Messerundgang Detroit Auto Show

Das zeigen die US-Hersteller in Detroit

Messerundgang Detroit Motor Show 2011, Ford Vertrek Foto: ams 29 Bilder

Auf der Detroit Motor Show glänzen sie wieder mitten im Rampenlicht, die dicken Chromnasen der Pick-Up-Trucks und SUV im Überseecontainerformat. Ach ja, ein paar kompakte Neuheiten stellen die US-Autobauer ebenfalls vor. Wir zeigen Ihnen in unserem Messerundgang die Neuheiten der US-Hersteller in Detroit.

Spät sind sie dran, die Herrschaften von Chevrolet. Als letzte Marke ziehen sie am ersten Messetag der North American Auto Show in Detroit die Tücher von ihren Neuheiten. Dabei feiert die amerikanische Auto-Legende mit dem Bow-Tie-Logo in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen, da erwarten die sichtlich matten Besucher einen echten Knaller.

Mit etwas arrhythmischen Bewegungen startet eine Gruppe Musiker mit auf iPads erzeugten Electronic Beats die Show. Kein Country-, Mowton-, oder Blues-Sound, keine pathetische Cowboy-Romantik. Die klare Botschaft: Wir sind jung und modern. Passend dazu: Die einzige Neuheit der Marke, der Kompaktwagen Chevrolet Sonic, der als Schräg- und Stufenheck-Variante auf die Bühne rollt. Mark Reuss, Präsident von GM North America spricht stolz vom großartigen Auftakt des Jubiläumsjahrs, der sensationellen Raumökonomie und der hervorragenden Effizienz, womit man nicht etwa zum Wettbewerb aufschließe, nein: "Damit erobern wir die Spitze des Segments".

Detroit Motor Show 2011 - Die Highlights der Messe 12:40 Min.

Pick-Ups und SUV mit enormen Zulassungszuwächsen in den USA

Schade nur, dass derzeit bei den US-Autokäufern Klein- und Kompaktwagen eine untergeordnete Rolle spielen, Pick-Ups wie der Ford F 150, Chevy Silverado und Dodge Ram dagegen im vergangenen Jahr Zulassungszuwächse von bis zu 28 Prozent erzielten. Doch Chevrolet ließ sich davon nicht verleiten, Suburban, Silverado und Co. blieben im Hintergrund – soweit es die üppigen Karosserien eben zulassen. Stattdessen lässt Konzernmutter GM die Schwestermarke GMC zum Angriff blasen. Da dort ohnehin ausschließlich schwere Geschütze, meist auf einem Leiterrahmen, die Produktion verlassen, kommt es hier besonders dick – in Form des Sierra All Terrain HD Concept mit 396 PS starkem V8-Diesel. Zuladung: 1,3 Tonnen, Anhängelast: 5,8 Tonnen, alles bei voller Geländetauglichkeit.

Buick Verano als US-Ableger des Opel Astra

Cadillacs Showstar sieht dagegen so aus, als ob er unter dem GMC durchflitzen könnte. Mit der Rennversion des CTS-V Coupés will die Marke ihre Rückkehr in den Motorsport vollziehen. Der Zweitürer startet in der neuen GT-Weltserie SCCA, die erstmals am 25. März in Sankt Petersburg startet. Völlig frei von sportlichen Ambitionen, trotz optionalem Zweiliter-Turbo-Benziner: Der Buick Verano. Die auf dem Opel Astra basierende Stufenheck-Limousine spricht eine eher konservative Klientel an, erweitert das Angebot der Marke nach unten. Dort soll sich der Verano gegen Audi und Lexus behaupten, davon ist Buick Marketingchef John Schwegman überzeugt.

An Selbstbewusstsein fehlt es Ford-Boss Allan Mullaly bekanntlich ebenfalls nicht, er setzt jedoch vorwiegend auf Produkte europäischer Herkunft. Dazu zählen die Studie Ford Vertrek, die einen Ausblick auf den nächsten Kuga gibt (mehr dazu in der nächsten auto motor und sport, die am 13. Januar erscheint). Ebenso starten der Ford Grand C-Max und der Ford Focus in Amerika, die schon als Elektro- und Hybridversion zur Präsentation surrten. Allerdings skizziert ein Concept Car auch die Vision eines Renntourenwagens der Zweiliter-Klasse.

Wenig Neues von Lincoln und Chrysler in Detroit

Doch gleich daneben wirft der F150 als martialischer SVT Raptor Schatten wie ein Flugzeugträger, über einer Heavy Duty-Variante des Pick Ups fragt ein riesiger Monitor: "Are you tough enough?" Den typischen Lincoln-Kunden dürfte das eher erschrecken, auch wenn der ausgestellte Continental aus den sechziger Jahren zumindest bei der Länge mithalten kann. Die aktuellen Modelle, unter anderem die ungewöhnlich designten Crossover-Fahrzeuge MKT und MKX, pflegen dagegen einen heimelig-luxuriösen als kariert-abwaschbaren Stil. Echte Neuheiten gibt es bei der nur mäßig erfolgreichen Ford-Tochter Lincoln dagegen keine zu bestaunen.

Damit hält sich der Chrysler-Konzern auf der Detroit Motor Show ebenfalls zurück. Immerhin feiert die zweite Generation des Chrysler 300C ihre Premiere, der als Lancia im kommenden Jahr nach Europa rollt. Als Chrysler soll er laut Markenchef Oliver Francois "die Pracht eines echten Fahrzeugs aus Detroit auf die Straßen der Welt transportieren." Zunächst arbeiten dabei zwei V6- und ein V8-Benziner unter der Haube, für Europa folgt ein V6-Diesel.

Dodge hilft beim Baumschubsen und Mammut erlegen

Für Testosteron schwangere Pritschenwagen ist Dodge zuständig, deren Modelle ohnehin erst im vergangenen Jahr geliftet wurden und daher als Outdoorsman getaufte Variante lediglich mit ein paar Zubehör-Teilen aufgepeppt wurden, die echten Männern die Arbeit erleichtern. Das Baumschubsen oder Mammut erlegen beispielsweise.

Mopar, Tuning-Spezialist von Chrysler, demonstriert an mehreren Objekten seine Kompetenz, unter anderem am Fiat 500, der nun ab 15.500 Dollar in den USA erhältlich ist. Natürlich macht die Mopar-Crew vor Jeep nicht halt, der Wrangler sieht als hochbeinige Black Ops Edition so aus, als würde ihm jeder gefahrene Meter auf einer asphaltierten Straße ein Stück seiner Seele rauben. Dennoch: Selbst in diesem Wrangler docken MP3-Player und Smartphones problemlos an. Klarer Fall: Die US-Hersteller demonstrieren mit aller Macht den Fortschritt, zeigen ihren Kunden moderne, kompakte Fahrzeuge. Das Geld spülen derzeit jedoch weiterhin die automobilen Großkaliber in die Kassen.

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