GORM 2007

Schlamm drüber

Foto: MoBa 120 Bilder

Im Windschatten des Nürburgrings fuhren am vergangenen Wochenende (22./23.9.) 34 Geländewagenfahrer im ersten German Offroad Masters, kurz GORM, ihren Meister aus. Dabei war das gut einen Meter tiefe Schlammloch im Pistenverlauf nicht die einzige Herausforderung, die die Dakar-tauglichen Boliden zu bewältigen hatten.

Mit reichlich Speed und einer Staubfontäne im Schlepp donnert der Mercedes G talwärts, dem tiefsten und feuchtesten Punkt der ehemaligen Lavagrube, keine zwei Kilometer Luftlinie vom Nürburgring entfernt, entgegen. Gesäumt von bizzaren Lavasteinskulpturen wartet hier das Schlammloch - gut zwanzig Meter lang und reichlich tief. Eine Fango-Packung für den Offroader, eine Herausforderung für die Piloten und ein Spektakel für das gaffende Volk.

Der Schlamm fordert seine Opfer

Mit der Dynamik von fast zwei Tonnen Gewicht im Nacken weicht die Suspension schwungvoll beiseite, aber nur um kurz darauf den G scheinbar vollständig zu verschlingen. Begleitet von Blubbern und Schnorcheln wühlt sich der Allradler unter den Blicken von fast 5.000 johlenden Zuschauern voran, erreicht trockenes Terrain und stürmt wild schleudernd die Buckelpiste hinauf. Ein Hauch von Dakar mitten in der Eifel

Zahlreiche Opfer

Auge um Auge, Zahn um Zahn - bei den K.O.-Duellen auf der als Parallelkurs angelegten Piste auf dem gut 80.000 Quadratmeter großen Gelände schenkten sich die Protagonisten keinen Zentimeter, riskierten alles und manchmal zuviel. Knallharte Verschränkungsstrecken, mächtige Steinbrocken und meterhohe Sprünge forderten so manches Opfer unter den Achsen, Kardan- und Antriebswellen. Den Spaß lies sich aber keiner nehmen - weder die angetretenen, überbreiten und damit chancenlosen Hummer und auch nicht Malte Asmus im Mini-Honda-Buggy, für den die Morastgrube bei jeder Durchfahrt sicher Land unter bedeutete.

Wer durchkam hatte zwei Dinge zu erwarten: den Dampfstrahler zur Grundreinigung der Kühler und Antriebsteile sowie ein kühles Bier zur Entstaubung der Kehle. Nebenbei wurde gestenreich und nicht um Superlative verlegen die eigene Fahrt und die Missgeschicke der Konkurrenten diskutiert, während aus dem Hosenbein der Rest-Schlamm sickerte.

Dramatisches Finale

Zahlreiche Duelle und ettliche Bergungsarbeiten später, war es dann am Sonntag um 18 Uhr soweit: Im Finale fuhren der FIA-Profi Jozef Sykora im Mitsubishi und Phillip Beier im Mercedes G um den ersten Platz. In der Zwischenrunde führte Beier, der seinem Mercedes absolut nichts schenkte, knapp 10 Sekunden vor Sykora, musste aber noch durch die Schlammpassage. Dann die Schrecksekunde für die osteuropäischen Fans: Nach einem Riesensprung kam Sykora zu hart auf und zerstörte 600 Meter vor dem Ziel das Fahrwerk seines Pajero. Der Gesamtsieger der ersten GORM stand damit fest: Phillip Beier mit Co-Pilot Torsten Müller.

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