Ford Bronco Icon BR 4x4

Offroad-Legende mit moderner Technik restauriert

Icon Ford Bronco Foto: Dani Heyne 21 Bilder

Lange bevor die SUV-Welle über uns kam, gab es den Ford Bronco: einen coolen Allrad-Kumpel aus den 60ern, der jetzt als Icon BR 4x4 wiedergeboren wurde.

Ford ist kurz davor, eine Legende zu beleben – in der Hoffnung, dass der Retro-Charme auch bei den SUV-Jüngern ankommt. Es geht um den Bronco, der erstmals 1966 mit Mittelamerika flirtete. Donald N. Frey lieferte die Idee dazu. Der Name kommt Ihnen bekannt vor? Vermutlich weil Frey seine Finger auch bei der Mustang-Geburt im Spiel hatte. Das erklärt den Ansatz beim Bronco I, der ab 2194 Dollar mit simpelsten Zutaten entstand: Der Rahmen war eine einfache Leiterkonstruktion mit Rechteckrohren, die Stoßfänger U-Eisen. An den Blechen und Scheiben sparte man sich rundum jegliche Biegung, und die Türblätter waren identisch. Ein 2,8-Liter großer Reihensechser wohnte zuerst unter der hohen Haube – Allradantrieb, Achsen und Bremsen stammten vom F-100. An der Vorderachse des nur 3,85 Meter kurzen Geländewagens erfreuten Schrauben- federn, weshalb der Bronco für seinen kleinen Wendekreis von lediglich 10,4 Metern gelobt wurde.

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Icon Ford Bronco
Impressionen vom Icon BR Restaurierte Offroad-Legende
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Die Amerikaner mochten den Bronco (fast so sehr wie den Jeep CJ), er wurde einer von ihnen und hielt fünf Generationen durch, bis er 1996 eingeschläfert wurde. Das ist etwas, das Jonathan Ward nie verstanden hat, womit er nicht leben kann. Das kommt bei ihm öfter vor, weshalb er Klassikern wie dem Bronco in seiner Firma Icon zu einem Neustart verhilft. Einem zweiten Leben, einem besseren Leben.

Restauration? Das wäre untertrieben

Ward hat den Bronco I ausgiebig studiert – und ihn dann komplett überarbeitet. Den neuen Leiterrahmen baut US-Spezialist Art Morrison auf, inklusive passender Aufhängungen für ein äußerst modernes Performance-Fahrwerk. Ward und sein Team setzen anschließend edle Dana-Achsen und ein Fox-Racing-Fahrwerk ein. Federweg? 305 Millimeter. Die braucht es auch, damit sich die 33 Zoll großen BF-Goodrich-Reifen auf 18-Zoll-Rädern frei bewegen können.

Icon Ford Bronco Foto: Dani Heyne
Edle Dana-Achsen und ein Fox-Racing-Fahrwerk mit einem Federweg von 305 Milimeter, damit sich die 33 Zoll großen BF-Goodrich-Reifen auf 18-Zoll-Rädern frei bewegen können.

Beim Antrieb fühlt sich Ward der amerikanischen Tradition verpflichtet und wählte einen fetten V8. Genauer: den Fünfliter „Coyote Crate Engine“, der von Ford USA als Komplettmotor für Kundenumbauten angeboten wird. Macht mindestens 426 PS, die wahlweise an ein Aisin-Fünfganggetriebe oder eine vierstufige Ford-Automatik fließen. Allrad und Untersetzung übernimmt das Atlas-II-Verteilergetriebe von Advance Adapters. Ein Blick unter den Neuaufbau verrät: Ward und sein Team haben all die leckeren Teile nicht einfach nur aus den Verpackungen genommen und angebaut – hier wurde alles fein säuberlich auf-einander abgestimmt. Die meisten Teile, wie der Rahmen und die Bleche der Karosserie, sind kunststoffbeschichtet und damit bestens geschützt.

Für den Innenraum gab’s eine Bedingung: „no plastic“. Das ist eindrucksvoll gelungen, allerdings kommen daher kaum Originalteile vor. Ward hat bei allen Nachbauten die alten Formen und das ursprüngliche Design aufgenommen. Deswegen tarnt sich der moderne Tacho mit zig Zusatzanzeigen in klassischer Rundform, glänzen verchromte Zugschalter aus dem Armaturenbrett hervor. Das Multimediasystem mit Navigation und Rückfahrkamera hat Ward unter einer Abdeckung in der Mittelkonsole versteckt. Die Einstiegshilfen fahren beim Öffnen der Türen automatisch aus – das hat Stil.

Icon Ford Bronco Foto: Dani Heyne
Wie er fährt? Solide und stark wie ein kurzes G-Modell. Vorne brummt der V8.

Wie er fährt? Solide und stark wie ein kurzes G-Modell. Nichts zittert, nichts knistert. Der V8 brummt wunderbar kraftvoll und spült eine Drehmomentwelle zu den Achsen, die einen durch viele Abenteuer tragen wird. Das Beste aber: Man hat sofort das Gefühl, dass der Wagen mit jedem Gelände klarkommt.

Sind wir doch mal gespannt, ob Ford den neuen Bronco ab 2020 ähnlich stark wiederbeleben kann. Ward hat da so ein Gefühl – wie auch seine Kunden, die fleißig bei ihm bestellen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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