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High-Tech-Waschanlage

Wellness für den Wagen

auto motor und sport schaute einen Tag hinter die riesigen Reinigungswalzen einer der modernsten Auto-Waschanlagen Deutschlands - ein echtes Pflegeparadies für unsere Weggefährten auf vier Rädern.

Einmal die Nummer zwei mit Saugen, bitte. Wie im Drive-in geben die Kunden ihre Bestellung im größten Waschpark Stuttgarts auf - bei Mr. Wash. "Unsere Anlage schafft 3.000 Autowäschen am Tag", sagt Chefin Sandra Hamm. Natürlich nur, wenn auch so viel Kundschaft kommt. 

Waschhalle mit 60 Meter-Förderband

Das Abenteuer High-Tech-Waschanlage beginnt an der Einfahrt. Der Kunde bekommt einen Beleg mit Strichcode in die Scheibe gelegt. Damit wird jedes Auto auf seinem Weg durch die Anlage kontrolliert. Ausreichend Zeit, um das aufwendige System genauer kennen zu lernen, bleibt mir allerdings nicht, denn ich möchte an meinem Praktikums-Tag nicht nur eine Station sehen. Über eine lange Kurve geht es hinein in die Waschhalle, in deren Mittelpunkt das 60 Meter lange Förderband steht.

Bevor die Fahrzeuge in die maschinelle Wäsche dürfen, stehen ihnen noch fünf händische und eine mechanische bevor. Ich versuche mich an der Lanze mit der ersten Vorwäsche. Eine Brille schützt die Augen vor dem Reinigungsmittel, während ich mit zwei Schläuchen verkabelt die Autos einweiche. "Damit lösen sich Fliegen von Front und Rückspiegeln", erklärt Frau Hamm. Zwei Mitarbeiter reinigen anschließend das Auto von beiden Seiten vor.

Mangels Regenhose und Gehörschutz, der für diese Arbeit Pflicht ist, verzichte ich und versuche mich lieber am nächsten Putzplatz. Die Bürste aus weichen Schweineborsten soll letzte Verschmutzungen vor dem großen Finale in der Reinigungsstraße lösen. "Von unten nach oben! Und etwas schneller", erklärt mir mein Einweiser. Nach spätestens einer Stunde hätte ich wohl einen Hexenschuss und  Tennisarme. Das Einweisen auf das Förderband übernimmt der Kollege mit dem weißen Handschuh. Damit sollen seine Handbewegungen besonders gut gesehen und verstanden werden. Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Abstand zwischen den Autos
1,5 Meter beträgt. Sechs große Bürsten rubbeln von der Seite, zwei kleine sind für die Dachhaut zuständig, und zwei weitere übernehmen die Schwellerleisten.

150 Liter Wasser pro Auto

"Pro Auto verbrauchen wir hier etwa 150 Liter Wasser. Davon werden 60 Liter recycelt", erklärt die Chefin. Wow, das  bedeutet, dass am Tag bis zu  450.000 Liter durch die Waschanlage fließen, pro Auto aber weniger Wasser verbraucht wird als bei einer Badewannen-Füllung von etwa 180 Litern.

Darin enthalten ist auch die Osmosedusche. Hierbei wird das Auto mit entkalktem Wasser gespült, was weiße Flecken verhindern soll. Den Verbrauch heißer Luft in der Trockenhalle kann mir Frau Hamm nicht nennen, aber so wie die Autos bei der Durchfahrt wanken, muss es eine Menge sein.

Nach acht bis zehn Minuten rollen die Fahrzeuge – vom kleinen Smart bis hin zur S-Klasse – aus der Halle. Optional geht es nun weiter in die Innenreinigung auf ein Förderband über 40 Meter. Pro Auto kümmern sich hier zwei Mitarbeiter um die Scheiben, zwei um die Schweller, zwei staubsaugen, und weitere zwei Personen sind für Begrüßung und Endkontrolle zuständig.

Komplettservice in acht Minuten

Für eine komplette Reinigung stehen acht Minuten zur Verfügung. Wer die Innenreinigung lieber selbst übernimmt, kann sich im Do-It-Yourself-Putzpark austoben. Nach so viel Arbeit glänzt das Auto, und der Magen knurrt. Also auf zum nächsten Drive-in: "Einmal Maximenü mit großem Getränk, bitte."

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