Im VW Beetle Cabrio durch Alaska

Alaska ohne Mütze

VW Beetle, Alaska, Highway Foto: Dani Heyne 13 Bilder

Tapfer macht sich das neue VW Beetle Cabrio auf und braust auf eigener Achse hinauf in den hohen Norden der USA. Wie oft es dabei gezittert hat? Wir erzählen es Ihnen.

Als der VW Beetle sein Stoffverdeck zum ersten Mal zusammenfaltet, nimmt ein Elch am Straßenrand ein Bad. Während das Tier vor Freude schmatzt, starrt der Enkel des Käfers etwas verloren auf eine endlose Gerade mit Tausenden Rissen. Er mag es nicht zugeben, doch hier und jetzt scheint er sich vor der Reise in den Norden zu fürchten.

Dabei klang es so verlockend: Einmal durch das wilde Alaska fahren. Welches Cabrio mit Kuschel-Verdeck träumt nicht von einer Expedition in den hohen Norden, wo sich Pickups und Kettenfahrzeuge gute Nacht sagen. Wo es Oben-Ohne weder am Strand noch auf den Straßen gibt. Starnberger See kann schließlich jeder ... Und so kam es zu jenem Morgen, an dem der Elch neben dem Alaska-Highway sein Bad nahm. Und ein tornardorotes VW Beetle Cabrio eine Stunde südlich der Grenze sein Verdeck öffnete.

Im VW Beetle Cabrio über den Alaska-Highway

Die beste und berühmteste Straße in den 49. Bundesstaat der USA heißt Alaska-Highway und verbindet Dawson Creek (Kanada) mit Delta Junction. Gebaut wurde sie 1942 aus rein strategischen Gründen – zuvor gab es abgesehen von Trapperrouten nämlich keine direkte Landverbindung zwischen Kanada und Alaska. Als die Japaner aber in jenen Tagen die Alëuten-Inseln besetzten, waren die traditionellen Schiffsrouten nicht mehr sicher, und Amerika einigte sich mit Kanada auf den Bau einer Straße im Inland.

20.000 Soldaten wurden entsandt, einen Weg durch Gebirge, mückenverseuchte Sümpfe und über eiskalte Flüsse zu schlagen. Nach einem dreiviertel Jahr trafen die Schneisen beider Trupps aus Osten und Westen zusammen, und kurz darauf wurde die 2.450 Kilometer lange Strecke für militärische Zwecke freigegeben. 140 Millionen Dollar hat der Bau gekostet. Für den zivilen Verkehr wurde die Straße übrigens erst 1948 geöffnet. Da aber schon bald sehr viele Autos liegen blieben, wurde die Strecke für ein Jahr geschlossen und überarbeitet. Aus jenen Tagen stammt ihr Spitzname: „Schrottplatz des amerikanischen Autos“.

Davon bekommt das VW Beetle Cabrio heute nur noch ein paar Schlaglöcher mit, während es mit rund neunzig Sachen unter mächtigen Wolken hindurchhuscht, in der Frontscheibe ein scheinbar endloser Film über traumhafte unberührte Natur. Ab und an schaukelt ein dicker Truck oder ein vollbesetzter Reisebus vorbei. Die meiste Zeit aber ist das VW Beetle Cabrio ganz für sich allein und staunt in dichten Wäldern über ein paar Bären, die neugierig hervorlugen.

Plattgewälzte Kieshaufen statt Teerdecke

Die Straße – so erzählt ein Bauarbeiter mit einem Stoppschild in der Hand (Ampeln gibt es hier nur ganz selten) – wird jeden Winter aufs Neue vom Permafrost angeknabbert, was ihm im Sommer drauf ein neues Ticket in den Norden sichert. An einigen Stellen verzichten sie mittlerweile ganz auf die feste Teerdecke und walzen einfach nur Kieshaufen platt. So bleibt die Straße beweglicher. Und staubig.

Auch bei Schottersteinen und tiefen Querrillen gibt sich das VW Beetle Cabrio mit Standardfahrwerk keine Blöße und wird an den vielen kleinen Rastplätzen mit anerkennenden Blicken und noch mehr lobenden Worten belohnt. Der Zöllner in der modernen Grenzstation fragt neugierig, ob der Motor noch immer hinten steckt. Schöner Gedanke.

Der erste wirkliche Ort in Alaska heißt Tok und lässt bis zweieinhalb Stunden nach der Grenze auf sich warten. Müde von der langen Reise im VW Beetle Cabrio aus beiden Richtungen, ist die Freude über die Ansammlung von Motels, Campingplätzen und Restaurants meist größer, als diese es verdient haben. Alles reiht sich an eine zweispurige Straße, deren nordwestliches Ende im Sonnenlicht verschwimmt.

Übernachten auf dem Motorrad-Campingplatz für 40 Dollar

Eingekehrt wird traditionell im größten Diner. Mutige fahren zum Thai-Food-Truck, einer Art Imbissbude mit asiatischer Karte. Sehr lecker! Da Tok weit und breit der einzige Fleck zum Übernachten ist, sind die Preise gepfeffert. Unter 90 Dollar pro Bett geht nichts, es sei denn, man kennt den kleinen Motorrad-Campingplatz im Wald. Dort vermietet eine stets lächelnde Mittfünfzigerin neben etlichen Zeltplätzen auch zwei Holzhäuschen und einen umgebauten Krankenwagen in charmanter Umgebung für 40 Dollar pro Nacht. Sehr empfehlenswert.

Am nächsten Morgen kurz nach halb fünf ist der Julitag längst in vollem Gange, die Sonne strahlt, und der Tankwart will nicht glauben, dass das VW Beetle Cabrio fünf Zylinder hat. Hat es aber. Zumindest noch in Kanada. In den Staaten bietet VW bereits den bekannten Turbo-Vierzylinder an.

Noch geschmackvoller als der Sound des Motors sind die Aussichten auf der weiteren Reise in die unspannende Metropole Anchorage und ins charmante Homer an der Golfküste. Blaufunkelnde Gletschernasen, wilde Flüsse und gewaltige Wälder erzeugen eine einmalige Kulisse. Im VW Beetle Cabrio ist die Reise zur Sommerzeit doppelt schön – man muss es sich wie auf einem Sofa vorstellen, das durch die unberührten Alpen gleitet.

Verdeck des VW Beetle Cabrios bleibt unten

Ein weiterer Vorteil: Hier oben wärmt die Sommersonne zwischen kurz nach sechs und 23 Uhr so wunderbar, dass das Verdeck stets unten bleibt. Die Temperaturen heizen das südliche Alaska im Juli gut und gerne auf 30 Grad. So unglaublich kurz und kalt die Wintertage sind, so mild und lang verlaufen ihre Kollegen im Sommer. Und als Sahneklecks lässt sich die Sonne an solchen Tagen immer etwas mehr Zeit beim Untergehen und taucht die Buchten rings um Homer in ein intensives Rot, das man nie vergisst. Die Menschen in Alaska lieben es, vergnügt strömen sie durch die warmen Tage und Nächte. Und die, die den strengen Wintern den Rücken gekehrt haben, kommen im Sommer stets zurück.

Für das VW Beetle Cabrio gibt es zum Abschied noch einen besonderen Abstecher. Kurz hinter Tok geht ein Abzweig nach links auf den Top of the World-Highway, der, wie es sein Name verrät, ganz oben über die Welt führt. Auf einer ungeteerten Straße klettert der VW hinauf, passiert eine unscheinbare Grenzstation, um dann auf fast 50 Kilometern von einem Bergkamm zum nächsten zu gleiten. In diesem Augenblick weiß das VW Beetle Cabrio: Das war eine der besten Reisen seines Lebens.

Der Alaska-Highway

Wer nach Alaska fährt, muss den Alaska-Highway nehmen. Die Straße ist zum größten Teil gut ausgebaut und führt durch beeindruckende Natur. Nicht selten begegnet man für Stunden keinem anderen Auto. Dafür können Bären und Elche am Straßenrand auftauchen und neugierig rüberschauen. Wer im Auto bleibt und die Tiere nicht anlockt, ist sicher. Generell sind Proviant und ein voller Tank ratsam.

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