Audi R8

Ein Supersportler entsteht - Teil III

Foto: Audi 19 Bilder

Die Entstehungsgeschichte eines Supersportlers. Eine Dokumentation in sechs Teilen von Gerd Kebschull. Teil III: Audi-Chef Winterkorn gibt grünes Licht.

Nach der großartigen Resonanz des Le Mans-Show Cars auf der IAA 2003, wurde vom Vorstand eine Machbarkeitsstudie für die Serienfertigung eines solchen Sportwagens in Auftrag gegeben. Schließlich musste neben dem Nachweis der Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes, auch für die Erfüllung der hohen technischen Lastenheft-Forderungen der Beweis angetreten werden.

Dazu wurde ein kleines, schlagkräftiges Team aus allen Geschäftsbereichen des Unternehmens zusammengestellt.Technik, Finanz, Beschaffung, Produktion, Qualitätssicherung, Kundendienst, sowie Vertrieb und Marketing traten gemeinsam an, um das Serienprojekt R8 „zum Fliegen“ zu bringen.

Begeisterung für den R8 erfasst das Team 

Die Begeisterung für den R8 hatte schnell alle Teammitglieder erfasst. In einem Projekthaus der quattro GmbH, im Herzen des Audi-Werkes in Neckarsulm, wurden alle Fakultäten auch räumlich zusammengeführt. Plötzlich hatten alle „Benzin im Blut“, auch die, die bisher überwiegend Zahlen im Kopf hatten. Wenn sie von ihrem R8 sprechen, leuchten die Augen. In langen Nächten und an Wochenenden wurde an der Machbarkeit des Projektes gearbeitet. Die im Show Car teilweise überzeichneten technischen Lösungen wurden in Richtung Industrialisierung überarbeitet.

Das Design wurde nur sehr behutsam unter fertigungstechnischen Gesichtpunkten weiter entwickelt. Schließlich hatte das Team seit der IAA den Beweis, an einem Juwel zu arbeiten.In dieser Projektphase wurde der R8 bereits sehr detailliert in Konstruktion und Simulation entwickelt. Steifigkeits- und Crashsimulationen sowie Aerodynamik- und Durchströmungsberechnungen, zeigten schon sehr früh das hohe Potenzial des Mittelmotor-Sportwagenkonzeptes. Neben den Fahrleistungen war auch die statische und dynamische Steifigkeit beeindruckend; wichtig für Präzision und Komfort, auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.

Das Konzeptfahrzeug

War die Aufgabe des Show Cars, Design erlebbar zu machen, wurde nun ein Konzeptfahrzeug beauftragt, um die Eigenschaften hinsichtlich Performance, Fahrdynamik und Alltagstauglichkeit nachzuweisen.Gegenüber der Studie konnte nun auf konstruierte und berechnete Bauteile zurückgegriffen werden. Prototypenteile wurden aus Hilfswerkzeugen erstellt oder aus dem Vollen gearbeitet.

Innerhalb von fünf Monaten wurde ein voll funktionsfähiges Fahrzeug realisiert. Isgen erinnert sich: „Die Vorstandsfahrt, das wussten wir alle, entscheidet über Sein oder Nichtsein des Projektes.“ Umso größer war die Begeisterung, als Audi-Chef Martin Winterkorn im April 2005 mit einem breiten Lächeln und erhobenem Daumen nach der ersten Fahrt aus dem R8 ausstieg. Dieses Ereignis war die Geburtsstunde des R8-Projektes.

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