Messerundgang L.A. Auto Show 2012

Und ewig locken die Monster

Messerundgang L.A. Auto Show 2012, Lincoln L von 1929 Foto: ams 26 Bilder

Die Los Angeles Auto Show zählt nicht unbedingt zu den international bedeutendsten Auto-Messen. Doch alleine für ein Blick auf all jene Fahrzeuge, mit denen man in Europa ideell und physisch anecken würde, lohnt sich der Besuch.

Während draußen die fleischgewordene Baseball-Kappe Ken Block mit seinem Ford Fiesta WRC die Ford-Pressekonferenz in Rauch hüllt, bleibt es in den Messehallen eher ruhig. Große Sensationen sparen sich die US-Hersteller für die Messe in Detroit auf, die Mitte Januar ihre Tore öffnet.

Prächtige Oldtimer und Straßenkreuzer aus dem Museum

Fords Edelmarke Lincoln schwelgt daher exzessiv in alten Zeiten, holt prächtige Oldtimer und Straßenkreuzer aus dem Museum. Beispielsweise den L von 1929 mit eleganter Dietrich-Karosserie und 90 PS starkem V8. Oder den 61er Continental Sedan, unter dessen endlos langer Haube ein Achtzylinder mit sieben Liter Hubraum lässig seine Kurbelwelle schüttelt. Im 56er Continental Mark II fuhren unter anderem Elvis Presley, Frank Sinatra und Dwight Eisenhower durch die Staaten. Heute kämpft die Marke eher darum, nicht dasselbe Schicksal erleiden zu müssen wie Mercury: Diese Marke stampfte Ford ein.

Doch nicht nur die gestrigen Straßenkreuzer nehmen Auto-Fans gefangen: der sich mehr für den Ventiltrieb eines Motors als für die Speicherkapazität seines Mobiltelefons interessiert, möchte gerne den 6,4-Liter-Motor des von Mopar gepimpten Dodge Ram oder den 6,7-Liter-Diesel von dessen Heavy-Duty-Variante anwerfen und irgendetwas an den Haken der Seilwinde nehmen. Das Auto des ewig falschparkenden Nachbarn vielleicht. Und wenn die Leistung dann doch nicht ausreicht, helfen Tuner. Callaway zum Beispiel, eigentlich für Corvette umbauten bekannt, schraubt dem Chevy  Silverado 1500 einen Roots-Kompressor zwischen die Zylinderbänke. Macht 540 PS und die Viertelmeile – wichtig für das Ego jedes autobegeisterten Amerikaners – soll in 13,5 Sekunden erledigt sein.

"Das hat uns noch gefehlt – italienische Autos"

Doch das geht auch in unter 10 Sekunden, beispielsweise mit dem Familien-Dragster von – achtung – Toyota. Der umgebaute 5,7-Liter-V8 des Sequioa leistet mal eben 650 PS. Freunde klassischer Sportwagen freuen sich dagegen sicher über die Ford Mustangs von Shelby, die Chevrolet Camaros von Saleen, den neuen Modelljahrgang der Corvette und die noch taufrische Viper, hinter der sich etwas verschämt der Fiat 500 L auf der großen Bühne im Scheinwerferlicht dreht. "Das hat uns noch gefehlt – italienische Autos" raunt ein US-Journalist seinem Kollegen zu.

Nun, ob der als Buick Encore getarnte Opel Mokka ihnen wohl besser gefällt? Zumindest versuchen die Hersteller ihren Kunden qua Angebot zum Kauf kleinerer Modelle zu bewegen. Je nach Perspektive zählen auch der GMX Acadia und der Cadillac ATS dazu. Das 400 PS starke SUV-Monstrum QX von Infiniti eher nicht, das Mercedes G-Modell schon eher und auch dessen möglicher Enkel, der sich noch als Polizei-Auto-Studie tarnt. Und der Smart Forjeremy? Ähm... wo war noch gleich Ken Block?

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