Bentley Bentayga Vilarnau Markus Stier
Bentley Bentayga Vilarnau
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Bentley Bentayga Vilarnau 14 Bilder

Träume aus Schäumen

Im Luxus-SUV zu Spaniens Super-Sekt

Im Westen Barcelonas lebt atmet und vor allem trinkt die ganze Region Cava. Das Weingut Vilarnau sollte ein erster, kurzer Zwischenstopp einer langen Reise mit dem Bentley Bentayga werden, doch wir kamen dann doch nur schwer wieder weg.

Am Fuß der Festung von Subirats und auf einem kleinen Hügel nördlich des Dorfes Espiells standen einst zwei Eichen, und es ward verfügt, dass alles Land dazwischen der Familie Vilarnau zugehören solle, um darauf feinste Trauben wachsen zu lassen. Die Familie ist Geschichte, aber ihr Name hat überdauert, und wenn auch die Eiche bei Espiells an ihrer eigenen Last gebrochen ist, so lassen doch frische Triebe um den mächtigen Stumpf frische Bäume wachsen.

Bentley Bentayga Vilarnau
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Der Bentayga biegt von der Landstraße 2247 und folgt dem Zypressenspalier bis zum Weingut Vilarnau.

Der Bentayga biegt von der Landstraße 2247 und der W12 brummt wohlig das Zypressenspalier der Auffahrt hinauf bis vor den eleganten Flachbau des Weinguts Vilarnau. Georgina wartet schon, eine kleines, drahtiges Energiebündel mit dichtem, braunen Schopf. Die 30-Jährige Katalanin führt über das Anwesen, das erst ein Dutzend Jahre alt ist. „Zuvor war die Kellerei wie viele andere unten im Dorf, aber der Keller wurde einfach zu klein“, sagt sie.

Weinbau mit antiker Tradition

Die ersten Reben brachten die Römer, aber längst wachsen landestypische Sorten an den Stöcken. Die fruchtige Macabeu, die Xarel lo-Traube, rund im Geschmack mit viel Körper, und die frische und elegante Parellada. Aber an den sanften Hängen bis hinüber zur Burg wachsen auch französische Sorten wie Chardonnay und Pinot Noir. Auf sechs Hektar lassen sich pro Jahr 1,5 Millionen Flaschen Cava füllen.

Eigentlich stellen die Katalanen nichts anderes her als eine Variante des Champagner, aber seit dem spanischen EU-Beitritt 1986 gilt auch hier der Markenschutz der Franzosen aus der Champagne, seitdem heißt der erlesene Schaumwein hier unten im Süden Cava, was nichts anderes als Höhle bedeutet.

Höhlen voller Flaschen

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Weit und breit gibt es keinen natürlichen Felsenkeller in der Gegend, der die 2,5 Millionen Flaschen des Guts Vilarnau aufnehmen könnte.

Weit und breit gibt es keinen natürlichen Felsenkeller in der Gegend, der die 2,5 Millionen Flaschen des Guts Vilarnau aufnehmen könnte. Der neue Keller hat die Dimensionen eines größeren Parkhauses. Auf drei Palettenschichten stapeln sich die Flaschen fünf Meter hoch. 20 Lagen pro Palette oder 700 Flaschen. Eine Flasche wiegt leer schon knapp ein Kilo, denn sie muss beachtlichen Kräften standhalten. Die 22-Zöller des Bentley wären mit einem Druck von 2,5 bar schon ziemlich straff aufgepumpt, in einer Cava-Flasche herrschen locker sechs bis sieben bar.

Cava reift in der Flasche, und den mächtigen Ladedruck erzeugen die Hefebakterien in der Flasche, die bei der Umwandlung von Zucker in Alkohol eine Menge Kohlendioxid produzieren. Die Faustregel sagt: 16 Gramm Zucker ergeben ein Prozent Alkohol, wenn sämtlicher Zucker verbraucht ist, sind neun bis zwölf Prozent in der Flasche.

Ohne Zucker stirbt die Hefe-Kultur ab. Sie bildet einen staubfeinen Bodensatz. „Wir nennen das die Mutter“, sagt Georgina. Die Bakterienleichen werden nicht etwa entsorgt, sondern bleiben noch Monate oder gar Jahre in der Flasche. Sie geben dem Cava zusätzliche Aromen, eine Note von Holz etwa oder von frischem Brot.

Einfrieren gegen Heferückstand

Erst kurz vor dem Abfüllen werden die Flaschen auf den Kopf gestellt, bis sich die Mutter im Flaschenhals abgesetzt hat. Um die alte Hefe loszuwerden, wird ein Trick angewandt: In einem Bad aus Kühlmittel gefriert der Cava im Flaschenhals. Für einen kurzen Moment werden die Flaschen dann maschinell geöffnet, der hohe Druck der Kohlensäure drückt die eingefrorene Mutter mit einem Schlückchen Cava aus der Flasche. Dabei sinkt der Druck auf moderatere drei bis vier bar.

Neun Monate in der Flasche ergeben einen jungen Cava, nach 15 spricht man von einem „Reserva“, ab 30 Monate von einem „Gran Reserva“. Im Gut Vilarnau warten die edelsten Tropfen bis zu fünf Jahre, bis sie verkauft werden.

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Ohne Zucker stirbt die Hefe-Kultur ab. Sie bildet einen staubfeinen Bodensatz. „Wir nennen das die Mutter“, sagt Georgina.

Verglichen mit der Geschäftigkeit des Gärungsprozesses in den Flaschen, herrscht im Keller eher Ruhe, außer in den Momenten, wo es „Bumm“ macht und Glas splittert. „Ach, da ist gerade eine Flasche explodiert, das kommt öfter vor“, sagt Georgina. Ihre Kollegin Maria interessiert sich sehr für Leichtbaumethoden aus dem Automobil. Mit einer Lage Karbon im Glas, aber viel leichter und ganz sicher auf sprengsicher. Dass Kohlefaser das Leergut ziemlich wertvoll machen würde, stimmt sie wenig nachdenklich, eher, dass man nicht mehr durch das Glas hindurchschauen könnte.

Bio liegt auch beim Wein im Trend

Die Ernte ist gerade erst vorbei. Die Trauben sind gepresst, der Saft fermentiert in den großen Tanks neben dem Keller und wartet auf den Moment, wenn Winzerin Eva Plazas im Dezember das „Blending“ vornimmt, bei dem sie aus verschiedenen Traubensorten jene Mischungen kreiert, die den Gaumen besonders verwöhnen und interessieren sollen.

Offensichtlich weiß man hier, was man tut. Zum einen setzen die Eigner von Vilarnau immer mehr auf Bioweine, die ohne Schwefel und Kupfer auskommen, zum zweiten stimmt auch die Qualität. Der aus den französischen Pinot-Noir- und Chardonnay-Trauben gekelterte Brut Reserva des Hauses hat gerade erst einen Weltmeistertitel gewonnen. „Der hat viel Frucht und Körper und eine besonders fein perlende Kohlensäure“, lobt Georgina.

Na dann packen wir doch davon ein Kistchen ein. „Wollt Ihr nicht erst mal probieren?“ fragt Maria, die irgendwoher blitzschnell Schokolade, Salzgebäck und einen Teller Jamon herbeigezaubert hat. Vielen Dank, aber wir müssen ja noch fahren. „Ich weiß was“, sagt Maria, und öffnet eine große Flasche mit Schraubverschluss. „Das ist unser Traubensaft“, sagt sie stolz und packt uns davon ebenfalls noch ein Fläschchen ein.

Platz für kistenweise Cava im Kofferraum

Bentley Bentayga gegen Ziege

In den 430 Liter fassenden Kofferraum des Bentayga würden theoretisch noch 16 weitere Kisten Cava passen, aber zum einen beansprucht unser Picnic Hamper auch einigen Platz, zum zweiten sind wir ja nicht auf Schmuggeltour, sondern wollen nur kleinen Kreise morgen den Sonnenuntergang genießen. Immerhin: Noch eine Flasche mehr, und wir hätten im Heck genauso sechs Liter Hubraum wie vorn im W12 unter der Motorhaube. So ließe sich doch bestens ausbalanciert in den Sonnenuntergang reiten.

Allerdings fällt die Trennung schwer. Maria und Georgina fahren sonst Golf und Corsa, sie haben sich bei einer Sitzprobe spontan in die Bentayga-Sitze verliebt und spielen gerade alle sechs Massage-Programme durch. Maria raunt: „Der Chef fährt einen Porsche, aber der hat so was nicht.“

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Bentley.

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