Der letzte Horch

Ausstellung im Museum Mobile in Ingolstadt

Foto: Audi Tradition 12 Bilder

Der letzte in Handarbeit gefertigte Horch ist vom 8. Juli bis zum 18. August im Museum Mobile in Ingolstadt zu sehen. Nur sechs Wochen wird der Wagen im Originalzustand ausgestellt, bevor die Restaurierung beginnt.

Erbarmungswürdiger Zustand

Aufgerissene Plüschpolster, zerrissener Dachhimmel, beschädigte Türverkleidungen und mit Rost überzogene Blechhaut erzählen von der turbulenten Geschichte des einzigen Horch, der in Ingolstadt gebaut wurde. Danach soll er komplett restauriert werden und wird ein Höhepunkt des Museums.

1953 suchte Richard Bruhn, der damaligen Chef der Auto Union GmbH, ein repräsentatives Fahrzeug. Die DKW-Versuchsabteilung entwickelte daraufhin eine Chauffeurlimousine auf Basis des 1938er Horch 830 BL mit dem fortschrittlichen 3,8-Liter-V8-Motor mit 92 PS Bruhn bekam das Fahrzeug, dessen Design der Adenauer-Limousine von Mercedes ähnelt, im Juni 1953 überreicht.

Turbulente Geschichte: Die Rettung vor der Schrottpresse
Das Fahrzeug wurde später an einen amerikanischen Soldaten verkauft, der in Deutschland stationiert war. Er nahm es mit in die USA und fuhr das Einzelstück bis das Getriebe streikte. Nun kommt der Texaner Al Wilson ins Spiel, der den Wagen für 500 Dollar vor der Schrottpresse rettete. Er kannte die Marke Horch nicht und wusste auch sonst nichts über das Auto. Nur sein Gefühl sagte ihm , dass es sich um etwas Besonderes handeln musste.

Wilson recherchierte nach der Historie des Horch, nahm auch den Kontakt nach Ingolstadt auf - vergeblich. Selbst der Dresdner Horch-Kenner Peter Kirchberg konnte ihm nicht weiterhelfen. Niemand kannte den Wagen. So stand der Horch rund 40 Jahre in Texas auf Wilsons Grundstück.

Erst seine Söhne, die die Recherche wieder aufnahmen, fanden in Ralf Hornung einen Experten, der das Fahrzeug zuordnen konnte. Hornung ist bei Audi Tradition für den Ankauf und die Restaurierung von Fahrzeugen zuständig und erkannte: "Die Fotos zeigten eindeutig den Bruhn-Wagen, der Jahrzehnte verschollen war."
Der Kauf durch die Audi Tradition war kein Problem, denn Al Wilson war überzeugt: "Der Horch gehört nach Hause."

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