Amphibienfahrzeug - dieses Motorrad surft

Wellenreiten auf der Motocrossmaschine

Robbie Maddison Motorrad Surfer Foto: Robbie Maddison 8 Bilder

Autos, die auch im Wasser fahren, faszinieren. Motorräder die übers Wasser fahren, gibt's nicht - dachten wir. Bis wir diesen Biker Wellenreiten sehen - auf einer Motocrossmaschine von KTM. Das Video zeigt den australischen Stunt-Biker Robbie Maddison tatsächlich übers Wasser fahren und wellenreiten.

Wie ist so etwas möglich? Sind die Gesetze der Physik aus den Angeln gehoben? Kann der Fahrer jetzt auch Wasser zu Wein machen und surft das nächste Mal über einen Riesling? Damit Sie einen Eindruck von dem motorisierten Wellenritt bekommen, können Sie sich hier zunächst selbst das Video anschauen.

Im Video ist es deutlich zu sehen: Bei dem Motorrad handelt es sich um eine Spezialkonstruktion, die jedoch auch an Land fährt. Das Gestell, das die Räder umgibt beinhaltet Skier rechts und links der Reifen und ein Luftkissen. Außerdem funktioniert das Profil des hinteren Reifens im Wasser wie ein Schaufelrad, um den Vortrieb der Maschine zu gewährleisten. Derartige Gummis werden ansonsten für das Motorradfahren über Sand-Dünen benutzt.

Dementsprechend ist uns hier nicht der Messias erschienen, sondern der Stuntfahrer Robbie Maddison, dessen spektakulärer Clip eine ganz weltliche Erklärung für das Phänomen vom Fahren auf den Wellen liefert. Am Anfang stand die Überlegung, wie die Wasserverdrängung aussehen muss, damit das Bike nicht absäuft. Maddison hat sich also an den Schreibtisch gesetzt, einige Skizzen gemacht und ist damit zu einem Snow-Bike-Experten gegangen, um eine Zweitmeinung einzuholen.

Von Honda zu KTM

Die ersten Versuche wurden mit einer Honda CR500R und verschiedenen Skiern gemacht. Was sich schnell gezeigt hat war, dass die Power des Motorrads auf dem Wasser nicht viel Effekt zeigt, sondern die Form und der Winkel der angebrachten Skier die größere Rolle spielt. Auch die Anzahl der Gummi-Paddel auf dem Hinterreifen machte sich in Sachen Geschwindigkeit bemerkbar, sagte Maddisons Mechaniker Buddy Morgan in einem Artikel von Transworld Motocross. Nicht zuletzt weil die Maschine in den Probeläufen 30-40 Mal gesunken ist, wechselte das Team am Ende von der zwischenzeitlich eingesetzten KTM 450 SX-F zur einfacheren KTM 250 SX. Zuvor waren nach jeder Bergung mehrere Stunden Arbeit nötig, um das Motorrad wieder flott zu kriegen.

Am Ort des Geschehens, auf Tahiti, verbachte das Team schließlich einige Zeit damit ein Gefühl für das Wasser dort zu bekommen. Genauer gesagt für die Wellen und deren Kraft. Diese Kraft führte schließlich zu der Entscheidung eine Schwimmweste zu tragen, nachdem Robbie Maddison einige Male unter Wasser gedrückt wurde und sich die Schulter auskugelte. Denn im Gegensatz zu den anderen lebensgefährlichen Stunts des Australiers kam hier die Gefahr des Ertrinkens dazu. Zuvor hat der 34-Jährige etwa mit einem Sprung über den Korinth-Kanal oder einem freihändigen Backflip über die geöffnete Tower Bridge in London für Furore gesorgt.

Via Startrampe in die Wellen

Für die Aufnahmen, in denen Maddison tatsächlich auf einer Welle reitet, feuerte der Stunt-Fahrer von einer schwimmenden Rampe aus ins Wasser, um vorher ausreichend Geschwindigkeit zu erreichen. Mit Unterstützung eines örtlichen Surfer-Gurus gelang es, im exakt richtigen Zeitpunkt loszufahren. Auch wenn sich das KTM-Bike im Verlauf der Dreharbeiten einige Male in Richtung Meeresboden bewegt hat, und das Salzwasser seinen Tribut am Material forderte, gelangen am Ende die fast surrealen Aufnahmen von einem Motorrad, das tatsächlich über das Wasser fahren kann.

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