Teil 2

Comer See

Foto: Reinhard Schmid

Mit dem Michelotti-507-BMW rund um den Comer See.

Laglio heißt der kleine Ort, in dem George Clooney vor Jahren ein üppiges Anwesen am See kaufte. Seither besuchen ihn prominente Freunde hier gerne, und das schürt nicht allein lokale Neugier. Doch von außen ist die Pracht der Villa nur zu erahnen, vor der eine Gärtnerbrigade das Grünwerk richtet. Enger kommt der Besucher mit Argegno in Kontakt, einem verwinkelten Fischerdorf samt seiner romanischen Brücke, oder der Isola Comacina, der einzigen Insel im See. Ihre einstige strategische Bedeutung ist längst vorbei, Geschichte. Berühmt ist sie heute dennoch: Auf ihr findet sich ein vollendet gelegenes Restaurant.

Sogar in die Parkanlagen Cadenabbias durfte der Michelotti-507. Die Blumenpracht betört, besonders Azaleen fühlen sich hier wohl, wo Konrad Adenauer urlaubte und, wie alte Fotos beweisen, noch im hohen Alter seine freie Zeit beim Bocciaspiel genoss.

In Cadenabbia rollt der BMW auf die Fähre. Es sind keineswegs nur Touristen, die das Angebot nutzen. Wer das Glück hat, im mediterranen Bellagio zu wohnen, muss zwar das Schiff nicht nehmen. Doch über Wasser geht es schneller, weil das Städtchen fast im Zentrum des Sees liegt, an der Nordspitze des großen Landdreiecks. Über Straßen ist es nur mit Muße zu erreichen.

Kurvig und einsam führt die Route von hier aus zurück nach Como. Am großen, weißen Volant lässt sich der 507 fast spielerisch bewegen. Für sein Format wirkt er erstaunlich handlich. Auch hier, der mondänen Seeseite abgewandt, fängt die Michelotti-Studie viele Blicke ein. Bewundernd sind sie, doch ohne Neid.

Der See ist über 400 Meter tief

Das Bild vom Fjord kommt wieder in den Sinn. Über 400 Meter tief ist der See an dieser Stelle und so eng, dass die andere Seite beinahe zum Greifen nah erscheint. Bei Careno ist es kaum mehr als ein halber Kilometer übers Wasser bis zum Westufer.

Kurz vor Como rückt die mächtige Fassade der Villa d’Este ins Bild. Was ab 1568 einem Kardinal als feudaler Wohnsitz diente, verwandelte sich nach turbulenter Geschichte 1873 in ein romantisches Luxushotel. Heute kommen auf gut 300 Gäste, die hier logieren können, 260 Angestellte.

Luxus hat hier eine lange Tradition

Das Fünf-Sterne-Haus ist teuer. Von 740 bis 3.800 Euro reichen die Preise pro Nacht, was die Nachfrage aus aller Welt nicht zu bremsen vermag. Über mangelnde Auslastung jedenfalls kann sich Jean-Marc Droulers, Präsident und Mehrheitseigner, nicht beklagen.

Jeden Winter lässt er bis zu 150 Arbeiter die Anlage Stück für Stück renovieren, weil seine Gäste Perfektion in allen Details erwarten. Dass Luxus jedoch mehr ist als die Summe daraus, weiß Droulers genau. Stil erfordert vor allem eines: ein persönlich geführtes Haus.

Im Hotel Villa d’Este haben bereits Hitchcock und Schwarzenegger, Edward VIII. und Gerhard Schröder residiert. Alle Genüsse versprechen die fünf Sterne, nur Glück ist nicht inklusive. "Schön ist ein Ort erst", so philosophiert der Hotelier, "wenn man ihn mit jemand erlebt, den man liebt."

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