BMW Art Cars, Kunst, Impression Hans-Dieter Seufert
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BMW Art Cars, Kunst, Impression 25 Bilder

BMW Art Cars Sonderausstellung in Hamburg

Warhol und Co. bemalen Leinwände aus Blech

Das Hamburger Museum „Prototyp“ zeigt bis März 2017 eine Sonderausstellung der BMW Art Cars. Die von berühmten Künstlern gestalteten Rennwagen sind ein einzigartiges Projekt. Neun Kunstwerke sind zurzeit ausgestellt.

Wenn Sie die Augen schließen und sich konzentrieren, sehen Sie vielleicht diesen Film: 1979, Nacht in Le Mans, Sie stehen hinter den Leitplanken vor der Ford-Schikane zwischen Porsche-Kurven und Zielgerade. Ein turbopfeifender 935 heult vorbei, vielleicht der spätere Siegerwagen von Klaus Ludwig, oder Paul Newman im IMSA-935 auf Platz zwei, danach hämmert ein Rondeau mit Cosworth-V8 hindurch. Und dann hören Sie es, das Brüllen eines M88-Sechszylinders, ein M1 pfeilt mit glühenden Bremsscheiben vorbei, schaltet zurück, beschleunigt auf die Gerade hinaus.

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Der Warhol-M1 ist das wohl bekannteste Art Car. Der M1 wurde in Le Mans Gesamt-Sechster und Zweiter in seiner Klasse.

BMW 3.0 CSL wird das erste Art Car

Vielleicht sitzt Manfred Winkelhock drin, womöglich auch Marcel Mignot oder Hervé Poulain. Dem französischen Hobby-Rennfahrer und Auktionator wird die Idee zugeschrieben: Poulain bewegt 1975 Alexander Calder dazu, einen BMW 3.0 CSL zu bemalen. Mag sein, dass ihn die von Calder bemalten Jets der Fluggesellschaft Braniff International dazu inspirieren. Jedenfalls ist der bunte CSL ein Erfolg. Nicht in Le Mans, der Wagen scheidet aus. Doch das rennende Kunstobjekt erregt Aufmerksamkeit, vielleicht auch, weil es Calders letztes Werk ist: Er stirbt 1976.

Im nächsten Jahr bemalt Frank Stella einen weiteren 3.0 CSL, wieder setzt Poulain den Wagen in Le Mans ein, wieder wenig erfolgreich. Doch darum geht es längst nicht mehr. Als nächste Künstler dürfen Roy Lichtenstein und Andy Warhol einen 320i Gruppe 5 und einen M1 gestalten. Im Übrigen bemalt nur Warhol seinen M1 tatsächlich selbst. Die anderen frühen Art Cars entstehen unter den Händen des Lackkünstlers Walter Maurer in Dachau. Er überträgt die Entwürfe von 1 : 5-Modellen auf die echten Autos. Eine extrem anspruchsvolle Arbeit, besonders beim Millimeterpapier-Design des Stella-Autos. „Das war spannend“, sagt Maurer Jahre später, „das schwierigste Auto, das ich lackiert habe.“ Frank Stella kam nach München, um Maurers Werk zu begutachten, und war spontan begeistert.

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Der Z1 Roadster des A. R. Penck ist vielleicht eines der unterschätztesten Art Cars. Fast schüchtern verzieren die Symbole des Künstlers diesen BMW.

Andy Warhol signiert mit einem Finger

Anders gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Andy Warhol. Der wollte es gern selbst machen, und zwar in weniger als 30 Minuten. Maurer stellte die Farben und Pinsel bereit. Warhol kam, trug die Farben auf und war nach 28 Minuten fertig. „Die meiste Zeit verrann“, erinnert sich Maurer, „als Warhol zehnmal sein Autogramm überpinselte. Schließlich schrieb er seinen Namen mit dem Finger auf das Auto.“

Doch wir waren in Le Mans. Der Warhol-M1 ist in der Nacht verschwunden. Sie öffnen die Augen und sehen den Wagen vor sich, die bunten Farben verschwimmen, dahinter parken der Stella-CSL und der Lichtenstein-320. Das Rot des Penck-Z1 und die erdigen Töne des Nelson-M3. Ganz nach vorn hat sich der Koons-M3 geschoben, die Streifen auf der Motorhaube beschleunigen ihn wie aus einem Warp-Tunnel ins Licht. Die Primärfarben des Calder-CSL leuchten aus dem Dunkel, das Fuchs-Coupé und der Manrique-730 halten sich bescheidener im Hintergrund. Wo wir sind? Im Museum „Prototyp“ in Hamburg. Sehen Sie selbst nach. Und vergessen Sie nicht, für ein paar Sekunden die Augen zu schließen.

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Das derzeit jüngste Auto aus der Reihe ist der M3 GT2 im Koons-Design. Der M3 rannte 2010 in Le Mans, kam jedoch nicht ins Ziel.

Automuseum Prototyp in Hamburg

Seit 2008 inszeniert das innovative Hamburger Automuseum Exponate auf ganz besondere Art. Auf 2.500 Quadratmetern zeigt eine Dauerausstellung seltene Renn- und Sportwagen aus sieben Jahrzehnten Automobilgeschichte. Die Sonderschau der Art Cars präsentiert die neun hier genannten Autos. Doch sie zeigt nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die kreativen Köpfe. Per Touchscreen können Besucher sich über Leben und Werk der Künstler von Alexander Calder bis Jeff Koons informieren. Geöffnet Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Eintritt 13,50 Euro, Kinder (bis 14 Jahre) 8 Euro.

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BMW hat in Miami Beach das 19. Art Car der Geschichte vorgestellt.

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