Tops & Flops der Redaktion

Scheibenkleister und Sternenkreuzer

Opel Adam 1.4 ECOFLEX, Sternenhimmel Foto: Sebastian Renz 60 Bilder

Die Tops & Flops der Redaktion drehen sich diese Woche um unfreie Radikale, strahlende Himmelskörper, automobile Vorfreude und Design zum Heulen.

Im stetigen Wandel liegt der Fortschritt. Der Antrieb ist unbändige Kreativität. Etwas Unbändiges, das muss es wohl gewesen sein, was die Entwickler bei Mercedes und KTM zu den jüngsten Innovationen trieb. Dass Trucker ihren fahrbaren Untersatz gerne individuell illuminieren ist altbekannt. Schließlich verbringen viele davon einen Großteil ihres Lebens an Bord.

Künftig darf der beleuchtete Mercedes-Stern aber auch an fast allen Pkw-Modelle strahlen. Allerdings nur im Stand und nur wenn der Stern mitten auf dem Kühler prangt und keine Radarkeule im Weg ist. Super, der Stern als kommendes Coming Home-Light, quasi ein Leitstern in der Nacht. Oder als Upgrade mit Lauflicht als Fliegenfänger vor der Disco. "Hey Allda, hab echten Himmelswagen mit voll krasse Lichtstern. Isch Beste und nix nichts."

Rückzug hinter Scheiben

Nichts stand bislang zwischen KTM X-Bow-Fahrern und den Naturgewalten. Klar, war der Alpenflitzer doch als radikales und puristisches Fahrspaßgerät angelegt. Da hieß es entweder Fliegen fressen oder Helm tragen. Jetzt macht der Öschi plötzlich auf Weichei. Künftig kann die Fliege an den Hals und der Helm im Schrank bleiben. Fliegen zerschellen an einer Windschutzscheibe, vorbei der Kampf mit den Elementen. Es darf an der Heizung gedreht, sich auf Komfortsitzen geräkelt werden. Gegen Regentropfen schickt man einen schnöden Scheibenwischer ins Feld und sogar an eine Kapuze hat man gedacht, damit die Frisur sitzt im Drei-Wetter-KTM.

Wenden wir uns von den künftig unfreien Radikalen anderen Neuheiten zu. Genf steht vor der Tür, das ist für europäische Autofans der erste Feiertag im Jahr. Und die Hersteller richten reichlich an. Doch nicht jeder Koch versteht sein Handwerk. Chrysler und damit Jeep gehören jetzt Fiat - voll und ganz - und das darf man künftig auch sehen. Jüngstes Beispiel ist der Jeep Cherokee und sein eigenwilliges Design. Hier wollen wir Kollegen Seibt zu Wort kommen lassen, der dessen Entstehungsgeschichte treffend in Worte gehüllt hat: " Was passiert, wenn man die Designer des Ssangyong Rodius, des Pontiac Aztek und des Fiat Multipla gemeinsam in ein dunkles Zimmer sperrt?" Eben. Aber wie gesagt, im stetigen Wandel manifestiert sich der Fortschritt. Wir hoffen auf einen schnellen Wandel.

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