VW Sharan nach Kasachstan (13)

Am Ziel – Endlich Kasachstan

VW Sharan, Kasachstan Tag 13 Foto: Karsten Schöne 5 Bilder

Wieder nachts an einer Grenze. Aber diesmal eine Grenze, die gemütlich ist und schnell vorbei geht. Die russischen Zöllner stempeln rum, lassen sich den Kofferraum zeigen.

Ludmilla, so steht es auf dem Namenschild an ihrer Uniform, will den Einfuhrschein des Autos sehen, schaut ihn sehr lange an, nickt dann. Nun die Kasachen, die alle sehr asiatisch aussehen. Sie freuen sich auf uns, lächeln. Können etwas Englisch. Wollen reden.

Einer klopft auf das Dach des Sharan. "Good?" Aber hallo, das Auto hat uns von Hamburg hierher gebracht. Der Dialog ist mühsam, aber angenehm. Sie kontrollieren den Kofferraum. Die Sorge scheint zu sein, dass wir jemanden ins Land schmuggeln. Wir müssen mit den Rädern über feuchte Gummiteppiche fahren, wohl um unsere Reifen zu desinfizieren.

Wir lachen nicht mehr beim Grenzübertritt

Aussteigen, in die Schlange stellen. Vor und hinter uns Gruppen von Usbeken, vier, fünf pro Auto, junge Männer, die ziemlich laut sind. Wir hatten uns vorgenommen: Wir lachen nicht mehr an Grenzübergängen, weil wir die Theorie entwickelt haben, dass wir beim Grenzübertritt von der Ukraine nach Russland zu lustig gewirkt haben und so den Formularausfüllmarathon ausgelöst haben. Diesmal alles ernst und locker.

Wir werden fotografiert und fahren weiter. Wir sind in KASACHSTAN, unserem Zielland. Ich schließe am Straßenrand noch eine Versicherung ab, denn meine grüne Versicherungskarte gilt hier nicht. Die Zusatzversicherung kostet 50 Dollar, der Verkäufer ist so was von scharf auf die US-Währung. Es macht Spaß, ihm ins Gesicht zu schauen als er die Scheine zählt und unter eine Lampe hält und befühlt und beschnüffelt. Wir entscheiden uns, kein Geld zu wechseln bei den Straßenhändlern, die einen schlechten Kurs haben. Mit uns doch nicht, Jungs! Weiter.

Mein Hirn flüstert "Korruption"

Nirgends eine Stadt, keine Tankstelle, kein Haus. Nach einem Kilometer die nächste Polizeikelle. "Dokument!", sagt der Polizist als wir anhalten und er zum Auto kommt. Wir geben ihm, zum allerersten Mal ist es nur ein Polizist bei einer Kontrolle, alles was er braucht. Er fragt: "Germansk?" Ich nicke. Nun kommt der seltsamste Moment der Reise. Er schaut mich an, ich ihn, er sagt was auf, ich denke ... kasachisch und wartet.

Minutenlang. Nichts passiert. Er will was, kann sich aber nicht ausdrücken. Mein vorurteilsbelastetes Hirn flüstert "Korruption". Er sagt was, ich zucke die Schulter. Er sagt was, ich lege den Kopf schräg. Er sagt was, ich versuche zu lächeln. Er ... gibt auf und mir alle Dokumente. Weiter.  Kurz darauf ein Motel. Ich verhandle ewig, zahle in Dollars. Wir gehen in eine Kneipe, essen Hühnchen, bezahlen in Rubel. Bringen das Auto in einen Hof, bezahlen einem Schmied etwas, damit er das Auto einschließt. Er nimmt zum Glück Rubel. Dann legen wir uns ins Bett. Nebenan ist eine Hochzeit, eine laute, Menschen schreien, grölen. Wir aber schlafen. Ab jetzt wird alles gemütlicher, ab jetzt langsam, ruhig. Wir fressen jetzt keine Kilometer mehr, wir genießen.

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