Sergio Perez - Porträt - 2019 Racing Point

Formel 1 Fahrer

Sergio Perez

Sergio Perez ist ein mexikanischer Rennfahrer. Nach dem Formel-1-Einstieg mit Sauber und einem Jahr bei McLaren geht „Checo“ mittlerweile für das neuformierte Racing-Point-Team an den Start.

Sergio Perez hat Mexiko wieder auf die Formel-1-Landkarte gebracht. Mit dem Einstieg beim Rennstall von Peter Sauber verwirklichte sich das Ausnahmetalent aus Guadalajara 2011 einen Kindheitstraum. Bei seinem kometenhaften Aufstieg spielte allerdings nicht nur die fahrerische Leistung eine Rolle.

Von Beginn seiner Karriere an wurde Sergio Perez von mexikanischen Telekomunikationsriesen Telmex unterstützt. Das Unternehmen von Carlos Slim, einem der reichsten Männer der Welt, unterstützte die Laufbahn des Youngsters finanziell und ermöglichte dadurch den zügigen Gang durch die Nachwuchsklassen des Motorsports.

Sergio Perez begann seine professionelle Motorsportkarriere in der US-amerikanischen Skip Barber Meisterschaft. Die Rennfahrerschule für angehende Formel-Piloten schloss der Mexikaner 2004 auf Gesamtrang elf ab.

Sergio Perez mit Lehrzeit in Deutschland

Nach nur einem Jahr in den USA zog es Sergio Perez nach Europa. Die deutsche Formel 1 BMW sollte als Sprungbrett zur großen Karriere werden. Doch im ersten Jahr beim Team Rosberg kämpfte der damals erst 15-Jährige noch mit Akklimatisierungsproblemen. Weit abgeschlagen hinter Meister Sebastian Vettel landete der Mexikaner auf Rang 14.

2006 lief es dann schon deutlich besser. Zweimal landete Sergio Perez Mendoza, wie der Youngster mit vollen Namen heißt, auf dem Podium. Am Ende sprang immerhin ein sechster Platz in der Meisterschaft heraus. Schon zu Zeiten der Formel BMW war Sponsor Telmex mit an Bord, um dem jungen Talent Starthilfe zu geben. Seit seiner Zeit in der deutschen Formel-Klasse besitzt der Latein-Amerikaner einen Zweitwohnsitz in Berlin.

Perez mit einem Kurzauftritt für Team Mexiko

Nach der Formel BMW wollte Sergio Perez in der Wintersaison 2006/2007 auch in der A1GP-Meisterschaft teilnehmen. Beim Länderkampf auf vier Rädern stand der Nachwuchsmann im Kader von Mexiko. Hinter Landsmann Salvador Duran blieb er allerdings in der zweiten Reihe. Es reichte immerhin zu einem Einsatz am Rennwochende in Shanghai, bei dem sich Perez zum drittjüngsten A1GP-Starter aller Zeiten machte.

Da es in der A1GP keine Zukunft gab, wechselte Sergio Perez 2007 zurück nach Europa. In der britschen Formel 3-Meisterschaft wollte das Talent weiter Erfahrung sammeln. Dabei ließ es Perez langsam angehen und startete zunächst nur in der nationalen Klasse mit älteren Chassis, konnte sich dabei aber überlegen die Meisterschaft sichern. 2008 wagte er sich dann in die internationale Klasse und beendete die Serie als Vierter, nachdem er zu Saisonbeginn lange in Führung lag.

Zwei Jahre GP2 als Formel 1-Sprungbrett

Sergio Perez war nun bereit für den Sprung in den GP-Zirkus. Weiterhin gefördert von Telmex ging der Mexikaner 2009 erstmals der Formel 1-Nachwuchsklasse GP2 an den Start. Für das Team von Arden sammelte Perez 22 Punkte und beendete die Meisterschaft auf Rang zwölf. Die vier ersten der Meisterschaft, Nico Hülkenberg, Vitaly Petrov, Lucas di Grassi und Romain Grosjean hatten alle den Sprung in die Formel 1 geschafft.

Sergio Perez musste dagegen noch ein Jahr länger warten. Mit einer starken zweiten GP2-Saison für das Team von Barwa Addax empfahl sich der Mexikaner für höhere Aufgaben. Vier Siege bei den prestigeträchtigen Rennen von Monaco, Silverstone, Hockenheim und Spa brachten ihn ins Visier der Formel 1-Scouts. Bis Monza konnte Perez auch noch um den Titel kämpfen. Am Ende sicherte sich allerdings Routinier Pastor Maldonado die Meisterschaft.

Sergio Perez 2011 in Diensten von Sauber

Sergio Perez musste sich trotzdem nicht ärgern. Anfang Oktober 2010 kam die Meldung vom Team Sauber, dass der Youngster 2011 neben Kamui Kobyashi im Cockpit sitzen wird. Bei der Verpflichtung des mittlerweile 20-Jährigen spielte auch FinanzierTelmex eine große Rolle. Als Sponsor war der Mobilfunk-Gigant mit seinen Logos auf dem Auto vertreten.

Zunächst als Paydriver verschrien bewies Perez der Formel 1-Fachwelt schnell, dass er den Platz im Grand Prix-Zirkus auch ohne die Sponsor-Mitgift verdient hatte. Schon bei seinem Debüt in Australien sorgte er bei den Experten für hochgezogene Augenbrauen, als er mit nur einem Stopp über die Runden kam. Ein illegaler Heckflügel verhinderte allerdings WM-Punkte beim Debüt. Die Top Ten-Premiere holte er mit Rang neun beim GP Spanien einige Rennen später nach.

Perez crasht in Monaco

Ein Rennen später in Monaco folgte dann allerdings eine Schrecksekunde. Bei der Anfahrt auf die Hafenschikane verlor Perez die Kontrolle über seinen Sauber und krachte breitseits in die Barrieren. Der Einschlag war so heftig, dass Perez ins Krankenhaus musste. Nach der Gehirnerschütterung musste der Gaucho auch noch das folgende Rennen in Montreal auslassen. Höhepunkt des Jahres war das Rennen in Silverstone, das er auf Rang sieben beendete.

Perez schloss seine Rookie-Saison mit 14 Punkten auf Platz 16 in der Fahrerwertung ab. Vor allem seine reifenschonende Fahrweise und sein unglaublicher Speed auf harten und gebrauchten Reifen machen ihn zu einem außergewöhnlichen Rennfahrer. Das bewies er auch 2012. Beim zweiten Rennen im Regen von Malaysia kämpfte „Checo“ plötzlich um den Sieg. Ein kleiner Fehler kurz vor Schluss verhinderte die Sensation.

Dass Malaysia keine Eintagsfliege war, bewies Perez mit weiteren Podiumsplätzen in Monza und Montreal. Das Talent war nun nicht mehr zu übersehen. Als Lewis Hamilton zu Mercedes wechselte, schlug McLaren zu und verpflichtete den Youngster. Doch der Wechsel schien den Mexikaner zu hemmen. In seinen letzten sechs Rennen für Sauber blieb er ohne Punkte.

Bei McLaren wurde Perez erst einmal eine professionelle Trainingsweise beigebracht. Unzählige Stunden verbrachte er im Simulator und im Fitnessraum. So richtig half das aber nicht. Das Auto war 2013 einfach zu langsam. Zwar konnte Perez seinen Teamkollegen Button schon nach wenigen Rennen Paroli bieten, insgesamt blieb die Saison aber enttäuschend. Mit 49 Punkten landete der Mexikaner nur auf Rang 11 der WM-Wertung.

Perez wechselt von McLaren zu Force India

Obwohl Perez für die sportliche Misere nicht viel konnte, wurde er im November plötzlich vor die Tür gesetzt. McLaren brauchte einen Platz für Junior Kevin Magnussen. Immerhin setzte sich Teamchef Martin Whitmarsh dafür ein, dass Perez 2014 nicht ohne Cockpit dasteht. Zusammen mit Sponsoren aus Mexiko konnte man Force India-Teamboss Vijay Mallya überzeugen, dem Mexikaner noch eine zweite Chance zu geben.

Im Duell mit Nico Hülkenberg hatte Perez 2014 zunächst nicht viel zu melden. Sein deutscher Kontrahent im Team fuhr deutlich konstanter. Allerdings setzte Perez mit dem unerwarteten Podiumsplatz in Bahrain das größte Highlight des Jahres. In der Endabrechnung musste er sich mit 59:96 Punkten allerdings deutlich geschlagen geben.

Die Revanche für die Niederlage setzte Perez 2015. 12 Mal fuhr Checo insgesamt in die Punkte. Mit dem dritten Platz beim GP Russland setzte er zudem den großen Force India-Glanzpunkt des Jahres. Da konnte auch Hülkenberg nur gratulieren. Das Duell ging mit 20 Punkten Vorsprung an den Mexikaner.

In der Formel-1-Weltmeisterschaft 2016 blieben Pérez und Hülkenberg bei Force India. Beim Großen Preis von Monaco erzielte er mit einem dritten Platz eine Podest-Platzierung. Pérez gewann gegen Hülkenberg mit 101 zu 72 Punkten und landete insgesamt auf dem 7. Rang.

Für 2017 gab es mit Esteban Ocon einen neuen, schnellen Teamkollegen. Beide Force India-Piloten schenkten sich nichts und kamen sich mehrmals in die Quere. Kollisionen in Aserbaidschan und Spa sorgten dafür, dass die Teamleitung einen Nichtangriffspakt aussprach. Trotzdem konnte Perez die Saison als Erfolg verbuchen. Mit 100 WM-Punkten verteidigte der Mexikaner seinen siebten Platz.

Perez hilft bei Force-India-Insolvenz

In der Saison 2018 konnte Perez nur einmal glänzen – dafür aber gleich richtig. In Aserbaidschan kämpfte sich der Mexikaner mit Glück und Geschick aufs Podium. Ansonsten fuhr der Routinier im Team eine solide, aber keine glänzende Saison. Im Rennen hatte er Teamkollege Esteban Ocon meist im Griff. Im Klassement landete Perez vier Plätze vor dem Franzosen auf Rang 8.

In Erinnerung bleiben wird die Saison vor allem wegen der drohenden Pleite des Force-India-Teams. Perez musste mit seiner Klage gegen den Rennstall in der Sommerpause aktiv mithelfen, dass das Team in eine geordnete Insolvenz ging. Der alte Besitzer Vijay Mallya musste den Rennstall an eine kanadischen Investorengruppe um den Milliardär Lawrence Stroll verkaufen, die Force India in Racing Point umtauften.

Mit dem neuen Besitzer und dem neuen Namen gab es für Perez 2019 auch einen neuen Teamkollegen. Lance Stroll wurde von seinem Vater gleich mit zum Team aus Silverstone gelotst.

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