Trend zu übergreifenden Plattformen

Experte stellt Produktionsqualität infrage

Geht die Plattform-Strategie auf Kosten der Qualität?

Brancheninsider Ron Harbour sieht den globalen Trend immer größerer Plattformen in der Automobilproduktion kritisch. Je nach Hersteller könne darunter am Ende die Qualität entscheidend leiden.

Die Hersteller sind inzwischen dazu übergegangen, immer mehr Autos auf immer weniger Plattformen zu bauen und machen damit nach Ansicht des Experten zum Teil einen Fehler. Damit sei nur viel Geld zu sparen, "wenn man es richtig macht", so Harbour im Interview mit "Automobil Produktion".

Qualität der Hersteller sehr unterschiedlich

Die Qualität sei der Maßstab, an dem sich die Produktion auf den großen modularen Plattformen messen lassen muss. Hier sieht Harbour unter den Top Ten der deutschen Autohersteller eine "große Disparität". In einigen Fällen seien es 95 Prozent der Autos, die am Ende vom Band der Plattform laufen, ohne eine Reparatur benötigt zu haben. Neben diesen Topwerten gebe es aber auch einige Hersteller, bei denen in großem Umfang nachgebessert werden muss. "Wenn hunderte Arbeiter über das Wochenende für Nacharbeiten ins Werk geholt werden müssen, müssen wir über Produktivität und Produktionseffizienz nicht mehr reden", so der Experte.

Zwangsläufig höhere Produktivität?

Für Harbour sei es die falsche Erwartungshaltung, dass die Steigerung der Produktivität mit der Modulstrategie zwingend einhergehe. Während zum einen fehlende Qualität mögliche Produktivität torpediere, fehle bislang überhaupt der Nachweis, dass die Plattform-Strategie zwangsläufig zu mehr Produktivität führe. Es gebe zudem zu wenige Hersteller, "die wirklich die Strategie der gemeinsamen Plattform umsetzen".

Die Lage der westeuropäischen Produktionslandschaft beurteilt Harbour besonders kritisch. Zu viele Werke im Ein-Schicht-Betrieb führten zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit Nordamerika: Dort produzieren derzeit 69 Werke genauso viel wie 101 Werke in Europa.

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