Robert Kubica - Porträt - 2019 Williams

Formel 1 Fahrer

Robert Kubica

Robert Kubica schrieb als erster polnischer Formel-1-Pilot Geschichte. Nach einem Rallyecrash 2011 in Italien schien die Karriere vorzeitig beendet. Doch der Krakauer kämpfte sich zurück ins Leben und ins Cockpit.

Schon früh entwickelte sich Kubicas Talent, der bereits mit vier Jahren seine ersten motorisierten Gehversuche startete. Im Alter von 16 Jahren konnte er bereits auf eine erfolgreiche Kart-Karriere in Polen, Italien und Deutschland zurückblicken, als er 2000 in das Renault Nachwuchsförderprogramm aufgenommen wurde.

Nach zwei Jahren in der Formel Renault und einer Saison in der Formula Masters stieg Kubica 2004 in die Formel 3 Euroserie ein, wo er ein Rennen gewann und Siebter in der Endabrechnung wurde. 2005 folgte erneut ein Wechsel in die Renault World Series, in der er auf Anhieb die Meisterschaft gewann und sich damit einen Formel 1-Test verdiente.

2006 verpflichtete ihn schließlich BMW-Teamchef Mario Theissen als festen Test- und Ersatzpilot hinter Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve. Als der Kanadier in Budapest nicht an den Start gehen konnte, feierte Kubica sein Formel-1-Debüt. Der junge Pole kam dabei sogar als Siebter ins Ziel, wurde später allerdings wegen eines zu leichten Autos disqualifiziert. Trotzdem hinterließ Kubica einen guten Eindruck und ersetzte noch vor Saisonende Villeneuve als Stammfahrer.

Erster F1-Sieg mit BMW-Sauber 2008

Als Stammpilot ging der Krakauer 2007 in seine erste komplette Formel 1 Saison. Beim GP Kanada in Montreal krachte er allerdings mit knapp 300 km/h in die Begrenzungsmauer und musste anschließend ein Rennen pausieren. In der Saison 2008 konnte sich Kubica endgültig aus dem Schatten von Teamkollege Nick Heidfeld herausfahren. Ausgerechnet in Montreal landete er den ersten Sieg für sich und das Team BMW-Sauber.

Lange Zeit besaß der Youngster sogar Chancen auf den Meistertitel. Doch BMW Sauber glaubte nicht an den frühen Erfolg, verschob Ressourcen früh auf das nächstjährige Auto und so zeigte die Formkurve in den letzten Rennen nach unten. Kubica wurde am Ende sogar noch von Kimi Räikkönen auf den vierten Platz im Gesamtklassement verdrängt.

Die Strategie von BMW ging nicht auf. Mit den neuen Autos der Generation 2009 stürzte Kubica auf den 14. Platz ab. Das aufstrebende Talent sammelte gerade mal 17 Punkte. Das einzige Highlight war der zweite Platz beim Brasilien GP. Und selbst der konnte nicht mehr als Highlight gelten: BMW hatte kurz vorher seinen Ausstieg aus der Königsklasse verkündet.

Schwerer Rallye-Unfall 2011

Kubica zog seine Konsequenzen daraus und heuerte für 2010 bei Renault an. Doch nach nur einer Saison für das französische Werksteam, in der die Neuverpflichtung mit 136 WM-Punkten immerhin Platz 8 belegte, drohte die ganze Karriere in Gefahr zu geraten. Bei einem Gaststart bei der lokalen Ronde di Andora Rallye verunglückte der F1-Pilot in einem Skoda Fabia S2000-Renner schwer.

Kubica hatte eine Leitplanke unglücklich frontal getroffen, dass die Metallschiene ins Cockpit eindrang und den Fahrer traf. Die Folge waren mehrere Knochenbrüche und ein hoher Blutverlust. In einer siebenstündigen Operation schaften die Ärzte im Krankenhaus von Savona jedoch ein kleines Wunder. Die Mediziner retteten nicht nur das Leben des Unfallfahrers, sondern verhinderten auch noch knapp eine komplette Amputation des rechten Arms.

Was damals noch niemand wusste: Kubica hatte für 2012 schon einen Vorvertrag bei Ferrari unterschrieben. Doch statt um den F1-Titel zu fahren, stand nun erstmal ein quälend langes Reha-Programm auf dem Plan. Doch Kubica ließ sich auch von einem Sturz auf einer Eisfläche 2012 in Italien nicht aufhalten, bei dem er sich das rechte Bein brach. Schon 2013 saß er wieder im Rennauto, auch wenn es sich nur um ein Rallye-Fahrzeug handelte.

Bei seinen Auftritten in der Rallye-WM zeigte Kubica schnell, dass er nichts verlernt hatte. Er sicherte sich sogar den Titel in der WRC-2-Wertung. Es schien eine erfolgreiche Karriere im Allrad-Renner zu werden. Doch nach zwei weiteren Jahren ohne große Highlights, dafür vielen Crashs zogen seine Geldgeber den Stecker. Nach Abschluss der Saison 2015 schien die Karriere von Kubica vorzeitig beendet.

Formel 1 Comeback 2019

Doch wieder bewies der Krakauer sein großes Kämpferherz. Den Traum vom Formel-1-Comeback hatte Kubica nie aufgegeben. Und dank der Mithilfe seines Ex-Teams Renault kam es 2017 tatsächlich zu einem ersten Testeinsatz in einem 2012er Modell des französischen Werksteam in Valencia. Trotz seiner eingeschränkten Mobilität und der verringerten Kraft im rechten Arm konnte Kubica die Verantwortlichen auf Anhieb überzeugen.

Renault opferte im Sommer 2017 sogar einen wertvollen Tag bei den Juniortests in Ungarn, bei dem Kubica erstmals wieder ein aktuelles F1-Rennauto pilotieren durfte. Dabei drehte der Comebacker 142 Runden, in der Zeitentabelle landete er 1,5 Sekunden hinter dem Tageeschnellsten Sebastian Vettel auf Rang 4. Trotz der guten Leistungen konnte ihm Renault kein Stammcockpit anbieten.

Dafür zeigte plötzlich Williams Interesse. In der Winterpause nach der Saison 2012 musste sich Kubica in einem Shootout gegen den Russen Sergey Sirotkin beweisen. Bei Testfahrten in Abu Dhabi konnte der Pole die Teamleitung aber nicht komplett überzeugen. Dazu hatte Sirotkin finanzstarke Geldgeber im Rücken. So musste sich Kubica für 2018 mit der Rolle des Test- und Ersatzfahrers begnügen.

Erst 2019, gut neun Jahre nach seinem letzten Grand Prix, sollte das Comeback endlich perfekt gemacht werden. Kubica bekam endlich einen Vertrag als Stammfahrer neben dem Youngster George Russell.

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