nissan gibt es wohl keinen besseren Ort, den technisch modifizierten Kompaktstromer zu präsentieren – über 40 Prozent der rund 10.000 in Europa verkauften Nissan Leaf surren derzeit durch Norwegen. Im ersten Quartal 2013 belegt er Platz sechs der Zulassungsstatistik. Zum Vergleich: In Deutschland läuft er unter "Sonstige", gerade einmal 512 Unerschrockene haben sich bisher zum Kauf durchgerungen.

Für erhöhte Nachfrage könnte das Einstiegsmodell Nissan Leaf Visia sorgen, das ohne Schnelllader und mit etwas einfacher Ausstattung für unter 30.000 Euro angeboten wird. Elektropioniere bekommen zudem die Möglichkeit, den Leaf ab 23.790 Euro zu kaufen und die Batterien zu leasen. Bei jährlichen Fahrleistungen von 12.500 Kilometer fallen dann 79 Euro Gebühren im Monat an. Nach Ablauf der Leasingfrist kann der gebrauchte Akku erworben oder weiter geleast werden.

Nissan Leaf in 100 Details verbessert

Wer nicht direkt aus dem Nissan Leaf-Vorgänger steigt, dürfte von den übrigen 100 Verbesserungen höchstens das um 40 Liter aufgestockte Kofferraumvolumen bemerken. Dank effizienterem Antriebsstrang, verbesserter Heizung sowie Gewichtsreduktion von 32 Kilo steigt zudem die Reichweite nach NEFZ-Norm von 175 auf 199 Kilometer, ohne dass die Kapazität der teuren Lithium-Mangan-Batterie (24 kWh) weiter nach oben geschraubt werden musste.
Noch immer überzeugt der geräumige Fünfsitzer mit dem ansatzlosen Schub seines 80-kW-Motors und der gut dosierbaren Elektrobremse. Das Gefühl, ein komfortables Auto zu bewegen, wird hingegen weniger von der poltrigen Federung als vom nahezu lautlosen Fahrgeräusch im Nissan Leaf geprägt. Was auch Anna so sieht, die wir auf dem Weg zur Arbeit um ihre Meinung bitten. Da die Hotelfachfrau häufig längere Strecken fährt, wird sie zwar ihrem Diesel die Treue halten, die Stille im Nissan Leaf empfindet sie jedoch "fast so schön wie Meditation".

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