Autoreise mit dem Donkervoort D8 GTO Bilster Berg

Eine Ausfahrt auf die Insel texel

Donkervoort D8 GTO, Frontansicht Foto: Dino Eisele 22 Bilder

Auf Erkundungstour mit dem Donkervoort D8 GTO Bilster Berg. Wir haben die niederländische Insel Texel mit einem niederländischen Fahrzeug besichtigt.

Anruf bei Donkervoort in Lelystad: „Könnt Ihr uns für einen Tag ein Auto geben? Wozu? Nun ja, wir wollen eine Reisegeschichte auf Texel machen und haben nur zwei Stunden Zeit. Da auf Texel ja maximal Tempo 80 erlaubt ist, müssen wir die Zeit beim Beschleunigen rausfahren.“

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Impression Donkervoort D8 GTO Bilster Berg
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Donkervoort D8 GTO, Leuchtturm Foto: Dino Eisele
Für viele ist der Leuchtturm im Norden von Texel das Wahrzeichen der Insel.

Kleiner Erklärbär: Texel ist eine Insel in Nordholland. Und Donkervoort baut in Lelystad nahe Amsterdam kleine Autos mit großen Motoren für maximale „Snelheid“. Langes Schweigen am Donkervoort-Telefon. „Aha“. Längeres Schweigen, dann die Frage: „Warum nur zwei Stunden?“ Na ja, „Visit Europe in two weeks including the Pope“ zitieren wir einschlägige Pauschalreiseangebote aus Japan. „Wenn die Europa in zwei Wochen schaffen, schaffen wir doch eine Insel in zwei Stunden, oder?“ Sehr langes Schweigen in Lelystad, dann ein „Okay. Macht mal.“ Viel Verständnis klingt da nicht durch, aber: läuft bei uns.

Pole-Position und Pommes

Nach 20 Minuten Fahrt legt die Fähre im Süden Texels an. Das Rolltor fährt hoch, die Stoppuhr klickt: Auf geht’s! Von der Pole-Position aus starten wir auf die Insel, biegen insidermäßig aber bald links ab, anstatt der Hauptstraße zu folgen wie die meisten.

Auf der Herfahrt haben wir uns schon mit dem Donkervoort D8 GTO der auf 14 Exemplare limitierten und längst ausverkauften Bilster Berg Edition vertraut gemacht. 380 PS aus einem 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo von Audi treffen auf 695 Kilogramm Leergewicht. Um die „Versneling“, die Beschleunigung also, müssen wir uns wirklich nicht sorgen. Zwoacht auf 100 verspricht Donkervoort für die Leichtbau-Rakete. Klingt optimistisch. Wobei: In den unteren drei Gängen des Tremec-Getriebes drückt es uns heftig in die engen Sitzschalen, während das Heck Ausfallschritte macht – nach links, Hochschalt-Klack, nach rechts, Gegenlenken!

Wir düsen über die schmalen welligen Straßen des Südwestens zum mitten im Wald gelegenen Bospavillon ’t Turfveld, wo sie Fritten aus einer Rohmasse direkt ins heiße Fett tropfen lassen. Inmitten der Fahrräder, Vans und SUV sorgt der Carbon-Einbaum für Aufsehen. Damen schütteln den Kopf, Herren nicken versonnen, Kinder vergessen ihre frittierten Hühnchenteile. Die goldbraunen Fritten schmecken perfekt, für eine Frikandel oder eine Krokette bleibt allerdings zu wenig Zeit – wie das eben ist beim Power-Tourismus. 9,36 Minuten haben wir von der Fähre zur Pommes-Schmiede gebraucht, 20 Minuten gingen fürs Essen drauf. Nachtisch gefällig?

Texelse Marmelade to go

Donkervoort D8 GTO, Seitenansicht Foto: Dino Eisele
Auch auf der Rennstrecke macht der D8 GTO eine gute Figur.

Klar, also ab Richtung Nordzipfel. Vorbei am Flugplatz, wo Fallschirmspringer juchzend aus dem blauen Himmel fallen. Auf dem Eis-Bauernhof Labora unterhalb von De Cocksdorp fließt die Milch aus den Melkanlagen quasi direkt ins Hörnchen. 21 Minuten brauchten wir bis hierher – ein kurzer Stopp inklusive, um aus dem Auto heraus ein Gläschen Texelse Marmelade mitzunehmen und die drei Euro brav in der Kasse zu deponieren.

Texel wirkt nicht nur wegen dieses Vertrauens in die Ehrlichkeit des Menschen wie ein Idyll. Die Polizei schiebt eine ruhige Kugel und lässt sich kaum mal auf den Straßen blicken – gut so, denn hin und wieder geht es im Donkervoort mit gehörig Wheelspin dann doch mal kurzfristig über die erlaubten 80 km/h hinaus.

Köstlich ist das Eis, und die Sonne kitzelt auf der Nase. In nur sechs Minuten katapultiert uns der D8 zum Leuchtturm an einem der schönsten Texel-Strände. Hinter den Dünen lassen große und kleine Kinder Drachen steigen, gegen Abend tollen hier wilde Kerls über den Sand. In dreirädrigen Karren mit großen Segeln drauf, die Sonnenuntergänge hier sind bekanntermaßen phänomenal.

Doch Zeit für all das haben wir nicht. Weiter an Kaap Noord vorbei, wo Kutter Touris mitnehmen zu den von Robben bevölkerten Sandbänken oder auch zur Nachbarinsel Vlieland, geht es an der Wattenmeerseite Richtung Süden. Deutlich über eine Stunde sind wir schon auf Texel, aber durchaus im Plan. Sogar für ein kitschiges Foto der Windmühle, die inmitten von Kanälen und saftigem Grün wohl in jedem Urlaubs-Fotoalbum verewigt ist, bleibt noch Zeit – und für ein bisschen Fahrspaß.

Im Inselinneren finden wir tatsächlich Kurven, sogar leichte Steigungen und Gefälle, wo die Straße die zahlreichen Kanäle quert. Am Lenkrad der spartanischen Fahrmaschine wird uns spätestens hier wieder bewusst, dass man viel öfter Autos fahren sollte, deren frei stehenden Vorderrädern du bei der Arbeit zuschauen kannst. Wir karriolen im Rahmen des Erlaubten also ein wenig herum und bitten das Auto dabei inständig um Entschuldigung für die permanente Unterforderung. Als die Zeit gerade noch reichen würde, um zwei Stunden nach Ankunft wieder an der Fähre zu stehen, fassen wir einen kühnen Entschluss.

Es hätte geklappt. Aber wozu?

Donkervoort D8 GTO, Heckleuchten Foto: Dino Eisele
Eine kleine Stärkung muss sein.

Vielleicht hat uns Texel eingelullt mit seinem tiefen Ruhepuls, hat uns unmerklich „Bleibt doch!“ zugeflüstert auf der Hatz von A über B nach C, während der Turbo vorn böse gezischelt und der Fahrtwind uns die Haare verstrubbelt hat. Jedenfalls stellen wir uns plötzlich die Sinnfrage. Wartet ein Bus auf uns oder gar ein Flieger, um uns von Mailand schnell nach Madrid zu bringen?

Nein. Man muss sich auch mal freimachen von Zwängen, von selbst auferlegten ganz besonders. Das Wichtigste ist doch: Wir hätten es schaffen können, in zwei Stunden über die Insel zu brettern. Doch es wäre Stückwerk geblieben. Hier und da mal am Inselzauber gerochen, nichts wirklich mitbekommen oder gar genossen. Das sollen gern die japanischen Power-Touristen machen.

Wir starten den Donkervoort ein letztes Mal für heute und finden ein nettes kleines Hotel. Abendessen, dazu ein Pilschen. Und morgen dann zum malerischen Slufterbecken im Westen, zu den schottischen Hochlandrindern im Südwesten, zur Seehund-Auffangstation Ecomare und zum Hafen, Fisch essen. Wenn sich ein blöder Plan ändern lässt: machen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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