Prototyp-Museum

Sonderausstellung in Hamburg

Schlör-Wagen "Göttinger Ei" auf Basis des heckgetriebenen Mercedes W 170 H. Foto: Prototyp GmbH 13 Bilder

"100 Jahre gegen den Wind" ist das Thema der Sonderausstellung in der Sammlung Prototyp in Hamburg. Vom 24. Januar bis 25. März 2009 kann die Geschichte der Aerodynamik an zahlreichen Exponaten nachverfolgt werden.

Die Exponate: Von 1920 bis 1978

Mehr als 20 spektakuläre Fahrzeuge sind in der Hafen-City in Hamburg zu bewundern. Ein Grade-Wagen von 1920 ist das älteste Exponat. Mit DKW Fachsenfeld Monoposto von 1928, 1938er Wanderer Stromlinie, Kamm-Wagen und Adler Autobahn aus dem gleichen Jahr sowie Alfa Romeo 6C Stromlinie von 1939 werden einige der spektakulärsten Fahrzeuge der Fahrzeuggeschichte zu sehen sein. Für die Entwicklungen der Nachkriegszeit stehen Porsche 356 Gmünd von 1949, 1952er Goliath GP 700 und das Weltrekordfahrzeug Mercedes-Benz C111/III mit 230-PS-Dieselmotor zum Anschauungsunterricht bereit.

Aerodynamik - die Anfänge

Um das Jahr 1910 werden heute die ersten Forschungen im Bereich der Aerodynamik datiert. Zunächst wurden die findigen und einfallsreichen Erfinder belächelt, schließlich konnten die ausgefeilten Karosserieformen in dem damals üblichen Geschwindigkeitsbereichen kaum messbare Erfolge nachweisen.

Doch es dauerte nicht lange, bis Luftfahrtpionier Hans Grade mit seinem 1915 vorgestellten windschlüpfigen Kleinwagen auch die Aufmerksamkeit der Industrie erlangte, die langsam das Potential der Aerodynamik erkannte.

Die junge Automobilindustrie strebte nach höherer Geschwindigkeit und größerer Reichweite. Bei den Höchstgeschwindigkeits-Rekordfahrten ging es zwar mehr ums Renommee, als um technische Fortentwicklung. Doch auch das änderte sich bald - spätestens mit dem forcierten Ausbau des Straßenverkehrsnetzes. Auf den Schnellstraßen konnten nun auch die Tempi gefahren werden, für die die Aerodynamik optimiert wurde.

Der Windkanal beschleunigt die Entwicklungen

In den 1930er-Jahren wurde entdeckt, dass sich bis zu 40 Prozent höhere Geschwindigkeit bei um ein Drittel gesenktem Kraftstoffkonsum realisieren lassen. Fortan galt die aerodynamische Optimierung als ein Grundsatz bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge.

Dann ging die Entwicklung mit großen Schritten voran: Mit Hilfe des Windkanals wurden ab den 1960er-Jahren immer ausgefeiltere Formen realisiert, durch neue Techniken und Werkstoffe konnten diese leichter umgesetzt werden.

Doch auch mit den Möglichkeiten, die das Computerzeitalter bot, werden bei heutigen Serienautos die Werte der Pioniere aus den 1920er- und 1930er-Jahren nicht erreicht.

Die weltweit einmalige Ausstellung bietet den Einblick in die Entwicklung anhand vieler bis dato nie öffentlich ausgestellter Fahrzeuge, Dokumente, Fotografien und Modelle. Selbst ein funktionstüchtiger Windkanal wird aufgebaut.

Symposium am 24. Januar 2009

Am Tag der Ausstellungseröffnung findet ein Symposium zum Thema Stromlinie statt. Ralf Kieselbach, Historiker und Fachautor für Automobil-Aerodynamik wird referieren, eine Reihe Experten werden am Beispiel der Ausstellungsfahrzeuge in die Geheimnisse der Strömungslehre und die Geschichte der Aerodynamik einführen.

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