Restaurierungslexikon (181)

Röhrchenkühler

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Sie galten als überaus leistungsfähig, aber auch aufwendig in der Herstellung. Röhrchenkühler prägten die Gesichter einer ganzen Automobilgeneration.

Es war nur eine seiner vielen Erfindungen. Wilhelm Maybach hatte einst mit seinen Ideen die Automobiltechnik revolutioniert. Das ist lange her, doch mit Innovationen wie dem Wabenkühler entwickelte er grundlegende Lösungen, deren Prinzip noch heute gültig ist.

Seine Idee war, die schweren und wenig wirksamen Rohrschlangenkühler durch eine neue Konstruktion zu ersetzen. Maybach hatte sich ein System von tausenden kurzer Röhrchen ausgedacht, die zu einem Block verlötet sind. Sie standen längs im Fahrtwind, der somit durch sie strömen konnte. Gleichzeitig wurden sie außen von Kühlwasser umspült.

Das Ergebnis war beeindruckend

Viel effizienter arbeitete die neue Entwicklung, deren aufgeweitete Enden an Bienenwaben erinnerten - so hieß er dann auch: Bienenwabenkühler.

Für Besitzer von Vorkriegsfahrzeugen ist ein solcher Kühler heute ein hoher Kostenfaktor. Kein Wunder, denn allein die Fakten belegen den Aufwand: Für einen der wuchtigen Kühler, wie ihn beispielsweise der Mercedes-Benz 770 trägt, benötigt ein Kühlerbauer rund anderthalb Kilometer Messingrohr, das er in rund 13.200 kurze Stücke sägen muss - von Hand.

Auf das Lötbad kommt es an

Dann gilt es, diese Röhrchen nach Vorgabe so anzuordnen, dass die verschiedenen Neigungswinkel exakt eingehalten werden. Drahteinlagen müssen dabei eingefügt werden, anschließend wird vermessen und justiert, bevor das Paket mit Lot fixiert wird. Anschließend werden diese Pakete in ein Lötbad aus Zinn getaucht. Das verbindet die Röhrchen dauerhaft miteinander, wenn es richtig gemacht wird.

Was dann immer noch fehlt, sind die Wasserkästen, die den Block aus den vielen tausend Röhrchen umfassen. In ihnen zirkuliert das Kühlwasser, und auch sie sind aufwendig zu bauen. Aus rund 30 einzeln zugeschnittenen Messingblechen entsteht schließlich ein Kühler dieser Dimension.

Fett schadet der Wärmeabfuhr

Zusätzliche Probleme machen Wasserpumpen, die über Staufferbuchsen geschmiert werden. Schlechte Wellenabdichtungen lassen Fett ins Kühlwasser dringen und sich im Kühler ablagern. Was zunächst nach Schutz klingt, ist in der Praxis eine Gefahr: Denn Fett ist ein Isolator, der den Übergang der Wärme aus dem Wasser in das Messing erschwert.

So kann selbst ein dichter Kühler, der zudem ausreichend Wasserdurchfluss bietet, ein Sanierungsfall sein. Wer einem schleichenden Leistungsverlust seines Systems vorbeugen möchte, sollte sich überlegen, die Wasserpumpe mit Wellendichtringen auszurüsten. So ein Umbau ist zwar nicht zeittypisch, steuert aber Überhitzungen entgegen.

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