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Tops & Flops der Redaktion

Indianerspiele und Niebel-Kerzen

Die Tops & Flops der Redaktion drehen sich diese Woche um vergessene Luxuslimousinen, abgespeckte Dickschiffe, Mobile-Homes und Sprit statt Brot.

Kennen Sie Dirk Niebel? Das ist unser Entwicklungsminister. Haben Sie sicher verdrängt, genauso wie die schon seit einem Jahr eingeschlafene Diskussion um den Ökosprit E10. Dessen Verkauf dümpelt so vor sich hin und soll nun völlig eingestellt werden. Die Beimischungspflicht führe dazu, dass Menschen zu wenig Nahrung haben. "Gerade bei steigenden Lebensmittelpreisen kann Biosprit zu stärkerem Hunger in der Welt beitragen", sagte Niebel. "Wir müssen im Kabinett darüber nachdenken, ob man nicht den Konflikt zwischen Tank und Teller auflösen kann." Eine völlig neue Erkenntnis - oder doch nur eine Niebel-Kerze, um das Sommerloch wirksam zu übertünchen.

Erfahrungsreichtum und Entwicklungsstau

Ordentlich Patina wurde auch an anderer Stelle angesetzt. Irgendwo in Südfrankreich steht ein einsamer, verlassener Maybach 57 in einem Parkhaus. Eingestaubt, beschmiert, geplündert. Ein Mahnmal für den Niedergang der Marke vielleicht? Ein Kunstwerk? Oder einfach nur eines der unzähligen Spielzeuge eines Superreichen? Manifestiert im Staub der Zeit kommentierte ein Finder "Rich Bitch". Mehr soll dazu nicht gesagt werden.

Einen Reichtum ganz anderer Art hat sich Mercedes gesichert. Kennen Sie noch MacGyver, das Universalgenie, das mit einer Büroklammer Bomben entschärft und mit dem Schweizer Messer Schiffshavarien verhindert. Der darf nun den neuen Mercedes Citan promoten. Und zwar als gealterter Handwerker mittlerweile ohne Vokuhila-Frisur. Würde auch nicht zur Marke passen, denn man will ja schließlich das "Beste oder Nichts" und hat nun mit MacGyver jemand der aus Nichts alles machen kann.

Wie man aus viel, viel weniger machen kann zeigt Land Rover mit dem neuen Range. Stahl raus, Aluminium rein, schon lässt der Hüftspeck um über 400 Kilogramm nach. Dass man mit über zwei Tonnen immer noch zu den Übergewichtigen zählt verschweigt man besser. Beim Design blieb man sich hingegen treu. Evo-Look, also sanfte Weiterentwicklung mit leichter Evoqueisierung prägt die neue alte Linie.

Wie sich Dinge entwickeln können, zeigen auch die jüngsten Reisemobilaktivitäten. Nissan spielt Stadtindianer und für die weniger Betuchten gibt man auch den kleinen Stadtindianer. In Modul-Häppchen zum Mobil Home. Brillante Idee. Vielleicht sollte man die Köpfe dahinter mal ins Entwicklungsministerium schicken, denn da gibt es wohl noch reichlich Ideen zu entwickeln.

Was die Redaktion diese Woche sonst noch bewegt hat lesen Sie in der großen Fotoshow.

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