Marokko

Maroc 'n' Roll

Foto: Reinhard Schmid 17 Bilder

Über Pracht-Boulevards in Marrakesch, hoch gelegene Pässe und unbefestigte Gebirgspfade im Hohen Atlas, durch ausgetrocknete Flussbetten und über steinige Wüstenpisten – Hermann-Josef Stappen unterwegs im VW T5 Dakar.

Marokko ist ein Land der Gegensätze. Hier findet man schneebedeckte Viertausender und ausgedehnte Badestrände, verhüllte Musliminnen und modisch gekleidete Teenager sowie klapprige Eselkarren und chromblitzende SUV. Und während Einheimische auf Ladeflächen von Lastwagen ungesichert mitfahren, sitze ich festgezurrt mit Hosenträgergurten in einem engen Schalensitz, rundum geschützt von einem stabilen Überrollkäfig, in einem VW T5 4motion.

Spezial-Umbau von VW und Seikel

Kein normaler Transporter freilich, sondern ein Spezial-Umbau von VW und dem 4×4-Spezialisten Seikel, der bereits 2006 auf der Dakar-Rallye als Begleitfahrzeug für die Race-Touareg diente. Und ein wenig fühle auch ich mich als Rallye-Pilot. Vor allem, als ich etwa 40 Kilometer hinter Marrakesch nach Osten auf eine holprige, mit Schlaglöchern übersäte Piste abbiege. Auf den mehrspurigen, von prächtigen Rosenbeeten gesäumten Boulevards der marokkanischen Metropole am Fuße des Atlas-Gebirges kommt man sich in dem bunt beklebten Rallye-Auto hingegen recht deplatziert vor.

Der Wagen gehört zu einer Flotte von insgesamt zwölf verschiedenen T5-Allrad-Modellen – Dakar- und Serienautos –, die von Marrakesch aus auf eine knapp 500 Kilometer lange Rundtour durch das Herz Marokkos gestartet sind. VW will auf dieser Tour zeigen, dass der T5 nicht nur als braver Transporter für Handwerker taugt, sondern auch mit den Qualitäten eines echten Offroaders aufwarten kann. Dazu sind alle Bulli mit speziellen Geländereifen und mehr oder weniger umfangreichen Seikel-Umbauten ausgerüstet.

Militärposten an jeder Seite

Die erste Prüfung kündigt sich in Form einer Furt an. Die Tiefe von etwa 30 Zentimetern stellt grundsätzlich kein Problem dar. Doch sollte man auch flache Wasserdurchfahrten möglichst nur mit Schritttempo angehen. Schließlich können unter der Oberfläche Felsbrocken verborgen sein. Außerdem kann der Wasserdruck nicht nur Nummernschilder abreißen, die dann auf Nimmerwiedersehen in der braunen Brühe verschwinden, sondern auch den Kühler und das Lüfterrad beschädigen.

Wir passieren einzeln liegende Lehmhütten und durchqueren kleine Dörfer. Überall winken freundlich Kinder, manche laufen ein Stück neben den Autos her. Wenig später erreichen wir die Staumauer des Lac Aït Aadel, die von einem Militärposten an jeder Seite bewacht wird. In Demnate, der nächsten größeren Stadt, herrscht reges Treiben. In den lebhaften Autoverkehr mischen sich zahlreiche Eselkarren und Fußgänger. Entlang der Hauptstraße werden an Marktständen Waren aller Art angeboten. Männer sitzen beisammen und trinken aus kleinen Gläsern das marokkanische Nationalgetränk – stark gesüßten, aromatischen grünen Tee mit frischen Pfefferminzblättern.

Kurz hinter der Stadt – wir sind Richtung Süden abgebogen – bekommt die Landschaft einen alpinen Charakter. Die Vegetation lässt nach und weicht bald rötlich-braunem Geröll. Gelegentlich überholen wir alte, langsam daherzuckelnde Mercedes-, Peugeot- oder Ford-Lieferwagen, zu deren Grundausstattung offenbar große Dachgepäckträger gehören, von denen herab uns Männer zuwinken.

Eingebettet zwischen Felsen

Von dem 2.580 Meter hohen Pass Tizi-n’Outfi genießen wir einen grandiosen Blick auf die in südwestlicher Richtung aufragenden, schneebedeckten Drei- und Viertausender des Hohen Atlas. Von hier aus geht es auf der Südseite des Gebirges hinab Richtung Ouarzazate. Doch bei Assermo verlassen wir die Straße und folgen dem detaillierten Roadbook durch freies Gelände und trockene Flussbetten, bis nach zwölf Kilometern kurz vor Sonnenuntergang das Camp erreicht ist. Eingebettet zwischen Felsen, verbringen wir die kühle Nacht unter einem sternenklaren Himmel.

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