GTI-Treffen am Wörthersee

Plüsch ist das neue Alcantara

GTI-Treffen Wörthersee 2012, Bulli Foto: Markus Stier 38 Bilder

Dicker Motor, gutes Gewindefahrwerk, alles schön und gut. Der Wörthersee-Besucher weiß indes, dass es vor allem auf die äußeren Werte ankommt. Hier sind die Mädels noch blond und der Lack hat Glimmereffekt. Wir haben auf der Golfmode-Messe die neuesten Trends aufgespürt.

Während auf Deutschlands Straßen allerorten Silber oder gedeckte Fabren dominieren, trotzt die GTI-Gemeinde der seriösen Uniformität nach wie vor mit Effektlackierungen. Außen sind schrille Farben gefragt, im Motorraum steht wieder Chrom hoch im Kurs. So blitzblank wie mancher GTI hier steht, ist er nicht mal in Wolfsburg vom Band gelaufen.

Extreme Lackierungen und Wagenpflege ist allerdings nicht bei allen angesagt. "Rost ist kein Verbrechen", steht in Englisch auf einer völlig oxidierten Motorhaube. Ein gammeliger GTI in trübem Stumpfgrau mit Rostansätzen rollt durch Reifnitz, ohne dass sich die Insassen auch nur ansatzweise schämen. Man kann es als Protest gegen all die Effektlackierungen verstehen. Also bitte, Patina ist ja bei den Oldtimern auch schwer im Kommen.

Golf Cabrio als Harley-Beiwagen

Es kommen beleibe nicht nur VW, Audi oder Seat-Fans. Auf der Fan-Meile parkt auch protzig eine Mercedes-C-Klasse mit offener Motorhaube. Der Eigner kommt mit seiner Clique aus Günzburg. Im Gegensatz zu den Kameraden hat er halt kein VAG-Gefährt im Stall. Im Stau steht ein Harley-Fahrer, der sein Mopped schwer mit Chrom behängt hat. Da würde sich doch ein angeflanschtes Golf Cabrio als Beiwagen gut machen.

Zum großen Auftritt gehört aber heute nicht mehr nur Metall und Karbon. Plüsch ist das neue Alcantara. Diverse GTI-Freunde schmücken ihre Gefährte mit Plüschfiguren aus Film und Fernsehen. Und zum guten Ton gehören Aufkleber mit politisch unkorrekten Sprüchen. Ein in mattem Oliv bemalter Passat trägt einen Aufkleber mit dem Spruch Blitzkrieg Racing, ansonsten dominieren Kraftausdrücke aus der Welt des Geschlechtsverkehrs. Der große Renner ist allerdings die nicht ganz neue Restpektsbekundung: "Leider geil".

Lamborghini-Räder, wo soll das Problem sein?

Etwaigen Streitereien von Parteien oder Kreativen übers Urheberrecht sieht die GTI-Fraktion gelassen entgegen. Hier wurde schon immer geklaut, was geht. Golf I mit Renault-5-Turbo-Felgen? Hauptsache breit. Golf V mit 19-Zoll-Lamborghini-Rädern, wo soll das Problem sein? Noch eindrucksvoller ist hier allerdings die 365-Millimeter-Bremse mit Achtkolben-Sätteln.

Überhaupt, dezent war gestern. Wer Understatement sehen will, soll zu den anonymen Alkoholikern gehen. Es wird ins Radhaus gequetscht, was rein geht. Wer sagt denn, dass das Ding dann noch fahren muss. Tatsächlich bringt mancher sein Schmuckstück auf dem Hänger zum Treffen. Und wenn es trotz 35er Niederquerschnittsgummis noch tiefer gehen soll, kommen Schürzen mit Dimensionen zum Einsatz, mit denen sich auch verschneite Autobahnspuren räumen lassen. Dazu gibt es heute Flügelformen, deren Designer sich von Frisuren der Punk-Szene inspirieren ließen.

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