Die Rolle der Zulieferer

Entwickler im Verborgenen

Motorenprüfstand Foto: Archiv

Kaum ein Autohersteller kann und will heute noch auf die externen Entwicklungs-Dienstleister verzichten. Sie agieren meist im Hintergrund, doch von ihren Leistungen profitiert jeder Autofahrer.

Im Rampenlicht der Automobilmessen erscheinen sie kaum. Und Autohersteller erwähnen ihre Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen und externen Anbietern von Ingenieurs-Dienstleistungen oftmals gar nicht oder nur im Kleingedruckten. Dabei kann der Stellenwert dieser Entwicklungsleistungen in der Autobranche nicht hoch genug eingeschätzt werden, auch wenn ihre publizistische Außenwirkung eher begrenzt ist.


Oft arbeiten die Engineering-Firmen an komplexen Kern-Entwicklungen, für die es bei großen Auto-Konzernen an Kapazitäten oder Kompetenzen mangelt. Im Geheimen, das hat Methode.


„Unsere Engineering-Projekte unterliegen grundsätzlich strengster Verschwiegenheit“, sagt Friedrich-Wilhelm Speckens von der FEV (Forschungsgesellschaft für Energiebedarf und Verbrennungsmotoren). Mit einem Jahresumsatz von 200 Millionen Euro im Automobilbereich sind die Aachener einer der weltweit größten unabhängigen Ingenieurs-Dienstleister in der Motorenentwicklung.

Gut ein Drittel höher ist der Umsatz der IAV (Ingenieursgesellschaft Auto und Verkehr) in Berlin, ebenso wie die FEV aus einer Hochschul-Ausgründung hervorgegangen. Kernkompetenzen sieht man hier in den Bereichen Motor, Antriebsstrang, Elektronik- und Fahrzeugentwicklung. Wenigstens über abgeschlossene Projekte kann man bei der IAV reden, wie zum Beispiel die Integration von VW-Dieselmotoren in Autos von Mitsubishi und Chrysler.

In die Spitzengruppe der weltweit über 600 Engineering-Dienstleister hat sich mit 537 Millionen Euro Jahresumsatz mittlerweile die Grazer AVL (Anstalt für Verbrennungsmotoren List) geschoben, mit satten Wachstumsraten bei der Antriebsentwicklung – besonders Einspritz- und Verbrennungsforschung, aber auch bei Mess- und Prüftechnik.

Nur drei Beispiele für eine Entwicklung, die die enorme Bedeutung externer Dienstleister zeigt. Größte Wachstumsraten verzeichnen dabei vor allem Auto-Elektronik und Kommunikationstechnik. Vertreter sind hier die EDAG-Gruppe, Bertrand oder T-Systems.

Weltweit, prognostiziert eine Studie der Managementberatung Oliver Wyman, wird der Wert dieser Forschungs- und Entwicklungs-Dienstleistungen bis 2015 um fast ein Drittel auf 66 Milliarden Euro steigen. Glänzende Aussichten also für eine im Schatten großer Autokonzerne agierende Branche.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Kommentar schreiben
Neues Heft
Top Aktuell Abarth 598 Abarth 595 und 695 Aktuell, schnell und klein
Beliebte Artikel Torque Vectoring Getriebe von Getrag Voll im Bild Backseat-Entertainment
Anzeige
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Sportwagen Falken Porsche 911 GT3 R 2019 - VLN 7 - 20. September 2018 VLN Vorschau, 7. Lauf 2018 Falken mit neuem Porsche Impressionen - VLN 2018 - Langstreckenmeisterschaft - Nürburgring-Nordschleife VLN 2018 im Live-Stream Das siebte Rennen hier live!
Allrad Kia Niro EV Elektro-SUV Kia e-Niro (2019) Elektro-SUV mit 485 km Reichweite Seat Tarraco, SUV, Offroad, Allrad, 7-sitzer Seat Tarraco (2019) Lesen Sie hier alles zum neuen Seat-SUV
Oldtimer & Youngtimer Volkswagen Käfer 1200 Cabriolet (1961) VW Käfer Auktion Schwedens größtes Käfer-Museum macht zu Ford Sierra I Cosworth 1985 50 Jahre Ford RS Schnelle Escort, Sierra, Focus