Nürburgring Classic

Die Hölle los

Foto: MoBa 152 Bilder

Wenn Gucci-Täschchen auf Rennoveralls, edle Duftwasser auf den Geruch von verbranntem Öl treffen, dann ist es wieder soweit. Das Who-is-who der Automobilgeschichte trifft sich am Nürburgring zur Nürburgring Classic.

Geladen hatte der ADAC, und zwar vom 21. bis 23. September. Gekommen sind rund 500 Oldtimer aus nahezu allen Automobilepochen - darunter, quasi als "Special Guests", eine Abordnung aus Stuttgart, die diverse 300 SL und SLR an den Ring transportierten.

Eine Privatperson brachte den Siegerwagen des Eröffungsrennens von Rudolf Caracciola auf dem Nürburgring 1927 mit - den 680 S - einen W196 von 1954 - der aktuell von Jochen Mass um den Kurs gejagt wurde. Bestaunt, befühlt, beschnüffelt und gefeiert wurden diese und alle anderen Klassiker von rund 22.000 Fans, die sich rund um die alt-ehrwürdige Nordschleife und den GP-Kurs einfanden.

Das rollende Museum auf der Rennstrecke wurde ergänzt durch ein Raritäten-Zelt mit ausgewählten Klassikern wie dem Bugatti Typ 57 oder dem AWE R3-Rennwagen von 1956 sowie Flaniermeilen im alten und neuen Fahrerlager. Hier eine Gruppe AC Cobras, dort der Porsche 911er-Block, nebenan ein Dutzend Marcos - flankiert von zahlreichen Triumph-Modellen. Allesamt eingebettet in ein liebevoll gestaltetes Präsentationsumfeld. "Uns als Organisatoren freut, dass wir uns mit der Veranstaltung im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gesteigert haben", fasste Rennleiter Hans Schock zusammen. Die Zuschauer sahen es genauso. Hier vergruben sich ältere Herren in hellen Hosen im Motorraum eines US-Cars während dort die Dame mit dem feinen Hut neugierig die Technik eines Monoposto bestaunte. Kleine Kinder an Papas Hand riefen nach dem Beetle und meinten einen alten Käfer. Und als die Corvette ihren Big-Block anschmiß und den V8-Sound ungefiltert über das Fahrerlager verteilte, rissen alle die Hände hoch, versperrten mit den Fingern die Gehörgänge und genossen den unvergleichlichen Schalldruck körperlich.

Mass im Sieger-Silberpfeil in der "Grünen Hölle"

Begeistert zeigte sich auch der wohl prominenteste Pilot des Wochenendes: Ex-Formel-1-Star Jochen Mass, der im Fangio-Rennwagen dem Publikum einheizte. "Dieses Auto fährt sich auf der Nürburgring-Nordschleife traumhaft", strahlte der 60-Jährige.

Claudia Hürtgen siegte in der ADAC Classic Trophy

Zu den sportlichen Höhepunkten des Wochenendes gehörte das in zwei Teilen ausgetragene 500-km-Rennen, in dessen Rahmen auch der Finallauf der ADAC Classic Trophy ausgetragen wurde. Mit einem zweiten Platz im ersten Rennteil am Samstag und einem Sieg im zweiten Teil am Sonntag konnte sich das Team Claudia Hürtgen (Aachen)/Michael Schumann (Köln) durchsetzen, die einen Porsche 911 von 1973 pilotierten. Gesamt-Dritte in der Endabrechnung der Trophy wurden die Mexikaner Pedro und Luco Sanchez im Porsche 911 ST, die im ersten Teil des Rennens siegten. Den Gesamtsieg im Championat für historische Tourenwagen und GTs der Jahrgänge 1947 bis 1971 holten die Engländer Brian und Mark Lambert (MG B), die sich in einem spannenden Saison-Finish knapp gegen Markus Niestrath (Wegberg) / Klaus Hormes (Mönchengladbach, Alfa Romeo GTA) durchsetzten.

Tape für neuen Wunden im alten Blech


Engagiert und begeistert gingen aber auch all die weniger Prominenten auf der Nordschleife zu Werke - egal ob im Trabi, einem Morgan, einem SL oder einem 911er. Es wurde gefahren, was das alte Material hergab, gekämpft um jede Position und auch Verluste wurden mit einem Augenzwinkern hingenommen. Modernes Tape wurde vielfach zum Heilmittel für die neuen Wunden im alten Blech - für einige endete das Wochenende aber auch am Haken des Abschleppers. Eines ist jedoch klar - 2008 werden die meisten wohl wieder dabei sein, wenn es darum geht, die "Grüne Hölle" zu bezwingen.

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