Limousinen-Service, MyDriver Foto: Achim Hartmann
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Limousinen-Service

Luxus-Fahrdienst auf Abruf

Das Sixt-Tochterunternehmen My Driver bietet jetzt einen Limousinenservice zu Taxi-Tarifen an. auto motor und sport-Mitarbeiterin Bérénice Schneider hat ihn ausprobiert.

Leise rollt die schwarze Mercedes S-Klasse heran, hält am Straßenrand. Die Fahrertür öffnet sich, und ein Mann im Anzug steigt aus. "Guten Morgen, mein Name ist Harnischfeger. Ich bin Ihr Fahrer für heute." Meine Mutter und ich wollen shoppen – in der Outlet-City Metzingen, zirka 40 Kilometer von Stuttgart entfernt. Wir haben kein Auto und keine Lust, mit der Bahn zu fahren, also haben wir bei My Driver eine Limousine mit Chauffeur gebucht.

Seit März ist das Sixt-Tochterunternehmen in elf deutschen Großstädten vertreten und wirbt mit taxiähnlichen Preisen. Die Fahrer warten aber nicht am Straßenrand auf Kundschaft – der Auftrag erfolgt durch die Vermittlung.

Obere Mittelklasse gebucht, S-Klasse gefahren

Die Idee ist einfach: Der Kunde wendet sich mit einem Vorlauf von einer Stunde online oder via Smartphone-App an einen Pool, aus dem die einzelnen Chauffeure die für sie passenden Fahrten wählen. Der Preis für die Fahrt steht schon fest, er ergibt sich aus der gewünschten Fahrzeugklasse (Eco, Business, First oder Van) und der Strecke: Die ersten zehn Kilometer laufen unter einem Fixpreis, danach orientiert sich der Tarif für die Business-Class am Taxi.

Da wir einen Wagen der oberen Mittelklasse bei My Driver gebucht hatten, verblüffen uns S-Klasse und die Sixt-Nadel am Revers des Chauffeurs. "Wenn der Sixt-Limousinen-Service bei Anfragen an My Driver Kapazitäten frei hat, übernimmt er die Fahrt", sagt My Driver-Geschäftsführer Bastian Böckenhüser. So könne es zum kostenlosen Upgrade kommen, wenn einem S-Klasse-Fahrer die Strecke gerade passt.

Abgerechnet wird am Schluss

Michael Harnischfeger, unser Chauffeur, hält uns jeweils den Schlag auf, und wir gleiten auf gepflegte, schwarze Lederpolster, die aussehen wie neu. Erst als wir sitzen, steigt er ein. "Haben Sie genug Platz?" Er wirft einen fragenden Blick in den Rückspiegel, und wir bejahen. Er stelle die Vordersitze immer entsprechend dem Platzbedarf der Fondpassagiere ein, sagt Harnischfeger und startet den Motor, der auch an der roten Ampel leise weiterläuft. "Die Start-Stopp-Automatik habe ich extra deaktiviert, um das ewige Geruckel beim Neustart zu vermeiden."

Routiniert und umsichtig lenkt er die Limousine durch die Stadt, später über Bundesstraßen nach Metzingen, öffnet uns dort wieder die Türen. Wie viel die Fahrt gekostet hat, weiß er nicht. Abgerechnet wird über die bei der Buchung hinterlegte Kreditkartennummer (57,50 Euro werden es später sein). "Viel Spaß beim Shoppen!"

Rückfahrt im Taxi

Bei einem ersten Versuch hatten wir samstags gegen 15.30 Uhr einen Chauffeur für 22.30 Uhr bestellt, doch war es My Driver bis 20 Uhr nicht gelungen, den Auftrag zu bestätigen. Als Entschädigung gab es Gutscheine für die nächste Fahrt.

Zurück nach Stuttgart fahren wir per Taxi – in einem weißen Mercedes E-Klasse Kombi. Unsere Einkäufe verstauen wir selbst im Kofferraum, und die Türen hält uns der Fahrer auch nicht auf, aber es ist schließlich ein Taxi. Im Gegensatz zu vielen anderen ist dieses sauber, aber längst nicht so aufgeräumt wie die Limousine von My Driver: In der Mittelkonsole sind neben Ladekabel und Handy des Fahrersauch Quittungsblock und Stift zu finden. Am Ziel nennt Taxi-Fahrer Toni Amico den Preis – wir bezahlen wegen eines baustellenbedingten Umwegs sogar 20 Euro mehr als auf der Hinfahrt.

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