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"Sonntagsauto"

Citroën Méhari, das Strand-Spaßmobil

Er trägt nur 2 Zylinder und ein Hauch von Plastik als Karosserie – an Schlichtheit dürfte ein Citroën Méhari kaum zu überbieten sein. Jetzt feiert das kultige Strandmobil seinen 45. Geburtstag.



Mit dem Citroën Méhari betrat am 16. Mai 1968 ein ganz besonderer automobiler Protagonist die Bühne. Ein unprätentiöses Auto für die Arbeit und Freizeit. Heute würde man ihn in die Crossover-Ecke schieben. Damals musste er einfach Heu oder auch Surfbretter transportieren. Und in Sachen Fahrspaß spielte und spielt der abgespeckte 2CV ganz vorne mit.

Erdacht hat den Citroën Méhari der Ex-Weltkriegspilot und Industrielle Roland de La Poype. Das Konzept war so einfach wie dauerhaft. Die Technik lieferte der 2CV, darüber wurde eine durchgefärbte Karosseriewanne in Wellblechoptik aus ABS gestülpt. Oberhalb der Gürtellinie trug der nur 550 Kilogramm schwere Méhari nur eine klappbare Frontscheibe, ein Zelt-ähnliches Stoffverdeck und ansonsten nichts.

Citroën Méhari zwischen Freizeitmobil und Nutzfahrzeug

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Citroen Mehari feiert 45. Geburtstag
1:40 Min.

Zwischen 1968 und 1987 wurden rund 150.000 Citroën Méhari produziert. Ab 1979 wurde sogar eine Allradversion angeboten. Er sammelte Meriten auf Langstreckenrallyes, als medizinisches Begleitfahrzeug auf der legendären Dakar, rackerte als Feuerwehreinsatzfahrzeug, diente als Polizeimobil unter dem französischen Starkomiker Louis de Funès und von der französischen Armee wurde er gar am Fallschirm hängend aus Flugzeugen geworfen.

Neben seiner Rolle als Nutzfahrzeug für vielfältigste Einsatzzwecke eroberte sich der Méhari aber auch seinen Platz im Herzen der Beach-Boys und der Society. Lässiger flanieren als im Méhari geht kaum – nicht nur an der Cote d'Azure.

Begleitet wird man dabei vom schnattern des 600 Kubikzentimeter großen Zweizylinder-Boxermotors. 28,5 PS und nur 39 Nm Drehmoment sorgten dabei nicht für einen Geschwindigkeitsrausch – der Méhari lief maximal 105 km/h schnell – sondern für ein einzigartiges Fahrgefühl, was auch dem aus dem 2CV bekannten langhubigen Fahrwerk geschuldet war.

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Der Méhari war bis zu 105 km/h schnell.

Wurde Platz benötigt, flog kurzerhand die Rückbank raus, sofern sie überhaupt an Bord war, denn der 3,50 Meter lange Méhari kam grundsätzlich als Zweisitzer. Ebenso grundsätzlich bevorzugte er schönes Wetter, denn das Verdeck war nur umständlich aufzubauen und dann schließlich selten dicht. Egal, die Sitze waren wetterfest und abwaschbar, der Kunststoffinnenraum eh unverwüstlich.

Für Deutschland zu leicht entflammbar

Eine Deutschland-Karriere blieb dem Citroën Méhari allerdings verwehrt. Den Behörden war die ABS-Karosserie zu leicht entflammbar. Einige wenige Citroën Méhari gelangten mit Hilfe engagierter Händler per Einzelabnahme aber dennoch nach Deutschland. Für ein gutes Auto sollte man ab etwa 8.500 Euro rechnen, einige Schmuckstücke des Citroën Méhari liegen allerdings auch schon deutlich über 10.000 Euro. 

In Südfrankreich hingegen ist der Méhari auch heute noch häufig anzutreffen, vorausgesetzt das Wetter ist gut. Seinen Namen hat er übrigens von nordafrikanischen Renndromedaren geerbt, die für ihre Ausdauer und ihren Speed bekannt sind.

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